Zur letzten Versammlung des Abwasserzweckverbands Lechfeld in dieser Wahlperiode hat der Vorsitzende Rudolf Schneider Vertreter des Ingenieurbüros SLI eingeladen, die über den aktuellen Projektstand der Baumaßnahmen an der Kläranlage Lechfeld nordöstlich der Ulrichskaserne im Gemeindegebiet von Oberottmarshausen berichteten. Die 40 Jahre alte Kläranlage wird auf den neuesten Stand gebracht.
Paul Thiel erklärte den Neubau des Faulbehälters und des Gasspeichers. Beim Faulturm wurde die Rohrinstallation im Innenraum und die äußere Dämmung abgeschlossen. Das runde Fundament des Gasspeichers wurde betoniert und in den nächsten Tagen wird der 1000 Kubikmeter fassende Gasspeicher von einer Spezialfirma geschweißt. Dr. Elvira Wild berichtete, dass der Umbau des sogenannten Rohschlammschachts, der den Faulbehälter beschickt, im nächsten Jahr begonnen wird. Die Inbetriebnahme wird dann gemeinsam erfolgen. Die Kosten nur für diese Baumaßnahme belaufen sich auf rund 6,6 Millionen Euro, von den Fördermitteln in Höhe von 1,4 Millionen wurde bisher eine Million abgerufen.
Pumpstation Prittriching: Umbau nach Rohrbruch
Bei der Pumpstation Prittriching ist ein Umbau notwendig. Die Leitung läuft unter dem Lech durch zur Kläranlage. Dort wurde Schwefel-Wasserstoff festgestellt, der vermutlich durch Gärungsprozesse aus einem Rohrbruch entstanden ist. Nach einer Probeentleerung im Mai soll der Umbau im Juni durchgeführt werden. Rudolf Schneider ergänzte, dass die Elektrotechnik der alten Beleuchtungsanlage ausgetauscht wird. Die Photovoltaikanlage deckt den eigenen Stromverbrauch zu 90 Prozent ab und die restlichen Stromkosten wurden aufgrund eines günstigeren Vertrags deutlich reduziert. Als Perspektive für die Fertigstellung der neuen Kläranlage unter laufendem Betrieb nannte er den Zeitraum bis 2028/2029.
Mit der dann auf dem neuesten Stand gebrachten Anlage soll die vierte Reinigungsstufe ermöglicht werden, um möglichst sauberes Wasser in den Lech zurückzuleiten. Die Projekte Klärschlammverwertung und Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser werden weiterhin verfolgt. Das Gesamtprojekt stehe derzeit bei rund 13 Millionen Euro, insgesamt wird die Erneuerung der Kläranlage nach 40 Jahren auf eine Investition von rund 20 Millionen Euro hinauslaufen.
Stromkosten sinken deutlich
Die Kämmerin Karina Steinbrecher stellte die Zahlen des aktuellen Haushalts vor. Die aufzubringende Betriebskostenumlage der Mitgliedsgemeinden wurde auf 2,3 Millionen Euro festgelegt. Die Ausgaben für den Austausch der Leuchtkörper, Absturzsicherungen und Erneuerung und Wartung der Heizung bezifferte sie auf 125.000 Euro. Die Stromkosten können von 300.000 auf 100.000 Euro gesenkt werden. Für die vorgestellten Baumaßnahmen werden im Haushaltsjahr 2026 rund 5,5 Millionen Euro aus dem Vermögenshaushalt veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt durch eine Kreditaufnahme von rund 4,3 Millionen Euro. Weil Ermächtigungen aus den Vorjahren noch nicht ausgeschöpft wurden, wird nur ein Kredit von knapp 1,8 Millionen Euro aufgenommen. Alternativ wäre eine Finanzierung durch Investitionsumlagen der Mitgliedsgemeinden möglich. Die Haushaltssatzung wurde einstimmig beschlossen und die Jahresrechnung 2025 mit einer Gesamtsumme von knapp 7,4 Millionen Euro im Gesamthaushalt festgestellt und Entlastung erteilt.
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