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Landkreis Augsburg: Altersgerechtes Wohnen: Diese Trends setzen sich durch

Landkreis Augsburg

Altersgerechtes Wohnen: Diese Trends setzen sich durch

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    In Langenneufnach entsteht derzeit die Wohnanlage "Staudenblick" mit 38 Wohnungen für altere Menschen.
    In Langenneufnach entsteht derzeit die Wohnanlage "Staudenblick" mit 38 Wohnungen für altere Menschen. Foto: Maximilian Czysz, Archiv

    Die Menschen werden immer älter und es werden immer mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist mehr als jeder fünfte Deutsche älter als 65 Jahre. Irgendwann wird das eigene Häuschen zu groß, die Gartenarbeiten zu anstrengend und der Wocheneinkauf zum Kraftakt. Wer dann keine Unterstützung von Angehörigen, Pflegediensten oder Nachbarn hat, tut sich schwer, den Alltag zu meistern. In ein Altersheim möchten aber die wenigsten Menschen umziehen und hippe Senioren-Wohngemeinschaften sind noch selten. Doch was ist die Alternative? 

    Dieser Trend hat sich im Augsburger Land durchgesetzt

    Altersgerechtes Wohnen heißt der Trend, der sich im Augsburger Land breit macht und durchgesetzt hat. Seniorenresidenzen, Wohnanlagen für beeinträchtigte Menschen, Betreutes Wohnen und ähnliche Bauprojekte sind zuhauf in den vergangenen Jahren in der Region entstanden oder werden gerade gebaut, wie das Projekt „Staudenblick“ in Langenneufnach, das "Haus Tobit" in Schwabmünchen oder die Seniorenwohnanlage in Großaitingen. Vergangenen Freitag war ganz aktuell Richtfest für die "Seniorenresidenz Mauritius" in Obermeitingen. Bauträger haben den demografischen Trend längst erkannt. 

    Mit diesen Tipps vom Experten bauen Sie Ihr Zuhause altersgerecht um

    Ehrenamtliche Wohnberater wie Hans Offinger zeigen Bürgerinnen und Bürgern, wie sie ihr Zuhause altersgerecht umbauen können.
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    8 Bilder
    Für Senioren können in der Wohnung im Alter viele Hindernisse auftauchen. In unserer Bildergalerie zeigen wir, wo die größten Baustellen liegen.

    In diesen Anlagen, die oft in der Nähe des Ortszentrums gebaut werden, dürfen üblicherweise Menschen ab 55 Jahren in kompakte barrierefreie Wohnungen einziehen und sie können bei Bedarf die Unterstützung eines Sozial- oder Pflegedienstes hinzuziehen - ansonsten leben sie unabhängig und selbstbestimmt. Gemeinschaftsräume können aber müssen nicht genutzt werden. Die Sozialdienste organisieren dort mindestens eine gesellige Veranstaltung pro Woche. So finden die Bewohner Anschluss, wenn sie diesen denn wünschen. Die Eigentümer oder Mieter der Wohnungen zahlen für Grundleistungen eine Servicepauschale von etwa 100 Euro. Dafür bekommen sie zum Beispiel einen Notrufknopf und erhalten Hilfe und Beratung beim Kontakt mit Ämtern und Behörden oder beim Ausfüllen von Formularen. Weitere Leistungen wie einen Essenslieferdienst, die Wohnungsreinigung oder einen Wäsche- und Fahrservice können als Wahlleistung hinzugebucht werden. 

    Auf den Bau von betreuten Wohnanlagen hat sich die Firma Layer aus Schwabmünchen spezialisiert und den Wohntrend bereits früh erkannt. So entstanden schon im Jahr 2010 die "Wohnanlage am Wasserturm" in Schwabmünchen und 2012 das "Seniorenzentrum Sonnenschein" in Stadtbergen. Zahlreiche weitere Bauprojekte folgten in der Region. Unter anderem in Haunstetten und Bobingen. Besonders wichtig bei diesen Wohnanlagen ist, dass sich beeinträchtigte Menschen in den oft recht kleinen Wohnungen gut bewegen können. "Es gibt unter anderem breite Türen, Aufzüge vom Keller bis ins Dachgeschoss, elektrische Rollläden, ebenerdige Duschen und Haltegriffe im Sanitärbereich", sagt Geschäftsführerin Marie-Thérèse Layer, die das Unternehmen zusammen mit ihrem Bruder Maximilian führt.

