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Landkreis Augsburg: Nach Unwetter: "Bis alle Schäden behoben sind, wird es Monate dauern"

Landkreis Augsburg

Nach Unwetter: "Bis alle Schäden behoben sind, wird es Monate dauern"

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    Die Fassade des Kinos in Königsbrunn hat der Hagel ganz schön mitgenommen.
    Die Fassade des Kinos in Königsbrunn hat der Hagel ganz schön mitgenommen. Foto: Marco Keitel

    Von Walkertshofen über Mickhausen, bis hin zu den zwei größten Städten im südlichen Landkreis Augsburg, Bobingen und Königsbrunn, zieht sich die Spur der Verwüstung nach dem Jahrhundertunwetter Ende August. Besonders hart getroffen hat es die 30.000-Einwohnerstadt Königsbrunn. Neben zahllosen Schäden an Fahrzeugen, Privathäusern und Firmengebäuden wurden auch städtische Liegenschaften stark in Mitleidenschaft gezogen. Allein in der Königsbrunner Eishalle sind 26 Lichtkuppeln beschädigt oder ganz zerstört. Darunter die drei großen Kuppeln auf dem Hauptdach. Wassereinbrüche im Naturmuseum, genauso wie im Lechfeldmuseum, ziehen erst einmal Reparaturen nach sich. Die Einrichtungen mussten geschlossen werden. 

    Die Unwetter-Bilanz im Landkreis Augsburg in Bildern

    Bilder der Zerstörung aus Königsbrunn.
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    69 Bilder
    Der Landkreis Augsburg wird Ende August 2023 von einem Unwetter getroffen. Es ist einer der heftigsten Hagelstürme seit Jahrzehnten. Eindrücke in Bildern.

    Schlimm erwischt hat es die Flächen im Naturschutzgebiet "Königsbrunner Heide". Es wurden viele geschützte Pflanzen und Insektenarten stark in Mitleidenschaft gezogen. Wie sich das auf die Artenvielfalt dort auswirken wird, kann erst nach einer Zählung im nächsten Jahr abgeschätzt werden. Gewaltige Verluste gab es auf den Feldern an Niederwild, Rehen und Vögeln. Wie viele Tiere dort getötet wurden, ist nicht einmal ansatzweise zu schätzen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Przewalskipferde, die am Rande der Heide leben, waren klug genug, unter Bäumen Schutz zu suchen und blieben unverletzt.

    Königsbrunner Bürgermeister lobt die Solidarität nach Unwetter

    Zum Ausmaß der Schäden sagt Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl: "Die städtischen Liegenschaften sind stark betroffen. Bis hier alle Schäden behoben sind, wird es sicher noch viele Wochen und Monate dauern. Die Gesamtkosten sind derzeit noch in keiner Form absehbar." Angesichts der Bewältigung der Notlage in Königsbrunn ist er sehr positiv gestimmt, was in diesen Tagen von den verschiedensten Seiten geleistet wurde. "Unsere Freiwillige Feuerwehr hat direkt nach dem Hagel-Unwetter und auch in den Folgetagen absolut Unglaubliches vollbracht. Die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs sind im Dauereinsatz, um die Spuren zu beseitigen. Und ich schätze es ganz besonders hoch, dass in Königsbrunn an so vielen Stellen nachbarschaftliche Hilfe geleistet wurde."

    Genau wie in Königsbrunn wurde auch Bobingen mit seinen Stadtteilen hart getroffen. Die größten Schäden verursachten hier umgestürzte Bäume - viele davon im Stadtwald. Wasser in Gebäuden, demolierte Fahrzeuge und beschädigte Häuser meldeten Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet. Besonders in und um Reinhartshausen sind etliche ramponierte Fassaden zu sehen. Auch in Straßberg wurden Häuser beschädigt. Dazu gibt es immense Ausfälle auf den landwirtschaftlichen Flächen im Stadtgebiet. Besonders verwüstet wurden der Bobinger Singoldpark, der Friedhof und einige Kinderspielplätze. Diese Bereiche sind zum Teil noch immer gesperrt. 

    Rund 160 Einsätze zum Unwetter hat die Bobinger Feuerwehr abgearbeitet. Die verschiedenen Feuerwehren der umliegenden Gemeinden hätten dabei sehr gut zusammengearbeitet, erklärt Bobingens Bürgermeister Klaus Förster. "Ich möchte mich bei unseren Feuerwehren für die enorme Einsatzbereitschaft und die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren bedanken. Neben den funktionierenden Abläufen und dem unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte ist es auch der Solidarität der Menschen untereinander zu verdanken, dass wir die Situation in Bobingen trotz der teilweise immensen Schäden schnell wieder unter Kontrolle bringen konnten." Eine Schätzung der Schadenshöhe liegt auch in Bobingen noch nicht vor.

    Unwetter im Kreis Augsburg: In Mickhausen stürzten Bäume in die Schmutter

    Große Schäden gab es an Gotteshäusern im Unwettergebiet. Die Liebfrauenkirche im Süden Bobingens hat es besonders hart getroffen. Die Fenster auf der Südseite des denkmalgeschützten Gebäudes wurden komplett zerstört. Sogar die Metallrahmen und die Verankerungen im Mauerwerk hat das Unwetter beschädigt. Ähnliches gilt für die Herrgottsruh-Kapelle und die Kirche St. Wolfgang in Mickhausen. Hier gingen viele Fenster zu Bruch.

    Winterlandschaft mitten im August: Straßen waren in Königsbrunn von Hagelkörnern überzogen.
    Winterlandschaft mitten im August: Straßen waren in Königsbrunn von Hagelkörnern überzogen. Foto: Manuela Bauer

    Ähnliche Berichte wie aus Königsbrunn und Bobingen kommen aus Mickhausen. Die Staudengemeinde wurde, genauso wie die Nachbargemeinden, verwüstet. Sämtliche Fenster der alten Schule wurden zertrümmert, dazu viele Glasscheiben im Schlossvorhof. Hinzu kommen zahlreiche abgebrochene Bäume. Bürgermeister Mirko Kujath sagt, besonders brenzlig sei gewesen, dass viele der Bäume in die Schmutter gestürzt seien und dadurch das Gewässer aufgestaut hätten. Die Feuerwehr habe den Fluss wieder freigemacht. 

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