Wenn sich Ende Juni Fahnenabordnungen, Musik und Feststimmung im Ort vereinen, blickt auch Mickhausen auf eine beeindruckende Geschichte zurück: Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 150-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum, das Tradition, Wandel und den gelebten Zusammenhalt im Ort widerspiegelt.
Gegründet wurde die Wehr am 1. April 1876 mit 31 Mitgliedern, davon 22 aktive und neun passive. Laut dem Protokoll waren es ausschließlich verheiratete Männer zwischen 30 und 45 Jahren. An der Spitze stand damals Konstantin Knorr, gräflicher Rechtsanwalt, als Vorstand und Hauptmann. Unterstützt wurde er vom Adjutanten Peter Gruggenmos, Schriftführer und Kassierer Richard Nille, den Zugführern Georg Rosengart, Richard Lutz und Meinrad Schmid, Hornist Andreas Reiter sowie Zeugwart Alois Müller.
Die erste Ausrüstung: Messinghelme, Gurte und Uniformteile
Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde für damalige Verhältnisse kräftig investiert: 1877 kaufte die junge Wehr ihre Ausrüstung in Ulm, darunter Messinghelme, Gurte und Uniformteile – eine Anschaffung im Wert von 94,75 Mark. Noch im selben Jahr fand die erste Inspektion statt. Doch die Herausforderungen waren groß: Beim ersten dokumentierten Feuer 1887 brannte ein Gebäude vollständig nieder, da Probleme mit der Wasserversorgung bestanden. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Feuerwehr stetig weiter.
1880 wurde ein neues „Requisitenhaus“ eingeweiht, 1902 eine eigene Feuerwehrspritze angeschafft. Trotz politischer Unruhen in den 1930er-Jahren und der nahezu vollständigen Unterbrechung des Dienstbetriebs während des Zweiten Weltkriegs blieb die Wehr ein unverzichtbarer Bestandteil des Dorflebens. Mit dem technischen Fortschritt nach dem Krieg begann eine neue Ära: 1963 kam ein Tragkraftspritzenfahrzeug. Auch der Sicherheitsdienst bei den Bergrennen wurde Mitte der 60er-Jahre übernommen. 1976 bezog die Feuerwehr ihr Gerätehaus unterhalb der Kirche, zwei Jahre später wurde das 100-jährige Bestehen mit einem großen Fest und einem großen Feuerwerk gefeiert.
Auch in jüngerer Zeit bewies die Feuerwehr ihre Anpassungsfähigkeit: Neue Fahrzeuge, moderne Ausrüstung und intensive Ausbildung prägen das Bild. Ein Meilenstein war 2011 die Gründung der ersten Damengruppe. 2016 wurde das Feuerwehrhaus mit 1750 Stunden Eigenleistung umfassend renoviert, zuletzt kam 2024 eine neue Tragkraftspritze hinzu. Aktuell hat die Feuerwehr Mickhausen 168 Mitglieder. Unter den 50 Aktiven sind acht Frauen und sieben Jugendliche.
Großer Festakt zum großen Jubiläum
Musikalisch eröffnet von den Schmuttertaler Musikanten, bildete ein Festakt den Auftakt ins Jubiläumsjahr. Erster Vorsitzender Andreas Zimmermann präsentierte unter anderem Meilensteine der Mickhauser Feuerwehrgeschichte. Ein emotionaler Höhepunkt war die Ernennung von Werner Schorer zum ersten Ehrenmitglied der Vereinsgeschichte. Kreisbrandrat Christian Kannler würdigte Schorer für 50 Jahre aktiven Dienst. Armin Sattelmeier wurde für 40 Jahre Einsatz bereits bei der Generalversammlung der Feuerwehr geehrt. Die Anwesenheit der drei Patenvereine, die Feuerwehren Münster, Siegertshofen und Waldberg-Kreuzanger sowie die Feuerwehr aus Grimoldsried unterstrichen die enge Verbundenheit der Floriansjünger über die Ortsgrenzen hinaus.
Der Blick richtet sich nun auf das große Festwochenende vom 26. bis 28. Juni. Drei Tage lang steht Mickhausen im Zeichen seiner Feuerwehr. Den Auftakt bildet am Freitag ab 18 Uhr der Tag der Vereine und Betriebe, musikalisch umrahmt von der Band „Die Hurlacher“, die mit einem vielseitigen Mix von Blasmusik bis Rock für beste Stimmung sorgt. Der Eintritt ist frei. Am Samstag, 27. Juni, bleibt das Stimmungsbarometer auf höchster Stufe. Um 18 Uhr unterhält zunächst die kleine Blasmusikbesetzung Würfelblech, bevor um 21 Uhr dann der gesellige Partyabend mit Stimmungshits der Allgäuer „Radler-Band“ weiter Fahrt aufnimmt. Wer bis 20 Uhr kommt, zahlt keinen Eintritt, danach kostet es fünf Euro.
Festumzug zum Ausklang
Der Sonntag, 28. Juni, beginnt um 9 Uhr mit einem Frühschoppen, Festgottesdienst (10 Uhr) und anschließendem Mittagstisch, musikalisch gestaltet von den Schmuttertaler Musikanten. Ein Höhepunkt dürfte der große Festumzug am Nachmittag ab 14 Uhr werden, bei dem zahlreiche Vereine und Kapellen durch den Ort ziehen. Im Anschluss sorgt der Fahneneinzug, untermalt vom Musikverein Obergessertshausen, für festliche Atmosphäre im Zelt. Den Ausklang des Jubiläums übernimmt ab 18.30 Uhr der Musikverein „D’ Schwarzachtaler“ aus Waldberg mit zünftiger Blasmusik.
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