Immobilien: Diese Zwangsversteigerungen stehen im Juni und Juli 2026 im Landkreis Augsburg an
Landkreis Augsburg
Baugrundstücke von Millionenwert: Was aktuell im Landkreis Augsburg zwangsversteigert wird
Haus, Doppelhaushälfte, Wohnung – aber am meisten ist eine fast leere Fläche wert. Ein Überblick über Immobilien aus dem Kreis Augsburg, die zwangsversteigert werden.
Werden bald zwangsversteigert: Unter anderem Grundstücke in Aystetten (links) sowie eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus in Schwabmünchen (rechts oben) und ein Haus in Emersacker.Foto: Fabian Strehle, Sebastian Richly, Marco Keitel
Es sind ganz unterschiedliche Situationen, die dazu führen können, dass eine Immobilie zwangsversteigert wird. Der Klassiker: Besitzerinnen oder Besitzer können Schulden nicht begleichen. Aber auch, wenn Ex-Eheleute sich nach der Scheidung nicht einigen können, wer das Haus behält oder wie es verkauft werden soll, kann eine Versteigerung die Lösung sein. Oder wenn Erben unterschiedliche Ansichten dazu haben, was mit der hinterlassenen Immobilie passieren soll. Geld lässt sich leichter aufteilen als ein Haus, eine Wohnung oder ein Baugrundstück. Ganz unterschiedlich sind auch die Hintergründe zu den Immobilien aus dem Landkreis Augsburg, die im Juni und Juli unter dem Hammer landen – genauso unterschiedlich wie die Immobilien selbst. Die reichen vom Baugrundstück bis zum Einfamilienhaus. Ein Überblick.
Dreizimmerwohnung in Neusäß: 90 Quadratmeter, 320.000 Euro Verkehrswert
Zu der Wohnung aus dem Jahr 1982 gehört ein Tiefgaragenstellplatz. Den Wert von beidem zusammen schätzt ein Gutachter auf rund 320.000 Euro.
In diesem Haus in Neusäß wird eine Wohnung versteigert.Foto: Sebastian Richly
Einfamilienhaus in Emersacker: 165 Quadratmeter, 470.000 Euro Verkehrswert
Höher geschätzt wird der Wert eines Einfamilienhauses in Emersacker, auf rund 470.000 Euro. Das Gebäude mit Spitzboden und Doppelgarage hat eine Wohnfläche von 165 Quadratmetern, dazu eine Nutzfläche von 101 Quadratmetern im Keller.
Dieses Haus in Emersacker wird versteigert.Foto: Sebastian Richly
Gebaut wurde es im Jahr 1984. Das Grundstück, auf dem das Haus steht, ist 780 Quadratmeter groß. Versteigert wird die Immobilie am Montag, 8. Juni.
Eigentumswohnung in Schwabmünchen: 43 Quadratmeter, 150.000 Euro Verkehrswert
Zwei Wochen später steht eine Eigentumswohnung zur Auktion, am 22. Juni. Sie liegt in Schwabmünchen. Geschätzter Wert inklusive Stellplatz im Parkhaus: etwas mehr als 150.000 Euro.
Den Wert einer Wohnung in diesem Haus in Schwabmünchen schätzt ein Gutachter auf 150.000 Euro. Im Juni wird sie versteigert.Foto: Marco Keitel
Auch eine Loggia und ein Kellerabteil gehören dazu. Gebaut wurde das Gebäude, in dem sie sich befindet, im Jahr 1976. Die Wohnfläche der Zweizimmerwohnung beträgt 43 Quadratmeter.
Doppelhaushälfte in Königsbrunn: 176 Quadratmeter, 610.000 Euro Verkehrswert
Deutlich größer ist die Immobilie aus Königsbrunn, die ebenfalls am 22. Juni versteigert wird. Die unterkellerte Doppelhaushälfte mit Garage mit Holztor und KFZ-Stellplatz bietet 176 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 285 Quadratmeter großen Grundstück.
Gebaut wurde sie 1994. Alles zusammen ist laut Gutachter rund 610.000 Euro wert.
Grundstücke in Aystetten: 2580 Quadratmeter, anderthalb Millionen Euro Verkehrswert
Dass Immobilien in Aystetten beliebt sind, ist kein Geheimnis. Hier leben die Menschen mit den durchschnittlich höchsten Gehältern im Augsburger Land. Weder Wohnungen noch Einfamilienhaus noch Doppelhaushälfte stehen auf den Grundstücken in der Gemeinde, die am Mittwoch, 8. Juli, versteigert werden. Dennoch sind sie laut Einschätzung der Gutachter der mit Abstand wertvollste Punkt dieser Liste.
Nicht wertvoll bebaut, aber viel wert: Mehrere Flächen in Aystetten werden zwangsversteigert.Foto: Fabian Strehle
Die Flächen bilden zusammen ein Bauträger-Grundstück für zwei Doppelhäuser und zwei Einfamilienhäuser. Bisher befindet sich neben Schutt und Material nur ein Teil des Rohbaus einer Doppelhaushälfte darauf.
Ein Rohbau steht, muss aber wohl abgerissen werden.Foto: Fabian Strehle
Bei diesem fallen laut Exposé eine „starke Durchfeuchtung der Bauteile“ sowie „Schimmel- und Moosbildung“ auf. Eine Nutzung des Rohbaus sei wohl nicht möglich, er müsse abgerissen werden, heißt es weiter. Der Gesamtwert der Grundstücke wird auf 1,49 Millionen Euro geschätzt. Sie sind zusammen 2580 Quadratmeter groß.
Wie eine Zwangsversteigerung abläuft und was es vorher zu klären gilt
Sagt einem eine Immobilie zu, sollte man vor dem Versteigerungstermin seine Bank konsultieren, um die mögliche Kredithöhe zu klären – und damit das eigene Limit bei der Versteigerung. Neben dem Puffer für eine eventuelle Sanierung gilt es, Grunderwerbssteuer, Grundbucheintrag und Gebühren zu berücksichtigen
Zehn Prozent des Kaufpreises muss man in der Regel vor der Versteigerung als Bietsicherheit hinterlegen. So soll verhindert werden, dass Menschen ohne ernstes Kaufinteresse mitbieten, um den Preis nach oben zu treiben
Selbst wenn man am Ende der Höchstbietende ist, bedeutet das nicht zwingend den Zuschlag. Dafür muss das Gebot bei mindestens der Hälfte des festgesetzten Verkehrswertes liegen. Gebote zwischen 50 und 70 Prozent des Verkehrswertes kann ein Gläubiger, etwa die Bank, ablehnen. Beide Grenzen gelten in der Regel nur beim ersten Termin und fallen weg, falls es für eine Immobilie mehrere Anläufe für eine Zwangsversteigerung gibt (Quelle: Justizministerium)
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