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Bis zu 100.000 Euro: So teuer sind die Olympia-Drohnen

Olympia 2026

Es surrt und brummt: Das macht ein Drohnenpilot bei Olympia

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    Vor allem im Eiskanal ist das Fliegen einer Drohne eine besondere Herausforderung.
    Vor allem im Eiskanal ist das Fliegen einer Drohne eine besondere Herausforderung. Foto: Robert Michael, dpa

    Es summt leise. Kaum merklich. Ein kleines schwarzes Ding saust durch die Luft. 15 mal 15 Zentimeter groß, keine 250 Gramm schwer. Es segelt einen Abhang hinunter, durch einen Tunnel, wenig später einen Anstieg hinauf. Immer in der Verfolgung einer Biathletin. In der Mission, spektakuläre Bilder zu liefern.

    Bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien kommen verstärkt Drohnen zum Einsatz. Der für die Bilder zuständige Olympics Broadcasting Services (OBS) setzt diese Technik seit 2014 ein. In Paris vor zwei Jahren zum ersten Mal in größerer Anzahl, in Italien sind bis zu 15 sogenannte FPV-Drohnen dabei. „Es schaut cool aus“, sagt etwa Skirennfahrerin Emma Aicher zu den Bildern, die ihre Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Tofana-Piste in Cortina zeigen.

    Die Drohnen sind bei fast allen Sportarten dabei. Ausnahmen sind Eishockey, Eiskunstlauf und Curling. Gesteuert werden sie von Piloten, die eine VR-Brille tragen. Einer von ihnen ist Alexander Andy aus Freiburg. Der 34-Jährige hat seit 2018 eine kleine Drohnenfirma, er arbeitet freiberuflich. Er wurde vom OBS für die Spiele in Mailand und Cortina verpflichtet.

    Der Joystick erinnert an den Controller einer Playstation

    Andy hat vier weitere Mitarbeiter mitgebracht. Er ist der Dronhen-Teamleiter bei jedem Biathlon-Wettkampf. Andy und sein Team arbeiten in einem kleinen, weißen Zelt. Es steht mitten in der Anlage, möglichst weit weg von den Fans. Andy sitzt in diesem Zelt während der Rennen, er trägt eine VR-Brille. In der Hand hat er einen Joystick, der an einen Controller von der Playstation erinnert. Vor dem Zelt ist der Lande- und Startplatz für die Drohnen.

    Andy steuert die kleine Drohne, seine Mitarbeiter unterstützen ihn. Einer beobachtet, was im Umfeld der Drohne passiert. Er warnt, sollte sich eine Gefahr nähern. Ein anderer Mitarbeiter behält das Rennen im Auge. Um Andy zu sagen, bei welchem Athleten oder welcher Athletin es sich lohnt, sich mit der Drohne hinten dranzuhängen. Im Idealfall fängt er einen der Topathleten an der Spitze ein.

    Wichtig ist, dass die ausgewählte Person alleine unterwegs ist. Läuft jemand hinterher, könnte er durch die vor ihm fliegende Drohne gestört werden. Die Sportler sollen weitgehend unbehelligt bleiben. Beim Biathlon laufen viele mit Kopfhörern, haben Musik im Ohr. Die Drohne stört da nicht. Auch wenn sie recht nahekommt. Bis auf einen Abstand von zwei Metern kann sie heranfliegen, zudem ein bis zwei Meter über dem Boden.

    Andy hat mehrere Drohnen mit nach Italien gebracht

    Droht da nicht ein Zusammenstoß? „Das Tempo ist Übungssache“, sagt Andy im Gespräch mit dieser Redaktion. Das Problem ist das Bremsen, da tut sich die Drohne schwer. Deshalb ist das Motto: bei Gefahr oder Problemen nach oben weg. Beim Biathlon kein Problem. Anders ist es im Eiskanal. Da ist der Weg nach oben oft durch das Dach der Bahn versperrt.

    Deswegen müssen sich die Drohnenpiloten die Bahn vor den Rennen genau einprägen. Ähnlich wie die Sportler selbst. Wo gibt es Möglichkeiten, aus dem engen Tunnel schnellstmöglich zu verschwinden? Der Eiskanal, in dem die Bob-, Rodel- und Skeleton-Wettbewerbe stattfinden, ist also die ganz große Herausforderung bei den Winterspielen. Auch andere Aspekte gilt es allerdings zu beachten. „Aus Sicherheitsgründen dürfen wir nicht über Menschen fliegen“, erklärt Andy.

    Die Drohnen sind nicht im freien Handel zu kaufen

    Der 34-Jährige aus Freiburg hat mehrere Drohnen mit nach Italien gebracht. Zwei sind fest im Betrieb, eine größere, die weitläufige Aufnahmen der Wettkampfstätten macht. „Da können wir die schönen Landschaften zeigen“, sagt Andy. Und eben eine kleine, die hinter den Athleten fliegt. Hinzu kommen vier Ersatzdrohnen.

    Um die große Drohne einsatzbereit zu bekommen, sind fast 25.000 Euro nötig. Bei der kleinen können mit der gesamten Zusatztechnik, die es für die TV-Bilder braucht, 100.000 Euro zusammenkommen. „Die Drohnen kann man so nicht kaufen“, sagt Andy. Er muss sie für den Einsatz bei Olympia selbst zusammenbauen. Fliegen können die Drohnen bei fast jedem Wetter. Leichter Schneefall macht ihnen nichts aus. Bei heftigem Regen ist ein Start nicht möglich, ebenso bei starkem Wind.

    Alexander Andy hat vor einigen Jahren seine Leidenschaft für das Filmen entdeckt. Auch schon, als er noch Wirtschaftsingenieurwesen studiert und in diesem Bereich gearbeitet hatte. 2018 entschied er, sich ganz seinem vorherigen Hobby zu widmen. Im Sommer filmt er mit seinen Drohnen bei der Leichtathletik, Triathlon oder bei Radrennen. Im Winter war er schon bei fast allen für Drohnen denkbaren Sportarten dabei. Das bedeutet viel Reisezeit und Leben fern der Heimat. Alles im Einsatz für spektakuläre Bilder.

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