Bei der jüngsten Bürgerversammlung in Langerringen wurde erneut ein seit Jahren schwelendes Ärgernis vieler Anwohner vorgebracht. Es geht um die Verkehrsbelastung durch Schwerlasttransporte, die Langerringen als Durchgangsroute auf dem Weg zur B 17 nutzen. Täglich werden Kies- und Holztransporter beobachtet, die aus dem Raum Günzburg, Krumbach, Mindelheim oder Dillingen kommend über Hiltenfingen und Langerringen zur B 17 fahren. Eigentlich ist für den Durchgangsverkehr die Staatsstraße 2027 als Umgehung zur Bundesstraße vorgesehen.
Stattdessen fahren die LKW durch die Hiltenfinger Straße, wo sie drei schmale Brücken und ein Altenheim passieren, und dann weiter durch die Hauptstraße, einem weiteren Altenheim und biegen am Kindergarten in die Schwabmühlhauser Straße ein. Manche Lkw fahren weiter durch die bereits stark beschädigte Hurlacher Straße und das dort neu entstandene Baugebiet. Die meisten nehmen jedoch die Straße Richtung Schwabmühlhausen, um kurz nach dem Ortsende von Langerringen über einen schmalen – für LKW-Begegnungsverkehr nicht geeigneten – asphaltierten Feldweg zur Ortsverbindungsstraße nach Hurlach und weiter zur großen Kiesgrube bei der Kolonie Hurlach oder nach Landsberg zu einem großen Sägewerk zu gelangen.
Belastung: Anwohner zählen mehr als 100 Lastwagen am Tag
Anwohner der Schwabmühlhauser Straße zählten weit über 100 Lkw-Durchfahrten am Tag mit steigender Tendenz. Der Schwerlastverkehr fahre mittlerweile rund um die Uhr von Montag bis Samstag, es gäbe keine Ruhephasen mehr. Sie berichten von beängstigenden Szenen, wenn sich zwei Lkw begegnen. Wenn – wie in weiten Teilen der Schwabmühlhauser Straße gegeben – nur ein Gehweg vorhanden ist, müsse einer von beiden auf diesen ausweichen oder sehr dicht an die Gärten oder Hofeinfahrten heranfahren. Besonders eng wird es beim täglichen morgendlichen Schulbusverkehr und für die Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen. In der Schwabmühlhauser Straße und im angrenzenden Neubaugebiet an der Hurlacher Straße wohnen zahlreiche Schulkinder.
Anfang Mai wurde ein Hund direkt an der Grundstücksgrenze von einem Lkw, der dem Schulbus auswich, erfasst und dutzende Meter mitgeschleift und getötet. Anwohnende Kinder mussten sich das schreckliche Schauspiel mitansehen und sind nachhaltig traumatisiert. Der Lkw-Fahrer hielt es nicht für nötig anzuhalten, reduzierte kurz die Geschwindigkeit und setzte dann seine Fahrt fort. Mit dieser Begebenheit am Telefon konfrontiert, kommentierte ein Mitarbeiter des Fuhrunternehmens gegenüber einer betroffenen Mutter: „Sie könne ja froh sein, dass es nur der Hund und nicht ihre Tochter gewesen wäre.“
Eine Sperrung der Straßen könnte helfen, doch die Nachbargemeinde macht nicht mit
Der Grund, warum sich die Lkw-Fahrer durch die engen Dorfstraßen quälen, kann nur in der Einsparung von Mautgebühren und eventuell einiger Minuten Fahrtzeit vermutet werden. „Doch dafür sollen die Anwohner die Zeche durch Gefährdung ihrer Kinder und Lärmbelästigung sowie die Gemeinde durch kaputte Straßen und Gehwege zahlen. Denn diese sind nicht für 40-Tonner geschaffen worden“, bringen Anwohner die Klagen auf den Punkt. Sie fordern eine Durchfahrbeschränkung für nicht landwirtschaftliche Fahrzeuge über 7,5 Tonnen in der Hiltenfinger- und Hurlacher Straße, sowie auf dem asphaltierten Feldweg zwischen Hurlacher und Schwabmühlhauser Straße. Außerdem – zum Schutz der Schulkinder – Tempo 30 im Bereich der Bushaltestellen. Eine bereits vom Landratsamt Augsburg genehmigte Sperrung scheiterte an der Weigerung der Gemeinde Hurlach, die entsprechende Beschilderung anzubringen. Die Anwohner betonen, dass sich ihre Initiative ausschließlich gegen den vermeidbaren Transitverkehr und nicht gegen den Anlieger- und landwirtschaftlichen Verkehr richtet.
Bürgermeister Marcus Knoll gab zu diesem Thema folgende Stellungnahme ab: „Die ganze Problematik ist bekannt, und die Beschwerde der Anwohner ist berechtigt und vollkommen nachvollziehbar. Wir sind deswegen seit Langem und auch aktuell im Austausch mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde. Die Sperrung der Hurlacher Straße für nichtlandwirtschaftliche Fahrzeuge über 7,5 Tonnen sowie die Sperrung des angesprochenen Feldwegs generell (ausgenommen Landwirtschaft) wurde seitens der Gemeinde als Versuch initiiert, das Problem insgesamt zu lösen und nicht zulasten anderer innerörtlich zu verlagern. Bislang scheitert das an der notwendigen Mitwirkung der Nachbargemeinde Hurlach. Auch mit der Nachbargemeinde laufen allerdings Gespräche und wir hoffen auf eine einvernehmliche Lösung. Einstweilen wurden regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen eingefügt, die noch verdichtet werden sollen.“
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren