Vor zwei Wochen ist Larisa B. aus Wehringen verschwunden. Noch immer fehlt von der 60-Jährigen jede Spur. Am Donnerstagvormittag stiegen Taucher der Bereitschaftspolizei Dachau in die Wertach. Sie suchten unter anderem den Rechen des Kraftwerks zwischen Wehringen und Bobingen ab.
Die Spezialisten der technischen Einsatzeinheit rückten am Morgen mit einem Sonderfahrzeug an. Die Taucher wurden mit einem Boot zur Staumauer gebracht. Dort ließen sie sich ins mit Herbstlaub bedeckte Wasser fallen und suchten den Bereich am Kraftwerk ab. Die Tauchergruppe hat ein breites Einsatzgebiet: Sie wird nicht nur bei der Vermisstensuche gerufen, sondern auch, wenn es im Wasser um Beweismittel geht. Sie sichern bei ihren Einsätzen auch entsorgtes Diebesgut: Das können zum Beispiel Tresore sein, die Kriminelle im Wasser verschwinden lassen. Vor einem halben Jahr war die Tauchergruppe, die zu den technischen Einsatzeinheiten der Polizei gehört, in der Donau gefordert: Dort wurde nach einem vermissten Feuerwehrmann gesucht. Der Freiwillige war beim Hochwasser im Juni 2024 aus einem Boot gefallen. Von ihm fehlt ebenso wie von Larisa B. jede Spur.
Hundertschaft, Drohne, Hunde, Taucher suchten nach vermisster Wehringerin
Vor einer Woche wurde die Wertach zwischen Wehringen und Bobingen schon einmal abgesucht. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei durchkämmte in den Tagen darauf die Uferstreifen. Auch eine Drohne wurde eingesetzt. Die Suche mit Hunden blieb ebenfalls ohne Ergebnis. Die Söhne der 60-Jährigen hängten in Wehringen Zettel auf. Darauf steht: „Bitte helft uns, unsere Mama wiederzufinden. Wir sind über jeden Hinweis dankbar.“ Abgebildet sind zwei Fotos der Mutter. Sie ist 165 Zentimeter groß, hat eine kräftige Statur und dunkelblondes Haar.
Zuletzt am Tag der Deutschen Einheit gesehen
Das letzte Lebenszeichen von Larisa B. gab es am 3. Oktober an ihrer Wehringer Wohnadresse. Laut ihren Söhnen ist nicht bekannt, wie sie bekleidet war. Es sei möglich, dass sie ihre Wanderschuhe angezogen hatte. Laut Polizei ließ sie ihr Handy und weitere persönliche Gegenstände zu Hause zurück. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die 60-Jährige in einer hilflosen Lage befindet.
Laut Polizei sind weitere Suchaktionen geplant. Wie stehen die Chancen, dass eine davon erfolgreich ist? Eine Sprecherin des Präsidiums teilt mit: „Eine belastbare Aussage hierzu ist nicht möglich, da jeder Einzelfall unterschiedlich zu bewerten ist.“ Die Beamten hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Sie ermitteln in alle Richtungen. „Die Polizei schöpft zur Abwehr von Gefahren für Gesundheit, Leib oder Leben die gesamte Bandbreite an geeigneten Maßnahmen aus.“ Zwischen allen eingesetzten Kräften gebe es einen engen Austausch. (mit mjk)
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