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Spiel nach Kollaps von Christian Eriksen fortzusetzen, war falsch - Kommentar

Kommentar

Das Spiel nach dem Kollaps von Eriksen fortzusetzen, war falsch

Florian Eisele
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    Vereint im Schmerz: Dänemarks Mannschaftskapitän Simon Kjaer tröstet die Lebensgefährtin seines Mitspielers Christian Eriksen. Kjaer, der eng mit Eriksen befreundet ist, ließ sich später auswechseln.
    Vereint im Schmerz: Dänemarks Mannschaftskapitän Simon Kjaer tröstet die Lebensgefährtin seines Mitspielers Christian Eriksen. Kjaer, der eng mit Eriksen befreundet ist, ließ sich später auswechseln. Foto: Stuart Franklin, dpa

    Die Fußball-EM hätte der Startschuss für eine neue Unbeschwertheit sein können. Das wegen Corona um ein Jahr verschobene Turnier ist die erste Großveranstaltung, bei der wieder Zuschauer zugelassen sind. Das Eröffnungsspiel in Rom war eine Feier für die siegreichen Italiener und schien dieses Versprechen einzulösen.

    Diese Leichtigkeit war schon im dritten Spiel wieder verschwunden. Christian Eriksens Zusammenbruch schockte Spieler, Trainer und Zuschauer gleichermaßen. Der 29-Jährige erlitt nach aktueller Kenntnislage eine Herzrhythmusstörung und kämpfte auf dem Spielfeld um sein Leben. Eriksen hatte Glück, dass ein Notarzt ihm schnell helfen konnte. Später gab es die erleichternde Nachricht: Der Däne lebt – und wünscht sich, dass das Spiel fortgesetzt wird.

    Sagte das Vormittagstrainings seines Teams ab: Dänemark-Coach Kasper Hjulmand.
    Sagte das Vormittagstrainings seines Teams ab: Dänemark-Coach Kasper Hjulmand. Foto: Friedemann Vogel/POOL EPA/AP/dpa

    Dänemarks Trainer Hjulmand: "Einige waren nicht fähig zu spielen"

    Dennoch war es falsch, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Auch wenn beiden Mannschaften und die jeweiligen Verbände offenbar der Meinung waren, weiter spielen zu wollen. Ob sie dazu auch in der Lage waren, darf stark bezweifelt werden. Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand sagte selbst nach Abpfiff sichtlich angefasst: "Die Spieler wollten es versuchen, aber einige waren nicht fähig zu spielen." Dänemarks Kapitän Simon Kjaer, der eng mit Eriksen befreundet ist, ließ sich nach einer Stunde Spielzeit auswechseln, weil er mit der Situation nicht mehr umgehen konnte.

    Es gehört zum Ethos eines Leistungssportlers, sich trotz Verletzungen auf den Platz zu schleppen. Wer trotz körperlicher Probleme spielt, will auch trotz eines frisch erlittenen Traumas auflaufen. In beiden Fällen ist es aber wichtig, die Spieler vor sich selbst zu schützen.

    Befindet sich nach seinem Zusammenbruch in einem stabilen Zustand: Dänemarks Christian Eriksen.
    Befindet sich nach seinem Zusammenbruch in einem stabilen Zustand: Dänemarks Christian Eriksen. Foto: Wolfgang Rattay/POOL REUTERS/AP/dpa

    Die Uefa hätte den Spielern die Entscheidung abnehmen sollen

    Weiterspielen oder nicht – diese Entscheidung hätte die Uefa den Spielern abnehmen sollen. Das Spiel hätte mindestens einen Tag später fortgesetzt werden sollen. Auch dann wären einige Spieler wohl noch nicht einsatzbereit gewesen. Dennoch wäre mehr Zeit gewesen, um das Geschehene zu verarbeiten. Um mit einem Psychologen oder Freunden zu sprechen. Um zu begreifen, was geschehen ist. Um nach einer Nacht Schlafen zu erkennen, dass man nicht in der Lage ist, zu spielen. Stattdessen wurden zwei offenkundig akut traumatisierte Teams aufs Feld gelassen. Diese Entscheidung war falsch und unverantwortlich.

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