Von 2014 bis Ende April 2026 war Erwin Goßner Bürgermeister von Großaitingen. Er gehörte keiner politischen Partei an und hatte zuletzt für die von ihm gegründete Wählergruppierung „Gemeinsam für Großaitingen“ für das Amt kandidiert.
Die laufenden Amtsgeschäfte haben ihn bis zum letzten Tag vor der Übergabe an Nachfolger Klemens Hutter beschäftigt. So richtig ankommen im Ruhestand und Abstand gewinnen zum beruflichen Alltag werde er wohl erst bei einer Urlaubsreise mit der Familie, vermutet er. Als Urlaubsdomizil hat sich die Familie ein Ferienhaus in Dänemark ausgesucht, wo sie schon öfter die Familienzeit verbrachten, die im Alltag immer zu kurz kommt.
„Ein Wechselbad der Gefühle“
„Momentan in ist es ein Wechselbad der Gefühle, die Erinnerung an erfreuliche Begegnungen und positive Erlebnisse während meiner Amtszeit einerseits, und die Gedanken an eine ungewisse Zukunft im kommenden Lebensabschnitt andererseits. Fest vorgenommen habe ich mir, keine Ziele zu setzen oder langfristig zu planen, sondern die Dinge des Lebens einfach auf mich zukommen zu lassen“, sagt er mit etwas Wehmut, bei der auch die Vorfreude anklingt. Er möchte zunächst keine Verpflichtungen in Vereinen oder Ehrenämtern eingehen, wofür es bereits Anfragen gegeben hat. Allenfalls möchte er sich ungebunden einbringen, wobei er auch an Einrichtungen wie die Nachbarschaftshilfe denkt. Auf jeden Fall will er mehr Raum für die Dinge schaffen, für die er bisher keine Zeit hatte. Da zählt Goßner Haus und Garten, aber auch spontane Fahrradtouren – ohne Elektromotor – mit eigenem Tempo auf. „Ich möchte etwas für Körper und Seele tun, mal ein Buch lesen, weniger kritisch und entspannter sein und einfach die Seele baumeln lassen“, malt er sich für den Ruhestand aus. „Den Tag mit der Tageszeitung bei einem ausgedehnten Frühstück zu beginnen und abends müde und glücklich zu Bett zu gehen, das hat schon etwas“, ergänzt er noch.
An einen neuen Job denkt Goßner nicht
An einen neuen Job denkt der 65-jährige nicht. Nach 20 arbeitsreichen Jahren als Redakteur einer Fachzeitschrift und zwölf intensiven und verantwortungsvollen Jahren als Bürgermeister hat er auch mental das Rentenalter erreicht. „Den Antrieb und die Energie für eine dritte Amtszeit kann und möchte ich nicht mehr aufbringen. Ohne Terminkalender als alles bestimmenden Taktgeber wird mein Leben nicht mehr fremdbestimmt und deutlich ruhiger sein“, erklärt Goßner.
Die Freizeit will er nun genießen. Zu seiner Familie mit Frau und Kindern zählt er auch seine 87-jährige Mutter, mit der er ebenfalls mehr Zeit verbringen will.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren