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Buchlesung Großaitingen: Caro Matzko über psychische Verletzungen und Trauma-Vererbung

Großaitingen

Caro Matzko über Trauma, Vererbung und Selbstfürsorge

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    Caro Matzko liest am 12. Dezember in Großaitingen aus ihrem neuen Buch.
    Caro Matzko liest am 12. Dezember in Großaitingen aus ihrem neuen Buch. Foto: Gerald von Foris

    Caro Matzko ist eine vielseitige Persönlichkeit – bekannt als Journalistin, Autorin, Key-Note-Speakerin und Moderatorin. In ihrem aktuellen Buch „Alte Wut“ setzt sie sich intensiv mit dem Trauma ihres heimatvertriebenen Vaters auseinander. Sie beschreibt, wie dessen Erfahrungen nicht nur ihn und seine politische Haltung prägten, sondern auch direkte Auswirkungen auf ihr eigenes Leben hatten. Am Freitag, 12. Dezember, um 20 Uhr liest Caro Matzko aus ihrem neuen Buch in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Großaitingen. Im Gespräch berichtet sie über ihr Verständnis für die Geschichte ihres Vaters, die Trauma-Vererbung und die Fürsorge für sich selbst und ihre Tochter.

    Sie haben einmal gesagt: „Ich kann das Trauma meines Vaters nicht heilen, aber die Auswirkung auf mich.“ Was meinen Sie damit?

    CARO MATZKO: Viele Menschen haben derzeit eine psychische Erkrankung. Wissenschaftlich wurde bewiesen, dass Trauma in unterschiedlichen Varianten vererbt werden kann. Die Epigenetik kann man nur bedingt manipulieren, aber man kann an der eigenen psychischen Gesundheit arbeiten. Und wenn man es für sich selbst nicht tun möchte, dann für die eigenen Kinder. Ich mache das auch und möchte nicht, dass sich meine Tochter um mich sorgt. Um meine Eltern habe ich mir nämlich sehr viele Sorgen gemacht und mache das auch heute noch. Kinder sind sehr daran interessiert, dass die eigenen Eltern glücklich und gesund sind.

    Ihr Vater hat in seiner eigenen Kindheit bei der Flucht vor den Russen aus Ostpreußen Schlimmes gesehen und erlebt. Sie reisten dorthin zurück. Warum?

    Anfangs wollte ich mit seiner Geschichte überhaupt nichts zu tun haben. Mittlerweile ist mein Blick darauf viel differenzierter. Ich kann die Last seiner Erinnerung sehr gut verstehen. Mein Vater war sehr begeistert von den Spielen der Hitlerjugend, was mein Großvater abgelehnt hat. Aber aus der kindlichen Perspektive heraus gesehen ging es ihm um den Spieltrieb. Zudem war er sehr einsam, weil er wenige Spielgefährten hatte. In der DDR hat er sein Abitur gemacht und ist danach geflohen. Er befand sich in einem radikalen System.

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