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Schwabmünchen: Stadtgeschichte neu entdecken beim Stadtrundgang im Mai 2026

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Von Mantahinga bis Schwabmünchen: eine Stadtführung der besonderen Art

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    Ein Stadtrundgang durch die Zeit und viele Interessenten – rund 40 Teilnehmer trafen sich bereits zur ersten Führung am Vormittag.
    Ein Stadtrundgang durch die Zeit und viele Interessenten – rund 40 Teilnehmer trafen sich bereits zur ersten Führung am Vormittag. Foto: Britta Schaller

    Am Tag der Städtebauförderung gab es in Schwabmünchen eine besondere Stadtführung. Sie stand unter dem Motto „Stadtrundgang mit historischem Tiefgang“. Annika Bast von der Werbegemeinschaft führte die Teilnehmer mit viel Hintergrundwissen und historischem Kontext durch die Stadt.

    Großes Interesse auch bei Ur-Schwabmünchnern

    Die beiden Führungen am Vor- und Nachmittag stießen auf großes Interesse. Rund 40 Teilnehmer pro Führung sprengten beinahe den Rahmen. Am Vormittag begleitete Altbürgermeister Lorenz Müller den Rundgang, am Nachmittag Bürgermeister Benjamin Schorer. Beide erklärten viel zu den städtebaulichen Förderungen, von denen auch Schwabmünchen profitierte. Emotionale Geschichten erzählte zudem Urgestein Heinz Egger.

    Die Teilnehmer waren bunt gemischt. Alteingesessene steuerten viele Geschichten aus Kindheit und Jugend bei. Dazu kamen Nicht-Schwabmünchner und Zugezogene, die sich für die Geschichte der Stadt interessieren. Für die Ur-Schwabmünchner war der Rundgang vor allem ein Spaziergang durch vergangene Zeiten mit vielen emotionalen und authentischen Erinnerungen.

    Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte

    Statt der ursprünglich angesetzten rund 60 Minuten dauerte die Tour am Ende fast drei Stunden. Annika Bast lebt seit acht Jahren in der Singoldstadt und hat sich intensiv mit der Stadtgeschichte auseinandergesetzt. So hörten die Teilnehmer interessiert zu, als Bast tiefer in die Geschichte eintauchte und ins Jahr 954 zurückging. Damals wurde Schwabmünchen erstmals als „Castellum Mantahinga“ in einer Biografie des Augsburger Bischofs Ulrich erwähnt. 1562 wurde der Ort zur Marktgemeinde erhoben. Zwischen 1804 und 1806 kam die Stadt unter bayerische Herrschaft.

    Wie die Stadt Schwabmünchen zu ihrem Namen kam

    Die Entwicklung von Mantahinga zu Schwabmünchen war übrigens ein langer sprachlicher Prozess. Er vollzog sich im Wesentlichen bis zum 13. und 14. Jahrhundert. Über Zwischenformen wie Mantichingen, Mantechingen und Swabenmenchingen entstand schließlich der heutige Name.

    Emotional und authentisch war die Führung dank Urgestein Heinz Egger. Screenshot
    Emotional und authentisch war die Führung dank Urgestein Heinz Egger. Screenshot Foto: Britta Schaller

    Die Führung begann am Museum in der Holzheystraße, einem ehemaligen Schulhaus. Schon an der ersten Station wurden bei den älteren Teilnehmern Erinnerungen wach. Weiter ging es zum Wasserturm, einem herausragenden Bauwerk. Er wurde 1910 errichtet und ist bis heute in Betrieb. Von dem 45 Meter hohen Turm führte der Weg zu ehemaligen Schulhäusern. An der Holzheystraße kam das sicher dunkelste Kapitel der Stadt, die Bombardierung am 4. März 1945, ins Gespräch. Zeitzeugen berichteten ihre Erinnerung an diesen und die folgenden Tage. Über die bekannten Hexentürme aus dem 16. Jahrhundert, um die sich viele Legenden ranken, ging es in den Rathausgarten.

    Dort erzählte Stadtführerin Annika Bast kurzweilig vom ehemaligen Pflegamt, von der einstigen Gaststätte Rosenau sowie von den zahlreichen früheren Braustätten und Brauhäusern der Stadt. Altbürgermeister Müller und sein Nachfolger Schorer lieferten dazu Informationen zur Förderung einzelner Projekte. Über den Schrannenplatz, wo einst die Brauerei Gossner beheimatet war, ging es zur Geyerburg, die erstmals 1441 schriftlich erwähnt wurde.

    Ein Blick ins Alte Rathaus gegenwärtig nicht möglich

    Durch den Rathausgarten führte der Rundgang schließlich zum Endpunkt, der Neuen Mitte mit der Baustelle des Alten Rathauses. „Leider ist es uns nun doch nicht möglich, einen Blick in die Baustelle im Alten Rathaus zu werfen. Aus Sicherheitsgründen muss dieser Programmpunkt entfallen“, sagte Bast. Doch auch ohne diesen Höhepunkt war die Führung ein großer Erfolg, nicht zuletzt dank der vielen Geschichten und Episoden der Teilnehmer. Über eine Fortsetzung wird nachgedacht.

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