    "Die Leute möchten auch im Alter in ihrer Heimat bleiben"

    In jüngster Zeit baut das Unternehmen auch vermehrt in kleineren Gemeinden wie Wehringen und Langenneufnach. Und das hat Gründe, weiß die Geschäftsführerin: "Die Leute wollen auch im Alter in ihrer Heimat bleiben. Sie möchten nicht aus ihrem Ort wegziehen." Als bekannt wurde, dass die Immobilien- und Baufirma aus Schwabmünchen mitten in den Stauden in einem 1900 Einwohner zählenden Dorf eine Anlage mit 38 Wohnungen baut, habe es einige Skeptiker gegeben, so Marie-Thérèse Layer. Doch der Erfolg gibt ihr Recht. Mehr als zwei Drittel der Wohnungen sind bereits verkauft, obwohl der Bau erst Ende des Jahres fertiggestellt sein wird. 

    Das Thema Wohnen im Alter beschäftigt auch den Landkreis Augsburg, er verfolgt allerdings einen anderen und doch ähnlichen Ansatz: Die Senioren sollen bei diesem Modell nicht umziehen, sondern ihren eigenen Wohnraum altersgerecht und barrierearm gestalten. Denn in 20 Jahren werden in den 46 Städten, Märkten und Gemeinden des Augsburger Lands fast 60 Prozent mehr Menschen über 80 Jahren leben, als das heute der Fall ist. Gleichzeitig werden die Kapazitäten in Altenpflegeeinrichtungen nicht im gleichen Maße mitwachsen können. "Umso wichtiger ist es, dass ältere Menschen, so lange es geht, in den eigenen vier Wänden bleiben können. Um dies zu ermöglichen, muss das Wohnumfeld selbstverständlich an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst sein. Für viele Menschen eine Herausforderung“, sagt Landrat Martin Sailer. Dass altersgerechtes Wohnen im eigenen Zuhause aber nicht zwangsläufig mit großen Umbaumaßnahmen verbunden sein muss, davon können sich Interessierte ab sofort in Stadtbergen überzeugen. Denn dort eröffnete vor wenigen Tagen die erste altersgerechte Musterwohnung in Schwaben. 

    Wohnberater des Landkreises geben Hilfestellung

    „Wir haben uns auf rund 94 Quadratmetern, die sich auf einen Wohnraum mit Küche sowie Essbereich, ein Schlafzimmer, ein Bad, einen Flur, ein Gäste-WC und einen Abstellraum aufteilen, bewusst das Ziel gesetzt, die Lebenswirklichkeit der Menschen abzubilden, die in der Regel keine barrierefreie, rollstuhlgerechte Wohnung haben, aber dennoch mit ihren alters- oder krankheitsbedingten Einschränkungen gut zu Hause leben möchten“, sagt Sailer. 

    Die erste altersgerechte Musterwohnung in Schwaben ist fertig. Am Samstag ist Tag der offenen Tür in Stadtbergen.
    Die erste altersgerechte Musterwohnung in Schwaben ist fertig. Am Samstag ist Tag der offenen Tür in Stadtbergen. Foto: Julia Pietsch

    Die Musterwohnung sei eine große Bereicherung für das Beratungsangebot des Landkreises, das sich nicht nur an ältere Personen und Bauträger, sondern auch an jüngere Menschen richtet, die aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen haben. „Erst im Februar dieses Jahres wurden neue ehrenamtliche Wohnberater geschult, sodass wir jetzt auf 20 Personen zurückgreifen können, die neben den Beratungen bei den Bürgerinnen und Bürgern zu Hause auch in der Musterwohnung tätig werden können“, so Sailer.

    • Info: Interessierte können die Musterwohnungen am "Tag der offenen Tür", am Samstag, 27. April, von 10 bis 15 Uhr besichtigen. Die Wohnung befindet sich in der Bismarckstraße 62 in Stadtbergen.
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