Das Klosterlechfelder Festzelt war proppenvoll, die Wärme der ersten richtigen Sommertage sorgte für eine dampfige Atmosphäre. So tat sich Moderator Michael Riedl leicht, die Stimmung anzuheizen. Und die war im Zelt dauerhaft gut, denn die Athleten sorgten, wenn auch ohne große Rekordjagd, mit ihren Leistungen dafür, dass die Zuschauer regelmäßig das Zelt zum Beben brachten.
Der Lechfeldcup 2026 im Steinheben in Bildern
Schon beim ersten Wettkampf – den Auftakt machten die Frauen – sorgte ein Name für frenetischen Jubel. Und das war nicht Sandra Bradley, die vergangenes Jahr im Zelt den 254 Kilogramm schweren Männerstein hochwuchtete und sich damit den Weltrekord holte. Den größten Jubel gab es für Uli Ertl. Die Oberpfälzerin ist beim Steinheben auf dem Lechfeld der heimliche Star. Zum 14. Mal trat sie an, und das mit stolzen 67 Jahren.
Steinheben: Die Hitze machte es den Wettkämpfern nicht leicht
Schon bei den Frauen wurde schnell klar, dass die feucht-heiße Luft im Bierzelt ein Faktor werden kann. Schon die dritte Athletin kippte nach ihrem ersten Versuch um. Schnell war sie wieder auf den Beinen und nach einer kurzen Pause trat sie dann auch zum zweiten Anlauf an. Den Sieg bei den Frauen holte sich Sandra Bradley, auch wenn es an diesem Abend nicht für einen weiteren Anlauf in Richtung Weltrekord reichte.
Emotional wurde es am Ende bei der Bekanntgabe der Gesamtsieger. Dazu werden Eigengewicht, gehobenes Gewicht und Höhe miteinander verrechnet. Da holte sich Sandra Nikifor den zweiten Rang, womit sie nicht gerechnet hatte. Auf der Bühne fiel sie allen um den Hals und auch das eine oder andere Freudentränchen war zu sehen.
Mittelgewicht: Der Titel bleibt in Klosterlechfeld
Einen doppelten Erfolg für die Klosterlechfelder Steinheber gab es im Mittelgewicht. Andreas Jahn, Vorsitzender des Steinhebervereins, holte sich den Titel bei den Männern bis 100 Kilogramm.
Auch der zweite Platz blieb im Verein. Die Schwergewichtler waren die Ersten, die den 254 Kilogramm schweren Lechfeldstein in Richtung der magischen 100 Zentimeter brachten. Wer diese Höhe erreicht, der wird mit zusätzlichem Gewicht auf dem Stein belohnt. Doch diese Marke sollte erst bei den Superschwergewichten fallen.
Superschwergewicht bedeutet mehr als 110 Kilogramm Körpergewicht. Oder 110 Dezibel vom Publikum. Denn nicht nur in Sachen Stärke, sondern auch im Hinblick auf Lautstärke ist die Klasse der Höhepunkt des Abends.
Je näher ein Sportler den 100 Zentimetern kommt, desto lauter wird es im Zelt. Es scheint, als wollen die Zuschauer via Schalldruck den Sportlern das letzte Stück abnehmen. Am Ende sicherte sich Julian Hackl, insgesamt zum vierten Mal, den Sieg beim Lechfeldcup.
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