Scherstetten/Stauden Nur noch eine Formsache war bei der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverbandes Stauden-Wasserversorgung die Aufnahme der Gemeindeteile Scherstetten und Erkhausen der Gemeinde Scherstetten in die Vollmitgliedschaft des Zweckverbandes zum 1. Januar 2012. Bereits im Dezember 2008 hatte der Wasserverband Scherstetten-Erkhausen beim Staudenwasser-Zweckverband die Vollmitgliedschaft beantragt. De facto fließt aus den Wasserhähnen in den beiden Staudenorten schon seit dem Jahr 2003 Staudenwasser. Solange nämlich werden Scherstetten und Erkhausen vom Zweckverband bereits im Wassergastverhältnis mit dem „Lebensmittel Nummer eins“ versorgt. Die bis dahin eigenständige Wassergewinnung, im Jahr 1907 von einer Wassergenossenschaft errichtet und fast ein Jahrhundert lang in Eigenregie betrieben, wurde in diesem Zuge aufgelassen. Für die Versorgung mit Staudenwasser war 2003 eine Zubringerleitung von der Fernleitung bei Konradshofen nach Erkhausen gebaut worden. Der heutige Ortsteil Konradshofen der Gemeinde Scherstetten ist (mit dem Weiler Hilpoldsberg) schon seit 1971 Vollmitglied beim Zweckverband und von der neuen Vereinbarung nicht betroffen.
Qualifiziertes Fachpersonal fehlt
Als Gründe für die Aufgabe der eigenen Wasserversorgung nennt Scherstettens Bürgermeister Robert Wippel in erster Linie das Fehlen von qualifiziertem Fachpersonal, das von den Aufsichtsbehörden heutzutage für die Betreuung einer Wasserversorgungsanlage gefordert wird. Die behördlichen Vorgaben und die Anforderungen im Umgang mit dem hochsensiblen Lebensmittel Wasser seien – zu Recht – sehr streng. Diese hohen Standards konnte die kleine Gemeinde Scherstetten auf Dauer einfach nicht mehr sicherstellen. „Auch wenn damit eine über hundertjährige Tradition in unserer Gemeinde zu Ende geht: die Vollmitgliedschaft bei den Profis des Staudenwasser-Zweckverbandes war und ist für uns die einzige Alternative, um unsere Wasserversorgung langfristig zu sichern und nachhaltig auf ein solides Fundament zu stellen“, betonte der Rathauschef.
In die Gemeindeteile Scherstetten und Erkhausen liefert der Zweckverband jährlich rund 35000 Kubikmeter Wasser an gut 230 Abnahmestellen. Das vorhandene Leitungsnetz wurde vom Bauhof des Zweckverbandes bereits überprüft und ertüchtigt. Einige Restarbeiten werden in den kommenden Monaten erledigt. Das Versorgungsnetz, so Staudenwasser-Werkleiter Armin Drexl, entspreche nun aus technischer Sicht den Anforderungen des Zweckverbandes. Mit dem gesamten Leitungsnetz wird auch das Vermögen des zum 31. Dezember 2011 aufgelösten Wasserverbandes Scherstetten-Erkhausen an den Zweckverband Stauden-Wasserversorgung als dessen Rechtsnachfolger übertragen. „Das Risiko für eventuell noch auftretende Unwägbarkeiten, das durch die Übernahme zum heutigen Zeitpunkt noch nicht absehbar ist, bleibt für uns somit kalkulierbar“, so Werkleiter Armin Drexl.