Unfassbares Glück hatte Ignaz Hüttl vor 70 Jahren empfunden. Er saß im Wartezimmer seines Schwabmünchner Zahnarztes und las eine Zeitschrift. So weit so normal. Plötzlich entdeckte er auf einem Hochzeitsfoto das Bild seines Neffen - der galt aber als tot. Der Neffe war nach dem Krieg in einem Gefangenenlager in Sibirien. Seine in Deutschland lebende Familie ging davon aus, dass er nicht überlebt hatte. Der Kontakt von Russland nach Deutschland war zu dieser Zeit kaum aufrechtzuerhalten, und die wenigen Briefe, die sie ausgetauscht wurden, waren nicht verheißungsvoll. Umso überraschender das Hochzeitsbild und das damit verbundene Lebenszeichen seines Neffen. Hüttl konnte sein Glück kaum fassen, rannte zum Arzt und kaufte ihm die Zeitschrift ab. Ob es später ein Wiedersehen gab, wurde nicht berichtet.
Landkreis Augsburg
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