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Augsburg checkt's: Meldung über deutsche Kriegsschiffe ist erfunden

Augsburg checkt‘s

Meldung über deutsche Kriegsschiffe ist erfunden

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    Von Schnee bedeckte Häuser sind an der Küste einer Meeresbucht von Nuuk auf Grönland zu sehen (Archivbild).
    Von Schnee bedeckte Häuser sind an der Küste einer Meeresbucht von Nuuk auf Grönland zu sehen (Archivbild). Foto: Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

    Deutschland und andere Nato-Staaten werben für eine gemeinsame Sicherheitslösung mit den USA für die Arktis und Grönland. Am Mittwoch, 14. Januar, haben sich die Außenminister Dänemarks und der USA für eine Verständigung in dem Streit um Grönland getroffen. Derweil verbreitet sich in sozialen Netzwerken, dass die Bundeswehr bereits dabei sei, militärische Fakten zu schaffen: „Deutschland verstärkt seine Präsenz im hohen Norden und entsendet zwei Kriegsschiffe nach Grönland“, heißt es in einem Beitrag auf Facebook. Grönland erhalte damit „erstmals explizite militärische Unterstützung durch Deutschland“. Kann das stimmen?

    Bewertung

    Falsch. Es ist frei erfunden, dass Deutschland aktuell Kriegsschiffe nach Grönland entsandt hat. Einen solchen Einsatz gibt es nicht.

    Fakten

    Würde Deutschland tatsächlich bewaffnete Kriegsschiffe in ein Land oder ein Seegebiet entsenden, dann müsste es dafür ein Mandat geben, das im Bundestag beschlossen wird. Ein solcher aktueller Parlamentsbeschluss ist nicht bekannt, wie eine Suche nach Nachrichtenmeldungen und ein Blick auf die Seite des Bundestages zeigen.

    Es gibt zwar einzelne Forderungen, mehr militärische Präsenz in Grönland zu zeigen. Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien, aber auch Deutschland hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Auch der Präsident des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, hat vorgeschlagen deutsche Soldaten in Grönland zu stationieren, um eine US-Übernahme der Insel zu verhindern.

    Doch beschlossen ist das alles nicht – deutsche Kriegsschiffe sind aktuell nicht nach Grönland entsandt worden. Das bestätigte auch die Bundesregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Es sind keine Schiffe der deutschen Marine auf dem Weg nach Grönland“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums.

    Falschmeldung erkennbar an fehlenden Details und Quellen

    Auffällig ist an den irreführenden Beiträgen in sozialen Netzwerken, dass sie weder Namen der vermeintlich entsandten Schiffe nennen, noch im Rahmen welchen Einsatzes dies geschehen sein soll. Solche fehlenden wichtigen Details sollten Leser skeptisch stimmen. Seriöse Nachrichtenberichte würden mehr Einzelheiten liefern.

    Ein einzelnes deutsches Kriegsschiff ist tatsächlich jüngst in Richtung Arktis aufgebrochen - allerdings ist es weder ausschließlich bei Grönland im Einsatz, noch handelt es sich hierbei um einen neuen Einsatz.

    Am 6. Januar ist die Fregatte „Sachsen“ aufgebrochen, um im Rahmen eines seit Jahrzehnten bestehenden Nato-Einsatzes, dem Marineverband „Standing Nato Maritime Group 1“ tätig zu werden. Ihre Aufgabe ist es dabei, im Nordatlantik, in der Nordsee und in der Ostsee strategische Seewege sowie kritische Infrastruktur zu schützen.

    Bundeswehr schon länger mit Nato im Nordatlantik im Einsatz

    Eine neue Beteiligung der Bundeswehr an dem Nato-Einsatz ist das nicht. Die „Sachsen“ löst in dem Nato-Verband die Fregatte „Hamburg“ ab.

    US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner - darunter Deutschland - vehement zurück.

    Grönland gehört als Teil des Königreichs Dänemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.

    (Stand: 13.1.2026)

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    Haben auch Sie einen Sachverhalt, den man einmal unter die Lupe nehmen sollte? Ein Foto, Video oder eine Aussage, die geprüft werden sollte? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht an die dpa-Faktenchecker unter 0160 3476409 via WhatsApp (Keine Gewähr für die Bearbeitung).

    Transparenzhinweis

    Das Projekt „Augsburg checkt‘s“ erfolgt in gemeinsamer Zusammenarbeit der Stadt Augsburg, den Stadtwerken Augsburg, der Augsburger Allgemeinen und der Deutschen Presseagentur. Stadt und Stadtwerke stellen Gebäude, Liegenschaften sowie Fahrzeuge für die Initiative zur Verfügung. Auf Inhalte haben sie keinen Einfluss. Die Faktenchecks wurden von der Deutschen Presseagentur recherchiert und werden über die Augsburger Allgemeine publiziert. 

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