Großaitingen: Sturmerprobte Feuerwehr Großaitingen ist bestens gerüstet
Großaitingen
Sturmerprobte Feuerwehr Großaitingen ist bestens gerüstet
Die meisten Einsätze in Großaitingen waren Hilfeleistungen aufgrund von Unwettern. Auch in Königsbrunn wurde geholfen.
Von Hieronymus Schneider|08.01.24 - aktualisiert:
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Die Ehrung verdienter Feuerwehrleute in Großaitingen.Foto: Hieronymus Schneider
Im vergangenen Jahr hatte die Großaitinger Feuerwehr mit schweren Unwettern zu kämpfen. Bereits im Juni 2022 war die Gemeinde von einem Gewittersturm mit 61 Einsätzen an einem Tag schwer getroffen.
Ganz so schlimm war es 2023 nicht, aber Kommandant Markus Lehle zählte immerhin 26 Einsätze bei einem Gewitter im Juli und beim Hagelunwetter im August auf. Nachdem die Großaitinger Wehr ihre eigenen Einsätze abgearbeitet hatte, halfen sie noch bei der stark betroffenen StadtKönigsbrunn aus. Dafür werden sie demnächst zu einem Helferfest eingeladen.
Die Unwetter-Bilanz im Landkreis Augsburg in Bildern
Der Landkreis Augsburg wird Ende August 2023 von einem Unwetter getroffen. Es ist einer der heftigsten Hagelstürme seit Jahrzehnten. Eindrücke in Bildern.
Die Feuerwehr Großaitingen hat 80 Einsatzkräfte, sechs davon Frauen
Der starke Schneefall Anfang Dezember sorgte nochmals fünf Einsätze. Sieben Brandeinsätze stehen zahlenmäßig weit hinter den 49 technischen Hilfeleistungen. Bei einem Verkehrsunfall auf der Straße nach Kleinaitingen lernte die Großaitinger Wehr erstmals die automatisch vom Auto ausgelöste E-Call-Alarmierung kennen. Der Einsatzrucksack für Türöffnungen war mehrfach im Einsatz und hat sich bestens bewährt.
Mit 80 aktiven Feuerwehrleuten, davon sechs Frauen und eine Anwärterin, ist die Einsatzbereitschaft gut bestellt. Lehle betonte, dass fast die Hälfte davon als Atemschutzgeräteträger ausgebildet ist. Insgesamt wurden 1300 Einsatzstunden geleistet. Bürgermeister Erwin Goßner dankte der Feuerwehr mit ihrem Vorsitzenden Stefan Hutter dafür, dass sich die Großaitinger Einwohner durch ihren Einsatz sicherer fühlen können. Mit der Ausbildung der Jugendfeuerwehr biete sie eine sinnstiftende Freizeitgestaltung an. Derzeit sind 13 Jungen und ein Mädchen bei der Jugendfeuerwehr aktiv. Bei 22 Übungen haben sie die Stufe 1 der „Jugendflamme“ abgelegt.
Künftig werde sich die Feuerwehr laut Goßner infolge des Klimawandels neben Sturmschäden auch auf Waldbrandgefahren bei Trockenzeiten einstellen müssen. Die Feuerwehr ist ein wesentlicher Bestandteil des Gemeindelebens, nimmt an der Fronleichnamsprozession, dem Leonhardiritt, dem Volkstrauertrag und dem Adventsmarkt teil und übernimmt die Verkehrssicherung bei Veranstaltungen, wie der Schriftführer Roland Wetzstein aufzählte.
40 Prozent der Großaitinger Feuerwehrleute sind Maschinisten
Der Zweite Kommandant Roman Grundl sprach die Neubeschaffung des Tanklöschfahrzeugs HLF 20 als zentrales Thema an. In vier Losen wird der Fahrzeugaufbau und die Ausstattung erarbeitet, mit der Auslieferung sei im April 2025 zu rechnen. Mit der Spende von zwei gebrauchten Garagen konnte die Lagerkapazität verbessert werden. Alle Geräte und Einsatzkleidungen wurden mit Barcodes in der Software „MP-Feuer“ erfasst.
Der für Ausbildung und Übungen zuständige Dritte Kommandant Maximilian Schalk berichtete von 44 Übungen mit 1700 Gesamtstunden. Neben drei Lehrgängen bei der Berufsfeuerwehr Augsburg und vier Schulungsabenden war der eigene Maschinisten-Lehrgang an sieben Tagen der Ausbildungshöhepunkt. „Damit sind jetzt 40 Prozent der Feuerwehrleute ausgebildete Maschinisten“, sagte Schalk. Im kommenden Jahr soll der Übungsschwerpunkt auf Einsätze an Elektrofahrzeugen und auf den Umgang mit psychischen Belastungen gelegt werden.
Zusammen mit Bürgermeister Erwin Goßner und Kreisbrandmeister Peter Lenzke ehrte der Vereinsvorsitzende Stefan Hutter sechs Feuerwehrmänner für langjährigen aktiven Dienst. Die Urkunde für 40 Jahre erhielten Ralf Pfister, Johann Mayr, Bernhard Daxbacher und Bernhard Mutzel. Damit verbunden ist eine Woche Aufenthalt im Feuerwehrerholungsheim Bayerisch Gmain. Die Gemeinde übernimmt die Kosten für eine Begleitperson. Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Josef Birzele und in Abwesenheit Michael Leppert geehrt. Die Urkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein bekamen Johann Fischer und Lorenz Ellenrieder für 40 Jahre.