Lechpark Untermeitingen: Rechtsstreit und Insolvenz erschüttern Zentrum
Untermeitingen
Und wieder steht das Areal an der B17 (fast) leer: Die unendliche Geschichte des Lechparks
Nach der Hoffnung auf einen Neuanfang endete das Engagement von DJ Stefan Egger in einem Rechtsstreit. Ein Blick auf die wechselvolle Geschichte des Untermeitinger Areals.
Früher war der Lechpark als großes Einkaufszentrum konzipiert. Jetzt überwiegt der Leerstand.Foto: Britta Schaller
In den 1990er-Jahren sollte der Lechpark ein modernes Einkaufszentrum auf dem Lechfeld werden – ein ambitioniertes Projekt des damaligen Bauherrn. Doch das 14.000-Quadratmeter-Areal blieb weitgehend leer. Ein Supermarkt, das einstige Lechpark-Kaufhaus und einige wenige Geschäfte zogen in das Areal. Für den meisten Betrieb sorgte die Diskothek PM, die der österreichische DJ Stefan Egger 2012 übernommen hatte. Nach mehreren Besitzerwechseln übernahm der Privatinvestor Zlati Cioca vor rund zehn Jahren das Objekt. Dann kam Corona, und damit musste die Diskothek ebenfalls, zumindest vorübergehend, schließen.
Egger schien der richtige Mann für den Lechpark zu sein. Der Vertrag mit Cioca enthielt eine Kaufoption ebenso wie eine Ausstiegsklausel nach dem ersten Jahr. Egger blieb und investierte nach eigenen Angaben fast eine Million Euro aus seinem Privatvermögen. Mit dem Kauf des Objekts zögerte er noch: „Das war mir nach Corona zu heikel.“ 2023 wurde der Kauf konkreter: Ein Vorvertrag wurde geschlossen. Doch als es um den finalen Abschluss ging, sei Cioca mehrfach nicht beim Notar erschienen, schildert Egger. Er habe daraufhin die Mietzahlungen an Cioca eingestellt, die Mieter leisteten ihre Zahlungen jedoch weiterhin an die Verwaltungs-GmbH. Doch Cioca forderte die ausstehenden Beträge ein, der Streit landete vor Gericht.
Verhandlung am Landgericht in Augsburg
Am 12. Januar entschied das Landgericht Augsburg: Egger muss 1,5 Millionen Euro an Cioca zahlen. „Der Richter erklärte, dass nur ein notarieller Kaufvertrag gültig ist. Der Vorvertrag wurde mir zum Verhängnis“, so Egger. Vier Tage nach dem Urteil, am 16. Januar, meldete Egger die Insolvenz der Lechpark-GmbH an und informierte die Mieter, dass ihre Verträge nicht mehr gültig seien. Auch die Bewohner der beiden Betriebsleiterwohnungen sollten bis Ende Januar ausziehen.
Und was passiert jetzt? „Im Augenblick weiß der Insolvenzverwalter noch nicht, ob die Insolvenzmasse der Lechpark-GmbH nicht sogar über den Mietschulden liegt. Durch die hohen Investitionen und zahlreichen Mieter und Mietverträge könnte der Wert des Objekts jetzt deutlich höher sein“, sagt Egger.
Das Verhältnis zwischen Eigentümer Cioca und Egger scheint zerrüttet. Giovanni Filosa, Betreiber des Restaurants „Ercolano“, kennt Egger lange. Er sagt: „Ich habe viel Geld in mein Lokal investiert und möchte bleiben. Aber es gibt keinen Vertrag. Mit wem auch? Es ist so vieles unklar.“ Ein wenig enttäuscht sei er von Egger, immerhin kenne man sich seit Jahrzehnten.
Die Glastür zum Lechsaal wurde versiegelt. Das Problem ist der fehlende Brandschutz.Foto: Britta Schaller
Streit, Vorwürfe und Beschuldigungen: Vieles liegt offenbar im Argen. Egger wirft den Betreibern des Lechsaals vor, sie hätten die Fluchtwege zugestellt. Sie seien selbst an der Schließung von Amts wegen schuld. „Das Problem ist aber nicht der Brandschutz in unseren Räumlichkeiten, sondern im öffentlichen Bereich des Lechparks. Doch dort hat Stefan Egger trotz regelmäßiger Zusagen nie etwas unternommen“, stellt Serhan Atar, einer der beiden Betreiber, klar.
Probleme mit dem Brandschutz
Egger widerspricht: „Die Betreiber haben die brandschutzrechtlichen Anforderungen nicht erfüllt und mussten den Betrieb einstellen.“ Seit Juni 2025 habe es keinen Kontakt mehr gegeben. Atar und sein Partner hätten viel Geld in den Saal investiert, der bei Abschluss des Mietvertrags einer Baustelle geglichen habe. „Wir fühlen uns von Herrn Egger vorsätzlich getäuscht“, gibt Atar zu verstehen und erklärt: „Wir sind dennoch positiv gestimmt, dass es mit dem Lechsaal weitergeht.“ Doch Mietverträge gibt es derzeit keine. Seit März zahlen die verbliebenen Gewerbetreibenden eine Nutzungsentschädigung an Ciocas Anwalt.
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