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Django Asül in Bobingen: Politisches Kabarett und spannende Einblicke

Bobingen

Django Asül rät: Immer genau hinschauen und hinhören

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    Django Asül nimmt kein Blatt vor den Mund. Am 27. September kommt er nach Bobingen.
    Django Asül nimmt kein Blatt vor den Mund. Am 27. September kommt er nach Bobingen. Foto: Felix Hörhager, dpa

    Django Asül ist ein Schwergewicht des politischen Kabaretts. Das Repertoire des Niederbayers mit türkischen Wurzeln reicht vom politischen Geschehen in Bayern, Deutschland und der Welt bis zu sportlichen und gesellschaftlichen Ereignissen. Derzeit ist er mit seinem Programm „Am Ende vorn“ unterwegs und kommt damit er am Samstag, 27. September, um 20 Uhr auch nach Bobingen in die Singoldhalle. Asül blickt in seinem Programm nicht nur auf das Hier und Jetzt, sondern gerne auch mal auf das Woanders und Später. Sich selbst treu bleiben und gleichzeitig konsequent weiterentwickeln – das sind die Eckpfeiler seines Schaffens.

    Welche Aufgabe kommt dem Kabarett in der Jetzt-Zeit zu?

    Django Asül: Dem Kabarett kommt schon immer die gleiche Aufgabe zu: mit intelligenten und amüsanten Texten und einer eigenen Bühnenpräsenz das Publikum unterhalten. Daran wird sich nie etwas ändern. Wer die Zuhörerschaft belehren will, sollte lieber Dozent an der Volkshochschule werden.

    Nicht hinzuschauen, kann riskant sein

    Sie schauen nicht nur in Live-Programmen, sondern auch in Fernsehsendungen genau hin. Wie wichtig ist es, dass mehr Menschen einen genauen Blick riskieren?

    Asül: Ganz klar: Die Leute sollten unbedingt genau hinschauen und hinhören, wenn ich auf der Bühne stehe! (lacht) Ansonsten würde ich mir nie anmaßen, ungefragt irgendwem zu sagen, wo er oder sie genau hinschauen soll. Aber unter dem Strich ist es natürlich so: Wer sich ein objektives Bild machen will von einem Sachverhalt, muss auch genau hinschauen. Und das ist alles andere als ein Risiko. Viel riskanter ist es, wenn man nicht genau hinschaut. Gerade, wenn es um Dinge geht, die einen selbst betreffen. Denn dann darf ich mich hinterher nicht beschweren über das Resultat. Wer nicht genau aufs Navi achtet, braucht sich nicht wundern, wenn er nicht am Zielort landet. Generell gibt es ja doch einige Themen, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden, weil sie eben den Alltag betreffen. Beispielsweise Gesundheit, Finanzen und all die Menschen im eigenen Umfeld. Da kann man gar nicht zu genau hinschauen. 

    Und warum tun das so wenige Menschen?

    Asül: Ist dem so? Da kann ich jetzt natürlich auch wieder nur über die Leute reden, die ich kenne und mit denen ich regelmäßig zu tun habe. Und die gehören zum Glück nicht zu der Sorte, die mit Scheuklappen oder ignorant durchs Leben geht. Es mag natürlich auch Zeitgenossen geben, die ein so hohes Passiveinkommen haben, dass ihnen alles andere wurscht sein kann. Wenn das ganz viele wären, würde es natürlich bedeuten, dass es doch mehr Leuten als gedacht finanziell sehr gut geht! (lacht)

    Wie bei Django Asül ein Kabarettprogramm entsteht

    Beim Blick in die Welt(-Politik) könnten einem unzählige Themen für ein Kabarettprogramm in den Sinn kommen. Wie grenzen Sie Ihre Themen ein? Warum entscheiden Sie sich für das eine oder andere Thema?

    Asül: Das muss ich in meinem Fall jetzt zweiteilen: Wenn es um meinen alljährlichen Jahresrückblick geht, den ich Dezember/Januar auf Tournee spiele, spielen natürlich alle Themen eine Rolle, die in den Medien groß vorgekommen sind. Das betrifft von Politik über Wirtschaft und Gesellschaft bis Sport so ziemlich alles. Wenn es um meine Soloprogramme geht, ist es oft ein Mix aus privaten Beobachtungen in Kombination mit Dingen, die nicht tagesaktuell sind. Deshalb gibt es glücklicherweise ein großes Publikum, das mich sowohl mit dem Jahresrückblick als auch mit dem Solowerk sehen will, weil es eben zwei komplett verschiedene Baustellen sind. Aber ich kenne auch Einige, die sich nur meinen Rückblick anschauen, weil sie sich dadurch das Jahr über die Zeitungsleserei und Nachrichtenschauerei sparen wollen.

    Macht dieses große Angebot die Arbeit eines Kabarettisten eher schwerer oder leichter? 

    Asül: Ein Programm zu schreiben ist ein bisschen wie ein Puzzle. Am Anfang hocke ich da mit einem Haufen kleinerer und größerer Teile. Und irgendwie kriege ich mit der Zeit ein Gespür dafür, was jetzt ein großes Ganzes ergeben könnte. Jedenfalls versuche ich das jetzt seit 30 Jahren. Bis jetzt gibt mir das Publikum das Gefühl, dass ich das halbwegs hinbekomme. Falls die Begeisterung nur gespielt sein sollte, kann ich meiner Zuschauerschaft nur ein großes Kompliment machen: Ihr seid grandiose Schauspieler!

    „Mir fliegt alles um die Ohren“

    Ihr aktuelles Programm heißt „Am Ende vorn“. Wer wird Ihrer Meinung nach am Ende vorn sein? 

    Asül: Ohne zu viel zu verraten: Es geht darum, wie wir selbst als Einzelne unseren Weg finden, ohne die Gesellschaft aus dem Auge zu verlieren. Und ich gebe natürlich sachdienliche Tipps und zeige es an mir auf, wie das aussehen könnte. Und wie nicht anders zu erwarten: Mir fliegt selbstverständlich wieder mal alles selbst um die Ohren – weil ich so manches dann doch zu subjektiv einordne. Womit wir eigentlich schon wieder am Anfang des Interviews wären: Hätte ich mal genauer hingeschaut.

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