Architekt Clemens Frosch wird deutlich, wenn er über die Planungen zum Alten Rathaus in Schwabmünchen spricht. „Wir haben gewisse Überraschungen erlebt“, stellt er klar. „Im ursprünglichen Plan war vieles sehr eng, beim Dach ist die Statik ein Problem“, erklärt der Experte für denkmalgeschützte Bauten. Dadurch seie eine aktualisierte Planung der Sanierung notwendig geworden.
Davon betroffen ist das Erdgeschoss, wo wie geplant in Zukunft eine Gastronomie vorgesehen ist. Auch beim Dach haben sich Änderungen ergeben, erklärt Frosch. Ebenso beim Anbau, bei dem sich vor allem die Optik ändert. Die größten Veränderungen betreffen allerdings den Keller, denn dieser wird aus Platzmangel massiv erweitert.
Für die Gastronomie liegen schon Bewerbungen vor
Dass hauptsächlich im Erdgeschoss und im Keller große Änderungen in den Plänen notwendig sind, hat zwei Gründe, wie Altbürgermeister Lorenz Müller erläutert: „Die ursprüngliche Planung fußt auf einer einfachen Vorplanung. Die Gastronomie soll größer werden, dazu sind auch schon erste Bewerbungen da.“ Die größere Planung im Erdgeschoss hat als Konsequenz, dass Räume in den Keller weichen und dort der Platz erst geschaffen werden muss.
Ehemalige Posthalterei
So wird das Alte Rathaus im Denkmalatlas beschrieben: „Ehemalige Posthalterei der Thurn und Taxis, später Rathaus, zweigeschossiger, traufständiger Satteldachbau mit Putzgliederungen, Giebelgesimsen und östlichem, übergiebeltem Mittelrisalit mit Wappen, um 1727.“ (mcz)
Unverändert bleibt die Lage des Gastraums im Erdgeschoss, der sich weiterhin über die komplette Südseite des Gebäudes zieht. Dafür ist der Küchenbereich vollständig neu geplant. Die Küche an sich ist von der „Vorderseite“ des Gebäudes auf den hinteren Teil gezogen, dort befinden sich auch die Wasseranschlüsse. Zudem wurde eine Spülküche vorgesehen. Auf der Vorderseite sind nun ein Büro, ein Aufenthaltsraum und ein Raum zur Vorbereitung angedacht. Die Planung wurde mit einem Küchenplaner abgestimmt.
Der Keller muss erweitert werden
Durch den neuen Raumbedarf im Erdgeschoss entsteht Platzbedarf für Lager-, Umkleide- und Sanitärräume. Der Raum dafür soll im Keller entstehen. Bislang waren dort nur die öffentliche Toilette und weitere kleine Räume vorgesehen. Aus diesem Grund wird der südliche Teil nun nachträglich unterkellert. Damit werden rund 90 Quadratmeter Fläche gewonnen. Derzeit wird der Bereich an der Südseite für die Baumaßnahmen vorbereitet.
Probleme hat die Statik der Dachkonstruktion bereitet. „Dessen Tragkraft ist an der Grenze“, so Planer Clemens Frosch. „Mit der vorhergesehenen Dämmung und den üblichen Biberschwanzplatten wäre diese überschritten worden.“ Daher wird die Wärmedämmung reduziert und auch die Eindeckung selbst dünner. Dies reduziert zwar die Wärmedämmung, ist aber dem Planer zufolge die beste Lösung. „Sonst würden die Kosten steigen und der Dachstuhl wäre nicht mehr sichtbar“, erklärt Frosch.
Der Anbau bekommt eine luftige Hülle aus Metall
Geändert haben sich auch die Planungen für den Anbau. Dieser dient als Zugang zum Aufzug und soll ein zweiter Fluchtweg sein. Die optische Anpassung lässt das Aussehen des Turms „ruhiger“ wirken, so Experte Clemens Frosch. Dies soll mit einem Meshgewebe aus Metall erreicht werden. „Das ist leicht transparent und hält so wesentliche Teile von Regen oder Schnee ab“, so der Planer. Angepasst wurde auch die Planung für die Außentreppe. Diese verläuft nicht mehr gewendelt nach oben. Vorgesehen sind jetzt Podeste, was die Barrierefreiheit verbessern soll. Seitens der Städtebauförderung und des Denkmalschutzes wurden die Änderungen positiv aufgenommen. Positiv sieht Lorenz Müller den Umstand, „dass die entstehenden Mehrkosten wohl mit gefördert werden.“ Wie hoch diese Kosten sind, wurde bislang nicht beziffert.
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