Sommerzeit ist Grillzeit – und wenn das Wetter mitspielt, lodern in Gärten und auf Balkonen die Flammen. Spitzenkoch und Bio-Landwirt Ludwig „Lucki“ Maurer ist bekannt für sein Wissen über Fleisch, besonders von Wagyu-Rindern. In der „Singold Whiskey Destillerie“ in Wehringen gab er Kostproben seiner Grillkunst, die er regelrecht zelebriert: Wagyu-Tafelspitz aus dem Smoker, „Tri-Tip“ vom namibischen Simmentaler und „Asado“ vom britischen Lamm. Kenner kamen auf ihre Kosten, Neulinge auf den Geschmack.
Zehn Grill-Tipps von Lucki Maurer
- Zeit nehmen und Holzkohle nutzen. Sie sorgt laut Maurer für den typischen Grillgeschmack.
- Der Gasgrill als Alternative: „Wenn es schnell gehen muss, ist er eine gute Wahl.“
- Die Wurst selbst machen. Mit einem Wurstfüller (ab 120 Euro) geht das einfach und schnell. Maurer: „So weiß man, was drin ist.“
- Fleisch nicht in Saucen ertränken. Röstaromen und eine gute Marinade reichen, erklärt der Koch. Sein Extra-Tipp: Zum Schluss das Grillgut dünn mit Öl oder Glasur bestreichen.
- Geduld bei der Glut. Erst wenn die Kohle weiß glüht, ist die Hitze optimal.
- Getränke passend wählen. „Bier passt zu Würstchen, leichter Rotwein mit Eiswürfeln zu rotem Fleisch an heißen Tagen, Weißwein zu hellem Fleisch und Fisch.“
- In gutes Fleisch investieren. Mit Meersalz, Kräutern wie Rosmarin und Thymian sowie etwas Knoblauch verfeinern. Zum Schluss mit Olivenöl bestreichen.
- Einen Kerntemperaturfühler nutzen. So bleibt die Gartemperatur im Blick – ideal sind laut Maurer 54 Grad.
- Zeit lassen. „Es ist fertig, wenn es fertig ist“, sagt Maurer.
- Gemeinsam genießen. Der perfekte Grillabend lebt von guten Freunden.
Für Maurer, der häufig in Fernsehkochsendungen zu Gast ist, gilt grundsätzlich: Fleisch ist der Star. Überladene Teller mit Salaten und Saucen lehnt er ab. Sein Favorit unter den Grills? Ein Kombigerät aus Herd und Ofen. Mit rund 3500 Euro allerdings kein Schnäppchen.
Grill-Experte in Wehringen: Wieso es „den besten Grill“ gar nicht gibt
Beim Grillfestival in Wehringen war auch Elmar Fetscher. Er gibt das Magazin „Fire&Food“ heraus und gilt als Experte in der Branche. Er verriet, dass es „den besten Grill“ nicht gibt – die Wahl hängt von den Vorlieben ab. Gasgrills seien ideal für regelmäßiges Grillen: schnell heiß, präzise regulierbar, vielseitig. Die Nachteile: hohe Anschaffungskosten und oft unhandlich. Holzkohlegrills würden dagegen den klassischen Geschmack und hohe Temperaturen bieten. Sie seien günstiger, erforderten aber Geduld und Erfahrung beim Anfeuern. Elektrogrills eignen sich laut Fetscher für Balkone: sie sind kompakt, raucharm und „mietvertragstauglich“.
Fetscher empfiehlt, auf Qualität zu achten. Holzkohle- und Elektrogrills gibt es ab 500 Euro, solide Gasgrills ab 700 Euro. Für Enthusiasten gibt es zudem Pelletgrills und die „Plancha“. Pelletgrills arbeiten mit Holzpellets, indirekter Hitze und Umluft – sie seien damit ideal für langsames Garen wie bei Pulled Pork oder Beef Brisket. Die „Plancha“, eine massive Stahlplatte, gart das Grillgut direkt auf der geschlossenen Fläche. Sie verhindert Fettbrand und eignet sich perfekt für „Smashed Burger“. Das ist ein Burger, bei dem das rohe Hackfleisch als lose Kugel auf die extrem heiße Grillplatte gelegt und mit einer schweren Presse flachgedrückt wird.
Wer sich nicht entscheiden kann, dem dürfte Fetschers Tipp entgegenkommen: Wahre Grillfans besitzen mindestens zwei Grills, um die kulinarische Vielfalt und unterschiedliche Zubereitungsarten auf die eigene Terrasse zu bringen. Grillen sei übrigens längst keine Männerdomäne mehr. „Frauen holen auf – und stehen den Herren in nichts nach“, sagt Fetscher.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren