Die Spie-MLB GmbH im Bobinger Industriepark soll bis Ende August schließen. Fast 100 Arbeitnehmer sind betroffen. Bei einer Versammlung wurde die Belegschaft in dieser Woche informiert.
Betriebsleiter Kai Nepolsky erklärte die Entscheidung: Die Gesellschafter der SPIE GmbH hätten beschlossen, dem finanziell angeschlagenen Unternehmen keine weitere finanzielle Unterstützung mehr zukommen zu lassen. Es sei die Liquidation des Betriebes zum 30. August angeordnet worden. Das Unternehmen, das Dienstleistungen für die produzierenden Standortbetriebe Indorama Ventures Fibers GmbH, Johns Manville und Perlon Nextrusion Monofil GmbH anbietet, hat nach Angaben der Geschäftsführung bisher keinen Übernehmer gefunden.
Vorwurf der Gewerkschaft: Es werde verbrannte Erde hinterlassen
Der Betriebsrat und die IGBCE Augsburg haben zusammen mit dem renommierten Augsburger Rechtsanwalt Alexander Nerlinger die Verhandlungen um einen Interessenausgleich und Sozialplan geführt. „Das finanzielle Ergebnis dieser Regelungen ist okay“, sagt Torsten Falke, Bezirksleiter der IGBCE. Trotzdem hinterlasse SPIE in Bobingen nur verbrannte Erde. Ein Aspekt sei für die Arbeitnehmervertreter besonders bedrückend.
Für den Bereich der Spinndüsenaufbereitung, die Ausbildungswerkstatt und Teile von Werkstattbetrieben zur Anlagenwartung der Produktionsbetriebe seien bisher keine Übernehmer gefunden worden. In Werkstatt hatten in Spitzenzeiten mehr als 100 Auszubildende gerabeitet. Die Geschäftsführung der SPIE-MLB habe nach Aussagen des Betriebsrates die Arbeitnehmervertretungen immer wieder mit der Aussage hingehalten, dass eine Übernahme durch externe Interessenten kurz bevorstehe. Ob die Betreibergesellschaft des Industrieparks, die IWB GmbH, noch eine Übernahme anbietet, sei aktuell mehr als fraglich. Das teilt die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) mit.
Gewerkschaft: Geschäftsführung halte sich bedeckt
Laut der Gewerkschaft hält sich die dortige Geschäftsführung momentan bedeckt, führe zwar einzelne Gespräche mit Mitarbeitenden. Es gebe aber kein mit der Arbeitnehmervertretung kommuniziertes Konzept für die Übernahmen. Vertreter der IGBCE und des Betriebsrates haben in der Zwischenzeit Landrat Martin Sailer und Vertreter der IHK und der Agentur für Arbeit um Hilfe gebeten. Immerhin bietet der Standort bisher für den ganzen südlichen Landkreis Augsburg Dienstleistungen der Ausbildungswerkstatt an.
Laut Ausbildern sind bis zu 40 Firmen (teils Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe) aus der Region bisher auf die Modulausbildung aus Bobingen angewiesen. Außerdem müssen noch zehn Auszubildende der SPIE MLB noch einen Ausbildungsplatz erhalten, damit sie die begonnene Ausbildung zu Ende führen können.
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