Der EHC Königsbrunn feierte am Freitag einen gelungenen Einstand in die Play-offs der Saison 2025/2026. In der Serie Best-of-Seven besiegten die Brunnenstädter die Peißenberg Miners in der heimischen Pharmpur EISARENA mit 3:2 nach Verlängerung und holten sich damit den ersten Sieg. Die Partie startete turbulent.
Nach gerade mal 40 Sekunden zog Peißenberg gleich die erste Strafzeit, der EHC früh mit der ersten Überzahlsituation. Statt ein Tor zu erzielen, kassierte der EHC in der zweiten Spielminute das 0:1, nach einem schnellen Gegenstoß legte Weiland Parrish die Scheibe mit einem No-Look-Pass auf Ryan Murphy ab, der die Scheibe dann im Königsbrunner Gehäuse versenkte. Die zahlreich mitgereisten Peißenberger hatten allerdings nur kurz Grund zum Jubeln, denn 35 Sekunden später fiel der Ausgleich. Beim Überzahlspiel landete die Scheibe bei Dominic Erdt, der sich nicht zweimal bitten ließ und den Puck ins Tor von Xaver Nagel zimmerte. Die Partie wurde intensiv geführt, mit Chancen auf beiden Seiten. Weitere Treffer fielen aber keine, so dass es mit dem leistungsgerechten 1:1 ein erstes Mal in die Kabinen ging.
Eishockey: Königsbrunn muss schwierige Situation meistern
Im Mittelabschnitt musste der EHC zunächst in doppelter Unterzahl antreten, doch Königsbrunn verteidigte leidenschaftlich. In der 26. Spielminute verhinderte nur der Außenpfosten einen Treffer durch Marco Riedl, gleich danach kassierten die Miners für einen Bandencheck eine fünfminütige Strafe. Der EHC verpasste es aber, ein Tor nachzulegen. Es blieb ein hochintensiver Kampf auf Augenhöhe, bei dem um jeden Quadratzentimeter gekämpft wurde. Königsbrunn betrieb Chancenwucher, die Miners kassierten dann eine weitere fünfminütige Strafe, erneut wegen Bandencheck. Aber auch Marc Streicher musste mit auf die Strafbank, es ging nun Vier gegen Vier weiter. Den nächsten Treffer markierte der EHC, in der 36. Spielminute legte Johann Lorraine den Puck für Stefan Rodrigues ab, der einfach mal Maß nahm und die Scheibe über die Schulter des Goalies ins Kreuzeck nagelte. Königsbrunn blieb weiter in Überzahl und hatte in der 39. Spielminute eine weitere gute Chance, Zählbares sprang aber nicht dabei heraus.
Im letzten Spielabschnitt bejubelten die Königsbrunner Fans Johan Lorraine, der die Scheibe im Peißenberger Tor versenkte. Doch der EHC hatte einen Mann zuviel auf dem Eis, so dass es statt einem weiteren Tor eine Strafzeit setzte. In der 43. Spielminute hatte Clay Ellerbrock bei einer Zwei auf Eins Chance das 3:1 auf dem Schläger, doch der Puck wollte nicht ins Tor. Die Miners machten es besser und legten in der 46. Spielminute und in Überzahl den 2:2 Ausgleich nach. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, in der 54. Spielminute traf Dejan Vogl nur die Latte. Nach 60 Spielminuten stand es immer noch 2:2, so dass es danach in die Overtime ging.
Ein Schlagschuss bringt Königsbrunn den Sieg
Beide Teams mussten nun mit jeweils vier Feldspielern für zehn Minuten die Entscheidung suchen. Nachdem Dejan Vogl für einen Bandencheck an Marco Sternheimer für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde, hatten die Brunnenstädter erneut Überzahl. Dieses Mal konnte der EHC den Vorteil nutzen, obwohl der Peißenberger Keeper eine erste Großchance zunichte machte. Einen Schlagschuss von Hugo Turcotte konnte er aber nicht mehr abwehren, der EHC Königsbrunn gewann somit in der 64. Spielminute durch Sudden Death.
Es war ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, bei dem am Ende die Königsbrunner das bessere Ende für sich hatten. Coach Bobby Linke war heilfroh über den Sieg, die Partie war nichts für schwache Nerven: „Ich habe die Begegnung so erwartet, gegen einen Gegner, der durch die Pre-Play-offs voll im Spiel ist. Peißenberg war im Wettkampf-Modus, wir haben Zeit gebraucht, um den Kampf anzunehmen. Es wurde noch nicht die Härte geführt, die jeder erwartet hatte, das ist aber auch völlig in Ordnung so. Wir haben zuerst nicht gut verteidigt, bekommen den ersten Treffer und waren da zu schlampig. Offensiv hatten wir unsere Möglichkeiten, haben aber zu wenig daraus gemacht. Im zweiten Abschnitt haben wir besser gespielt. Allerdings konnten wir aus unseren Überzahlsituationen kein Kapital schlagen. Unsere Passqualität war heute erschreckend schwach. Im letzten Drittel ging das Spiel dann hin und her, da hätten es beide Seiten für sich entscheiden können. Zum Glück hatten wir in der Overtime die zündende Idee. Wir haben gute Moral bewiesen, an uns geglaubt und uns in die Partie reingearbeitet. Am Sonntag geht es in der Peißenberger Hölle weiter, da starten wir wieder bei Null.“ (AZ)
Tore: 0:1 Parrish (Vogl) (2.), 1:1 Erdt (Lorraine) (2.), 2:1 Rodrigues (Lorraine, Erdt) (37.), 2:2 Parrish (Murphy, Haloda) (46.), 3:2 Turcotte (Lorraine, Erdt) (64.) - Strafminuten: EHC Königsbrunn 26, Peißenberg 22 - Zuschauer: 1012
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