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Lech: Renaturierung und Kritik an Zustand beschäftigen Obstbauverein

Untermeitingen

Kritik am Zustand des Lech: „Die Natur ist kaputt.“

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    Es ist eine Ehre, als langjähriges Mitglied in einem Verein mit 125-jähriger Geschichte ausgezeichnet zu werden
    Es ist eine Ehre, als langjähriges Mitglied in einem Verein mit 125-jähriger Geschichte ausgezeichnet zu werden Foto: Jürgen Schmidt

    Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Untermeitingen stand ein eindrucksvoller Vortrag der Biogeografin und Fluss-Rangerin Patrizia Majowski vom Verein Lebensraum Lechtal. Auf Einladung von Vorstandsmitglied Wolfgang Pavel war sie in die Imhofhalle gekommen, um über die Renaturierungsmöglichkeiten des Lechs zu sprechen.

    „Mein Interesse für den Lech kommt daher, dass ich sehe, wie der Lech aussieht“, erklärte Majowski zu Beginn ihres lebhaften und mit großer Begeisterung vorgetragenen Referats. Dabei machte sie deutlich, dass sie den Fluss liebe, der Lech heute jedoch kaum noch ein natürlicher Wildfluss sei. „Der Lech ist inzwischen nur noch eine Stauseenkette, ein Hybrid-Gewässer“, sagte sie. Damit beschrieb sie die Mischung aus stehenden Gewässern und nur noch kurzen, frei fließenden Abschnitten. Besonders anschaulich schilderte die Referentin die Situation an der sogenannten Illasschlucht, die oft als schönster Abschnitt des deutschen Lechs bezeichnet wird. Viele Besucher würden dort sagen: „Oh, wie schön die Natur hier ist.“

    Der Eindruck täuscht

    Doch dieser Eindruck täusche, betonte Majowski: „Die Natur ist kaputt.“ Es gibt keine funktionierenden Kiesbänke und keine bewachsenen Bereiche einer echten Wildflusslandschaft mehr. Durch die zahlreichen Staustufen fehle dem Fluss die natürliche Dynamik, sodass er kein Geröll mehr transportieren könne. Trotz dieser kritischen Bestandsaufnahme hob Majowski auch die Schönheit des Lechs hervor. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten hätten dort weiterhin ideale Lebensbedingungen gefunden und sorgten für eine bemerkenswerte biologische Vielfalt.

    Steigendes Interesse an den regionalen Gartenbauvereinen

    Als weiteren Gast begrüßte die Vorsitzende Rosemarie Weckmer den Geschäftsführer des Kreisverbandes Augsburg-Land, Ulrich Grassinger. In seinen Ausführungen betonte Grassinger das steigende Interesse an den regionalen Gartenbauvereinen. Dieses Wachstum zeige, dass viele Hobbygärtner die vielfältigen Angebote – von praktischer Gartenarbeit über Fachvorträge bis hin zu gemeinschaftlichen Aktionen – zu schätzen wissen. Für Grassinger sei dies ein klares Zeichen dafür, dass die Gartenbauvereine mit ihren Aktivitäten „den Nerv der Zeit treffen und immer mehr in das Bewusstsein der Menschen gelangen“.

    Ehrungen beim Obst- und Gartenbauverein

    • Für 25 Jahre: Anneliese Kratz
    • Für 40 Jahre: Luitgart Hanauer und Maria Matz
    • Für 50 Jahre: Erwin Aurbacher, Inge Bauer, Herbert Hammermüller, Lutz Huhnscheid, Hans Meier, Manfred Meck, Anita Reichle, Siegfried Wiedemann, Michael Riess und Xaver Schmid

    Im weiteren Verlauf der Versammlung standen auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf dem Programm. Die Vorsitzende stellte dabei die treuen Mitglieder in den Mittelpunkt und dankte ihnen für ihre langjährige Verbundenheit mit dem inzwischen 324 Mitglieder starken Verein. Zuvor gab Weckmer noch eine personelle Veränderung im Vorstand bekannt: Nach 15 Jahren als Beisitzerin beendet Katarina Hartl ihre Tätigkeit. Ihre Nachfolge übernimmt künftig Karina Körber.

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