K.o.-Tropfen im Getränk gehören zu den Ängsten vieler Menschen beim Feiern. Nun verunsichern Warnungen die Nutzer und Nutzerinnen sozialer Netzwerke: Angeblich sollen die Substanzen nicht mehr heimlich in Gläser gemischt werden, sondern auf Toilettenpapier landen. Beim Benutzen der Toilette würden die Wirkstoffe über die Schleimhäute in den Körper aufgenommen und dort ihre betäubende Wirkung entfalten. Die Vorstellung klingt beunruhigend. Aber stimmt das?
Bewertung
Das ist falsch. Nach Einschätzung von Fachleuten ist eine relevante Aufnahme sogenannter K.o.-Tropfen über Toilettenpapier unter realistischen Bedingungen nicht möglich.
Fakten
Der umgangssprachliche Begriff „K.o.-Tropfen“ bezeichnet verschiedene Substanzen, die sedierend oder bewusstseinsverändernd wirken. Damit es zu einer solchen Wirkung kommt, müssen die Stoffe in ausreichender Menge in den Blutkreislauf gelangen. In der Praxis geschieht das oft durch das Trinken eines manipulierten Getränks.
Florian Eyer, Professor und Leiter der Abteilung für Klinische Toxikologie am TUM Klinikum Rechts der Isar, erklärt auf Anfrage des dpa-Faktenchecks, es gebe keine Daten und keine bekannten Fälle, die eine Vergiftung mit K.o.-Tropfen über Toilettenpapier belegen. Eine Aufnahme über Schleimhäute sei nur unter sehr spezifischen Bedingungen denkbar, etwa bei längerem Kontakt mit einer hohen Dosis. Diese Voraussetzungen seien bei der Nutzung von Toilettenpapier nicht gegeben. Über intakte Haut sei eine Aufnahme noch unwahrscheinlicher.
Es finden sich zudem keine Pressemeldungen von Polizei oder Behörden, die so einen Fall dokumentieren oder vor so einer Masche warnen. Auch die Bundespolizei teilte auf Anfrage des dpa-Faktenchecks mit, dass keine Erkenntnisse über Intoxikation mit K.o.-Tropfen über Toilettenpapier vorliegen.
Die üblichen Tatbeschreibungen legen zudem nahe, dass die Täter sich ihre Opfer gezielt aussuchen und ihnen in einem unbeobachteten Moment die betäubenden Substanzen ins Glas schütten. Schnell noch das Toilettenpapier zu präparieren, bevor eine bestimmte Person die Sanitäranlagen benutzt, erscheint deutlich komplizierter. (12.02.2026)
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Das Projekt „Augsburg checkt‘s“ erfolgt in gemeinsamer Zusammenarbeit der Stadt Augsburg, den Stadtwerken Augsburg, der Augsburger Allgemeinen und der Deutschen Presseagentur. Stadt und Stadtwerke stellen Gebäude, Liegenschaften sowie Fahrzeuge für die Initiative zur Verfügung. Auf Inhalte haben sie keinen Einfluss. Die Faktenchecks wurden von der Deutschen Presseagentur recherchiert und werden über die Augsburger Allgemeine publiziert.
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