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Adebar ist wieder da: Nach 45 Jahren brütet ein Storchenpaar in Schwabmünchen

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Adebar ist wieder da: Nach 45 Jahren brütet ein Storchenpaar in Schwabmünchen

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    Dieses Storchenpaar hat sich den Kamin der Firma Schöffel als Standort für ihr Nest ausgesucht - nach 45 kehrt damit der Storch zurück nach Schwabmünchen.
    Dieses Storchenpaar hat sich den Kamin der Firma Schöffel als Standort für ihr Nest ausgesucht - nach 45 kehrt damit der Storch zurück nach Schwabmünchen. Foto: Britta Schaller

    Die Zahl der brütenden Störche in Bayern wächst seit Jahren stetig. Rund 1600 Brutpaare nisten inzwischen im Freistaat. Störche gelten heute nicht mehr als gefährdet, stehen aber weiterhin unter Schutz. Nun hat ein Storchenpaar Schwabmünchen wieder als Heimat gewählt.

    Die Stadt war in den 1960er-Jahren für storchenbesetzte Kamine bekannt. Eine Rettungsaktion bewahrte damals sogar ein Nest auf einem alten Kamin in der Mühlstraße. Dieser gehörte zum Kesselhaus der Firma Kraft Käse. Bis 1974 produzierte dort das Unternehmen Dittrich + Co, nutzte das Gebäude danach aber nur noch als Lager. Der Kamin, inzwischen baufällig und ein Sicherheitsrisiko, sollte 1976 abgerissen werden. Doch die Störche, die dort Jahr für Jahr nisteten, waren längst ein Wahrzeichen Schwabmünchens.

    Rudolf Dittrich, einer der Firmenchefs, und Bürgermeister Adolf Lettenbauer starteten deshalb die „Aktion Storchennest“. Zusammen mit einer großzügigen Firmenspende kamen 10.000 Mark zusammen. Damit ließ man den Kamin von einer Baufirma stabilisieren. Über die Rettungsaktion wurde damals weltweit berichtet. Bis 1981 kehrten die Störche jedes Jahr zurück, dann blieben sie plötzlich aus.

    Schwabmünchner Storchenpaar brütet im Gewerbegebiet

    Jetzt, nach 45 Jahren, ist wieder ein Storchenpaar da. Es hat sich auf dem Kamin der Firma Schöffel im Gewerbegebiet niedergelassen und brütet dort. Der Kamin sei grundsätzlich in Betrieb, erklärt Christiane Reher, Pressesprecherin von Schöffel Sportbekleidung, doch aktuell habe man die Heizung abgeschaltet. „Während der Brutzeit haben die Störche Vorrang. Wir stehen in engem Kontakt mit regionalen Artenschutzexperten.“

    In rund einem Monat werden die Jungen schlüpfen. Wie viele es sein werden – man darf gespannt sein.
    In rund einem Monat werden die Jungen schlüpfen. Wie viele es sein werden – man darf gespannt sein. Foto: Britta Schaller

    Im Süden des Landkreises gibt es bereits seit Jahren Storchenpaare. In Langerringen und Hiltenfingen nisten sie auf Leitungsmasten, in Gennach auf der Kirche. Paul Schmuck, Storchenbeauftragter des Landesbundes für Vogelschutz im Kreis Augsburg, zählt derzeit rund 30 Paare im Landkreis. Er wird auch das Paar in Schwabmünchen weiterhin beobachten.

    Störche sind „Horsttreu“

    Störche sind übrigens nicht lebenslang ihrem Partner treu, sondern nur ihrem Nest. Jedes Jahr versuchen sie, ihren Horst vom Vorjahr wiederzubesetzen. Treffen sich dabei zufällig die gleichen Partner, paaren sie sich erneut. Störche gelten als Symbol für ein intaktes Ökosystem. Wie die Firma Schöffel künftig mit den Störchen umgehen wird, soll nach der Brutzeit entschieden werden. „Der Schutz der Tiere und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Situation stehen für uns im Mittelpunkt“, teilt das Unternehmen mit. Eine Umsiedlung wäre theoretisch im Herbst möglich. Als Ersatz käme ein Stahlmast in der Nähe infrage.

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