Der in der Bauleitplanung der Nachbargemeinde Wehringen zur Sicherung der Stromversorgung vorgesehene Großbatteriespeicher Aura Power war erneut Thema im Gemeinderat, denn es soll eine Stellungnahme im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung abgegeben werden. Bürgermeister Andreas Reiter und Christoph Hampp von der rechtlichen Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft erläuterten das Projekt, das auf einer Sonderfläche von 9,5 Hektar in der Nähe des Umspannwerkes unmittelbar an der Flurgrenze zu Oberottmarshausen entstehen soll. Die Dimension und vor allem die Höhe des Großbatteriespeichers von 35 Metern stieß auf erhebliche Bedenken im Gemeinderat.
Bürgermeister befürchtet, dass das Ortsbild beeinträchtigt wird
Andreas Reiter wurde deutlich: „Es ist nicht gut, den Nachbarn so eine Anlage an die Grenze hinzusetzen, ohne sie in die Planungen einzubeziehen. Außerdem müssen laufende Parallelverfahren hinsichtlich des Immissionsschutzes der Gesamtbelastung berücksichtigt werden.“ Reiter befürchtet eine Beeinträchtigung des Ortsbildes durch die Anlage, die höher als der Kirchturm ist, und auch eine Schallbelastung durch Pfeif- und Knallgeräusche. Der Gemeinderat war einstimmig dafür, diese Einwände in der öffentlichen Anhörung deutlich zu reklamieren. Dagegen gab es keine Einwände gegen die Errichtung einer Fluchttreppe an einer Schaltwarte und einer Drosselspule mit Fundament, sowie Schall- und Brandschutzwänden beim Umspannwerk.
Nutzungsänderung sorgt für Diskussion
Bei der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Lechfeld im Hergetterfeld östlich der Ulrichkaserne wird ein neuer Niederdruckgasspeicher gebaut. Der Gemeinderat erteilte dazu einstimmig sein Einvernehmen. Größere Bedenken gab es aber beim Antrag zur Ertüchtigung einer tragenden Konstruktion mit Nutzungsänderung.
Es handelt sich um eine ehemalige Landwirtschaft in der Hauptstraße/Rainstraße, mitten im Dorf. Das Anwesen wird seit Jahren als Lagerplatz für Baumaterial genutzt. Nun will der Betreiber eine Außenmauer und eine Überdachung errichten und beantragte eine Nutzungsänderung für ein Baugewerbe. Christoph Hampp erläuterte, dass der gültige Bebauungsplan aus dem Jahr 1962 das Anwesen als Wohngebäude ausweist. In diesem Plan wurde auch ein beidseitiger Gehweg festgesetzt, der aber nie verwirklicht wurde, weil es keine Grundstücksabtretung gab. Es stelle sich nun die Frage, ob das Gebiet als dörfliches Wohngebiet oder als Mischgebiet mit Gewerbeanteilen deklariert werden soll. Es liege aber überwiegende Wohnbebauung vor. Die Gemeinderäte waren der Meinung, dass ein Lagerplatz mit seit Jahren dort aufgestelltem Baukran weder in einem dörflichen Wohngebiet, noch in einem Mischgebiet nachträglich genehmigt werden sollte. Auf Vorschlag des Dritten Bürgermeisters Markus Pfann wurde der Antrag einstimmig abgelehnt mit dem Ziel, eine einvernehmliche Lösung mit dem Bauherrn anzustreben.
Im Kindergarten St. Vitus müssen aus Platzgründen vier Kinder in der Kinderkrippe bleiben, obwohl sie altersgemäß schon in eine Kindergartengruppe könnten. Der Gemeinderat stimmte geschlossen dafür, dass für diese „Korridorkinder“ der Gewichtungsfaktor 2,0 für die Förderung nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz angewandt wird.
Gewerbesteuer spült mehr Geld in die Kassen
Die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2024 wurde vom Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses, Hans Werner Schmitt, erläutert. Haushaltsüberschreitungen in Höhe von etwas mehr als zwei Millionen Euro wurden nachträglich genehmigt. Positiv waren Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer und eine höhere Zuführung zum Verwaltungshaushalt und zu den Rücklagen. Die Jahresrechnung wurde auf rund 10,3 Millionen Euro festgestellt. Die Rücklagen betrugen zum Jahresende 2024 rund 10,5 Millionen Euro. Der Rechnungsabschluss wurde einstimmig genehmigt und Entlastung erteilt.
Abschließend wurden noch zwei Zuschüsse für den Schützenverein Hubertus und den Sportverein TSV bewilligt. Die Hubertusschützen feiern am 12. und 13. September ihr 75-jähriges Jubiläum und wollen dafür ihre Fahne für rund 2800 Euro erneuern. Der Turn- und Sportverein will die Schließanlage des Sportheims grundlegend erneuern. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 12.000 Euro. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass beide Kosten vollständig von der Gemeinde übernommen werden.
Wohnortnahe Hilfe für Menschen in psychischen Krisen
Markus Pfann berichtete von einer Informationsveranstaltung des Krisendienst Schwaben, der wohnortnahe Hilfe für Menschen in psychischen Krisen und psychiatrischen Notlagen anbietet. Die Erreichbarkeit des Krisendienstes unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/6553000 wird in den Informationen der Nachbarschaftshilfe aufgenommen. Stephan Klingler regte an, dass die Termine der Gemeinderatssitzungen auch über den Whats-App-Kanal der Gemeinde bekannt gemacht werden sollen.
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