Schlagabtausch beim Brettspiel: Bürgermeisterkandidaten in Königsbrunn kritisieren AVV
Königsbrunn
Nicht nur der AVV wird abgewatscht: So lief der Schlagabtausch der Bürgermeisterkandidaten
Beim Würfelspiel der Redaktion müssen sich die Königsbrunner Lokalpolitiker beweisen. Wie sie sich geschlagen haben, zeigt eine Auswahl von Fragen und Antworten.
Bei einem Würfelspiel mussten die Königsbrunner Bürgermeisterkandidaten Rede und Antwort stehen.Foto: Marcus Merk
Die Frage ist gleich eine Diskussionsfrage. Spielleiter Marco Keitel von der Schwabmünchner Allgemeinen zieht eine Ereigniskarte und fragt: „Ist die Stadt für Kinder attraktiv genug?“ SPD-Kandidat Nicolai Abt ist der Meinung, dass Königsbrunn für Kinder „superattraktiv“ sei. Die Qualität von Kinderspielplätzen und Betreuungseinrichtungen lasse kaum Wünsche offen. Die anderen Kandidaten schließen sich an.
Helmut Schmidt (Grüne) bekommt ein schwieriges Thema: Wie steht um die Bürgerbeteiligung in Königsbrunn? „Wir fordern im Wahlkampf die Bürger auf, sich zu überlegen, was man noch besser machen könnte. Es sollte dauerhaft Möglichkeiten geben, dass sich Bürgerinnen und Bürger einbringen können“, sagte er. Der Kandidat von FDP und der „Herzenssache Königsbrunn, Christian Toth, würden „Kompetenzteams“ bei den jeweiligen Referenten im Stadtrat gefallen. Nicolai Abt wünscht sich mehr Transparenz, um die Politik besser zu erklären. Sein Vorschlag: eine Bürgerfragestunde vor Stadtratssitzungen.
Nicolai Abt findet die Möglichkeiten für Kinder in Königsbrunn "superattraktiv".Foto: Marcus Merk
Die erste persönliche Frage des Spiels geht an Christian Ender, den Kandidaten der Freien Wähler. Wer oder was motiviert ihn zu seinem politischen Engagement? Ender nennt vor allem geopolitische Themen, dazu das Auseinanderdriften der Gesellschaft. „Ich möchte dafür sorgen, dass wieder mit gesundem Menschenverstand, mit Hirn und Herz die Entscheidungen getroffen werden.“
Bürgermeister Franz Feigl erklärte, dass an den Kernaufgaben der Stadt keinesfalls gespart werden dürfe.Foto: Marcus Merk
Haushalt, Bilder im Bürgermeisterbüro und Würfelpech - das Spiel nimmt Fahrt auf
Bürgermeister Franz Feigl (CSU) wird gefragt, woran er, trotz Sparkurs beim gegenwärtigen Haushalt, nicht sparen will. „An den Kernaufgaben wie Kinderbetreuung, Bildung und Wasserversorgung werden wir auf keinen Fall sparen. Es ist immer die Frage, wie viel man sparen kann. Es ist ein Unterschied, ob es Dinge, die „nice to have“ sind, betrifft, oder ob ich in die Substanz eingreife.“
Pech mit dem Würfeln hat dann die AfD-Kandidatin Anita Döbler. Sie kommt auf das Feld „Einbruch bei der Gewerbesteuer“ und muss einmal aussetzen.
Wenn Christian Toth Bürgermeister wird, dann hängt er in seinem Rathausbüro auch ein Bild von Theodor Heuss auf.Foto: Marcus Merk
Christian Toth muss dann erklären, welches Bild er im Bürgermeisterbüro aufhängen würde: „Ganz klar. Das erste Bild wird eines der Familie sein. Das Zweite wird dann ein Bild von Theodor Heuss sein. Ich vertrete sein Motto: Wer weiß, woher er kommt, der weiß, wohin er geht.“ Und somit geht es in die zweite Runde.
Christian Ender erklärte, was ihn zum politischen Engagement antreibt.Foto: Marcus Merk
Persönliche und politische Fragen: Kandidaten kommen ins Gespräch
Spielleiter Marco Keitel fällt auf, dass zu Beginn immer wieder dieselben Felder besetzt werden. Bisher ist noch keine Leserfrage gestellt worden. Dann erwischt es Christian Ender. Der freut sich zunächst über eine „Sechs“, kommt dann aber auf das Feld „Haushaltssperre“ und wird drei Felder zurückgesetzt. Ein Thema sowohl im Spiel als auch bei Leserfragen ist der AVV. Bei den Leistungen des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds sind sich alle Kandidaten einig, dass es dringenden Verbesserungsbedarf gibt.
Anita Döbler wünscht sich mehr Grün in der Stadt.Foto: Marcus Merk
Bürgermeister Feigl muss zwischendurch die persönliche Frage beantworten, welchen Berufswunsch er ursprünglich einmal hatte. Die überraschende Antwort: „Ich wollte Richter werden. Ich habe mit meiner Mutter eine Gerichtsverhandlung besucht. Da hat mich der Richter mit seiner Robe sehr beeindruckt.“ Dann bekommt auch Anita Döbler ihre erste Frage. Es geht darum, ob die Königsbrunner Innenstadt mehr Grün braucht. „Aktuell ja“, sagt Döbler. „Die Bäume in der Stadtmitte sind zwar gepflanzt, aber da ginge sicherlich noch mehr.“ Zusätzlich wünscht sie sich eine parkartige Gestaltung des Marktplatzes als Verbindung zwischen Rathaus und Innenstadt. Christian Toth muss anschließend seinen Lieblingsplatz benennen. „Das sei der Europaplatz“, sagt Toth. „Das ist der einzige Platz in Königsbrunn, der noch funktioniert.“ Eine weitere Leserfrage betrifft ein zentrales Silvesterfeuerwerk. „Längst überfällig“, meint Helmut Schmidt.
Ein zentrales Feuerwerk und ein Böllerverbot an Silvester hält Helmut Schmidt für überfällig.Foto: Marcus Merk
Weitere Themen sind „Kultur und Veranstaltungen“ und „öffentliche Toiletten“. Während der 45 Spielminuten wurden noch einige interessante Fragen gestellt und die Kandidaten bemühten sich, diese ehrlich und sachlich zu beantworten.
Mehr Fragen und Antworten: Wer sich selbst ein Bild von den Königsbrunner Kandidaten und ihren Antworten machen will: In Kürze gibt es Video-Ausschnitte zu „Bürgermeisterkandidat ärgere Dich nicht!“ zu sehen.
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