Im Zusammenhang mit dem Stromausfall in mehreren Berliner Stadtteilen gibt es Kritik am Krisenmanagement. Unter anderem erklärte der brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch in einem viralen Video: „In Berlin ist ja Stromausfall und Flüchtlinge werden jetzt unter anderem in einem Hotel am Ku‘damm, in einem Ex-Luxushotel, untergebracht.“
Für 166 Menschen sollen demnach pro Tag Kosten von rund 9.500 Euro anfallen, behauptet Hohloch weiter. Andere vom Stromausfall betroffene Personen müssten für eine Hotelunterbringung 70 Euro pro Nacht zahlen. Dazu wird der Screenshot eines Artikels mit der Überschrift „Berlin bringt Asylbewerber in Ex-Luxushotel von Dormero unter“ eingeblendet. Stimmen diese Behauptungen?
Bewertung
Der Artikel ist mehr als zwei Jahre alt. Im Zusammenhang mit dem Stromausfall wurden nach Angaben des Senats keine Flüchtlinge in Hotels untergebracht. Etwa 250 Geflüchtete wurden vorübergehend in eine andere Notunterkunft verlegt. Wer wegen des Stromausfalls im Hotel übernachtet hat, kann sich die Kosten nachträglich erstatten lassen.
Fakten
Nachdem sich die Behauptung auf mehreren Plattformen verbreitet hatte, veröffentlichte das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) eine Stellungnahme bei Instagram. Demnach wurden keine Geflüchteten wegen des Stromausfalls in Hotels untergebracht.
Dies bestätigte auch ein Sprecher der Senatsverwaltung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Es seien hingegen Geflüchtete aus drei vom Stromausfall betroffenen LAF-Unterkünften vorübergehend in eine Notunterkunft nach Tegel verlegt worden.
Der Artikel, der in dem Video von Hohloch eingeblendet wird, hat nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Er wurde Ende 2023 veröffentlicht. Auch die „Bild“ berichtete damals und nannte die Details, die der AfD-Politiker im Januar 2026 als aktuelle Informationen verbreitet.
Stromausfall: Hotelkosten sollen übernommen werden
Über die Übernahme der wegen des Stromausfalls entstandenen Hotelkosten herrschte zunächst Unklarheit. Zuvor konnten zwar Zimmer zu Sonderkonditionen gebucht, mussten aber selbst bezahlt werden. Erst mehrere Tage nach dem Brandanschlag, der zu dem Stromausfall geführt hatte, teilte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in einem Beitrag bei X mit, dass für betroffene Berlinerinnen und Berliner die Kosten erstattet werden.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Werner Graf kritisierte, dass die Entscheidung nicht schneller fiel. „Kai Wegner muss erklären, warum er vier Tage braucht, um den Menschen bei Bedarf eine Hotelunterbringung zu ermöglichen“, sagte er der dpa.
(Stand: 8.1.2026)
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