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Fußball-EM
12.06.2021

Nur 1:1 gegen Wales: Schweiz vergibt EM-Auftaktsieg

Breel Embolo (Mitte) aus der Schweiz trifft per Kopfball zum 0:1 gegen Wales.
Foto: Naomi Baker/Getty Pool/AP, dpa

Die Schweiz hat in ihrem ersten Spiel der Fußball-EM einen Sieg verschenkt. Die Eidgenossen kamen trotz Führung nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Außenseiter Wales hinaus.

Trotz klarer Überlegenheit und Chancenvorteile hat die Schweiz einen Topstart in die Fußball-EM leichtfertig verspielt. Im Duell mit Wales reichte es für die Eidgenossen am Samstag in Baku nur zu einem 1:1 (1:0). Kieffer Moore rettete dem erst in der Schlussphase aufkommenden Halbfinalisten von 2016 mit seinem Ausgleichstor in der 74. Minute einen glücklichen Punkt.

Zuvor hatte Breel Embolo (49.) vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach die Schweizer in Führung geköpft. Das Team von Trainer Vladimir Petkovic steht damit im zweiten Gruppenspiel gegen EM-Auftaktsieger Italien am kommenden Mittwoch bereits unter Druck. Wales trifft dann auf die Türkei.

Fußball-EM 2021: Schweiz und Wales waren zunächst risikoscheu

Fünf Minuten vor Ultimo fühlten sich die Schweizer kurz als Sieger, als der eingewechselte Mario Gavranovic mit seiner ersten Ballberührung traf. Der Schütze stand beim Abschluss jedoch knapp im Abseits, weshalb der Treffer nach Videobeweis keine Anerkennung fand. In der 90. Minute scheiterte Embolo mit einem Kopfball am starken Wales-Keeper Danny Ward. 

Bei sommerlichen Temperaturen bemühten sich beide Teams von Beginn an um offensive Akzente, scheuten dabei aber zunächst das große Risiko. Die erste Chance gehörte den Walisern, die bei ihrer EM-Premiere 2016 überraschend das Halbfinale erreicht hatten. Nach einer Flanke von Daniel James kam der bullige Moore vom englischen Zweitligisten Cardiff City frei zum Kopfball, scheiterte aber am glänzend reagierenden Yann Sommer im Schweizer Tor. 

Kieffer Moore (rechts) aus Wales trifft zum 1:1 gegen die Schweiz.
Foto: Dan Mullan/Getty Pool/AP, dpa

Die Eidgenossen hatten zwar etwas mehr Spielanteile, taten sich gegen die gut gestaffelte Defensive der Insel-Kicker aber schwer. Die erste Chance gab es fast zwangsläufig durch eine Standardsituation. Eine Ecke verlängerte Innenverteidiger Fabian Schär gekonnt mit der Hacke, doch Ward rettete mit einer starken Fußparade. 

In der Folge wurden die Schweizer dominanter und verzeichneten durch den Ex-Frankfurter Haris Seferovic eine weitere Gelegenheit. Der Stürmer von Benfica Lissabon verfehlte mit seinem Schuss aber knapp das Ziel. Kurz vor der Pause tauchte Seferovic frei vor dem Tor auf, konnte die gute Vorarbeit von Embolo aber nicht verwerten. 

Schweiz gegen Wales: Am Ende des EM-Spiels gab es keinen Sieger

Dazwischen gab es viel Leerlauf. Die tiefstehenden Waliser, bei denen Trainer Ryan Giggs wegen eines anstehenden Gerichtsprozesses die EM nur aus der Ferne verfolgen kann, boten kaum Räume und suchten selbst nur noch sporadisch den Weg nach vorne. Den Schweizern fehlte es an Ideen und der nötigen Präzision.  

Nach dem Wechsel legten die Schweizer einen furiosen Start hin. Zunächst scheiterte Embolo nach einem Klasse-Solo am erneut stark reagierenden Ward. Doch der 24-Jährige erhielt umgehend eine zweite Chance, die er nutzte, als er den anschließenden Eckball per Kopf im Netz versenkte. Die Führung verlieh dem überlegenen Team von Trainer Petkovic noch mehr Selbstvertrauen. Der Wolfsburger Kevin Mbabu hätte schnell den zweiten Treffer nachlegen können, verzog aber aus verheißungsvoller Position. 

Erst nach einer Stunde meldet sich die Waliser in der Offensive zurück. Ein Schuss von Abwehrspieler Ben Davies wurde jedoch noch leicht abgefälscht und verfehlte dadurch knapp das Tor. Auf der Gegenseite verpasste der Embolo mit einem Schlenzer um wenige Zentimeter seinen zweiten Treffer.

Insgesamt erlahmte der Schwung der Eidgenossen, die sich aus unerklärlichen Gründen weit zurückzogen und dem Gegner die Initiative überließen. Das sollte sich rächen. Im Anschluss an eine Ecke kam Moore frei zum Kopfball und ließ Sommer keine Chance. So gab es am Ende keinen Sieger. (Von Thomas Eßer und Eric Dobias, dpa)

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