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Umfrage
29.03.2022

Mehrheit sieht CDU-Chef Merz nach Saarland-Wahl geschwächt

Der Wahlabend im Saarland brachte keine guten Nachrichten für Friedrich Merz.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Exklusiv Das hätte sich Friedrich Merz wohl anders gewünscht: Doch bei der Wahl im Saarland setzte es für die CDU eine herbe Schlappe – die in den Augen vieler auch auf Merz abfärbt.

Die erste Wahl in seiner Zeit als Parteichef ging für Friedrich Merz gründlich schief – und bleibt in den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger auch an dem CDU-Vorsitzenden hängen: In einer repräsentativen Civey-Umfrage für unsere Redaktion erklären 54 Prozent, das Ergebnis der Landtagswahl im Saarland schwäche den erst vor rund zwei Monaten ins Amt gekommenen Merz. Mehr als jede und jeder dritte Befragte sieht den Konservativen sogar als "eindeutig geschwächt". Lediglich neun Prozent glauben, das Ergebnis stärke Merz als Parteichef. Keine entsprechenden Auswirkungen hat die Saarland-Wahl nach Ansicht jeder und jedes Dritten. Vier Prozent der Befragten sind unentschieden.

Bei der Abstimmung am Sonntag hatte die SPD die absolute Mehrheit gewonnen. Sie löst nun die CDU ab, die seit 1999 stets die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten gestellt hatte. Die CDU verlor bei der Wahl mehr als zwölf Prozentpunkte und landete erstmals seit langem wieder unter 30 Prozent.

Geschwächt sehen Friedrich Merz durch dieses Ergebnis vor allem Anhängerinnen und Anhänger von Wahlsiegerin SPD und den Grünen. Mindestens drei von vier Befragten vertreten laut Umfrage diese Ansicht. Anderer Meinung sind Wählerinnen und Wähler der Union. Für 55 Prozent von ihnen hat die Wahl keine Folgen für Merz. 25 Prozent glauben wiederum an eine Schwächung des CDU-Chefs, 17 Prozent sehen den Vorsitzenden der Christdemokraten gestärkt.

 

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzerinnen und -nutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung von Deutschlands Bevölkerung gewichtet. Für die Frage "Sehen Sie den CDU-Chef Friedrich Merz durch das Ergebnis der Landtagswahl im Saarland eher gestärkt oder geschwächt?" wurden im Zeitraum vom 27.03. bis 28.03.2022 die Antworten von 5003 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.

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29.03.2022

Als CDU-Partei-Vorsitzender und für die Anhänger von CDU/CSU ist Merz der beste Mann. Ob er dies auch für die gesamte Wähler-
schaft ist, wird die Wahl in NRW zeigen. Auf jeden Fall ist Merz ein respektabler Oppositionsführer. Diesen Respekt kann man von
Finanzminister Lindner nicht haben, bedient dieser weiterhin nur die Klientel der FDP : die Hotelbesitzer, Best-Verdiener, Millionäre
und Leute, die auf den Autobahnen das Gas aufdrehen ohne Rücksicht auf andere.

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29.03.2022

Da wurden wohl wieder die "Richtigen" gefragt. :-)

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29.03.2022

Man kann von Meinungsumfragen aus dem Internet, mit einer Stichprobengrösse 5003 halten was man will, das Ergebnis ist immer interpretierbar.
Da halten also vor allem die politischen Gegner Merz für geschwächt. Muss ich für eine solche Aussage eine Meinungsumfrage durchführen?

Zum CDU-Abschneiden wird mal wieder der weiße Elefant übersehen. Hans war ein perfekter Merkel-Zögling. Ein williger Hinterherläufer mit tiefer Verbeugung und Linksdrall, aber ohne eigenes Profil, eigene Agenda, eigene Stärken. Hans verkörpert den Typus der Lakaien an Merkels Hofstaat perfekt. Ohne „Mutti“ sind die absolut zu gar nix mehr zu gebrauchen. Und das Merz das einfach so passieren lässt ist ein klares Zeichen an die Merkelianer in der CDU. Und Merkel selbst, kann aus der Politik-Rente heraus,, trotz völlig überdimensionierten Mitarbeiterstab auch nur noch wenig bewegen kann. Ihre kapitalen Fehler treten mit dem Ukraine-Krieg so schnell zu Tage, dass sich niemand mehr mit ihr zeigen will. Scholz und die SPD tun erfolgreich so, als hätten sie mit dem Finanzministerium oder der GroKo nie etwas zu tun gehabt. Für Merkelgetreue in der CDU ist an der Wahlurne und innerhalb der Partei nichts mehr zu gewinnen. Die dürfen gehen, oder müssen.
Die CDU steht vor der Wahl, wieder eine bürgerlich konservative Partei mit starkem Wirtschaftsflügel zu werden, die auch Arbeitnehmerinteressen achtet, oder weiter auf Merkelkurs unter zu gehen.

Merz traut sich immer noch nicht, offen mit Merkel zu brechen. Je länger er damit wartet, um so schlechter für die CDU. Er sollte sich mal anschauen, wie Merkel völlig skrupellos ihren Vorgänger ausgelöscht hat, um freie Hand zu bekommen. Das war ein Beispiel weiblicher Machtpolitik, wie es das selten zuvor gegeben hat.

Mit Günther und Wüst stehen zwei weitere Ministerpräsidentin von Merkels Gnaden zur Wahl. Da einfach so tonlos zuzusehen wie im Saarland wird für Merz nicht genügen. Wenn er dort auch so tut, als ginge ihn das nichts an, wird er tatsächlich geschädigt. Er sollte die beiden entweder auf neuen Kurs bringen, was bei Menschen ohne Rückgrat nicht schwer fallen sollte, oder er distanziert sich und die CDU vor der Wahl von diesen Merkel-Höflingen, indem er sie als solche brandmarkt.

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