Pfarrer Hubert Ratzinger und der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der Pfarreiengemeinschaft Großaitingen starteten im vergangenen Sommer eine Umfrage mit der brisanten Fragestellung: „Gibt es noch Hoffnung für Kirchen und Pfarreien?“. Dieses Thema beschäftigt viele Gläubige angesichts zunehmender Kirchenaustritte und immer weniger werdenden Gottesdienstbesuchern. Die Gemeinschaft umfasst die Pfarreien Großaitingen, Wehringen, Kleinaitingen, Oberottmarshausen und Reinhartshofen und das sind rund 7.000 Menschen. Davon haben 93 den Fragebogen ausgefüllt und zurückgesandt. Nicht ganz so viele kamen auch zur Vorstellung der Umfrageergebnisse in den Oberottmarshauser Pfarrsaal. Beim Austausch über Perspektiven für lebendige Gemeinden zeigte sich das große Engagement dieser in ganz verschiedenen Funktionen in den jeweiligen Gemeinden bereits aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trotz Zusammenlegung finden in allen fünf Gemeinden noch regelmäßig Gottesdienste und Angebote für Krabbelgruppen, Jugend, Senioren und Chöre statt. „Doch uns fehlen Frauen und Männer zwischen 45 und 55 Jahren“, lautete eine Aussage der Umfrage. Als mögliche Ursachen für Kirchenaustritte oder stillen Rückzug wurden die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle und deren Aufarbeitung, sowie einseitige Haltungen der Kirche zu Abtreibung, Sexualität und „queeren“ Menschen genannt. Pfarrer Ratzinger ergänzte, dass oft auch finanzielle Notlagen zum Austritt führen, um die Kirchensteuer zu sparen.
Oberottmarshausen
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren