Bislang funktioniert es eigentlich ganz geschmeidig. Die italienischen Veranstalter zeigen sich zufrieden mit diesen Olympischen Spielen. Die Ausrichtung lief weitgehend reibungslos. Mal abgesehen von ein paar Shuttleverbindungen, die den einen oder anderen zur Verzweiflung getrieben haben. Weil der Zeitplan nicht so eingehalten wurde, wie angekündigt. Oder weil die Fahrer, die teilweise aus Rom oder Sizilien nach Norditalien berufen wurden, den Weg nicht kannten. Oder eigene Ideen beim Einsteigen verfolgten. Sie hielten es nicht für nötig, ihren Bus anzuhalten, auch wenn Fahrplan und Haltestelle das eigentlich vorsahen.
Das führte zu langen Wegstrecken, die Besucher bei den Olympischen Spielen zurücklegen mussten. Weil ein Spaziergang an der frischen Luft oft die beste, wenn auch nicht schnellste Möglichkeit war, ans Ziel zu kommen. Sonst aber präsentierte sich Italien als weltoffener Gastgeber. Am Sonntag aber könnte noch mal eine ganz große Herausforderung warten.
Donald Trump, der wankelmütige Präsident der USA, spielt mit dem Gedanken, Europa zu besuchen. Ihm war zugetragen worden, dass dort in der Ferne Olympische Spiele stattfinden. Und dass in diesem Italien ein Eishockey-Turnier steigt, bei dem die besten Spieler der Welt vor Ort sind. Angereist aus Nordamerika, was eine Pause in der NHL zur Folge hatte. Zur Eröffnungsfeier hatte Trump noch Vizepräsident JD Vance nach Mailand geschickt. Der US-Amerikaner war mit Pfiffen empfangen worden. Trump hat das nicht gefallen.
Für Trump braucht es eine überdimensionierte Goldmedaille
Also macht sich der Chef womöglich selbst auf den Weg. In dieses Europa, das er so gar nicht mag. Und das er mit einem Besuch in Schwierigkeiten bringen könnte. Wo soll Trump landen, wo will er überhaupt hin? Und wie kommt er im Zweifel von Mailand nach Verona, dem Ort der Schlussfeier?
In Verona jedenfalls ist die Aufregung groß. Ebenso die Verschwiegenheit. Keiner darf darüber sprechen, was am Sonntag in der Stadt passieren könnte. Es ist die Rede davon, dass die gesamte Innenstadt gesperrt werden müsste. Dass Chaos herrschen würde. Und das am Schlusstag eigentlich gut funktionierender Olympischer Spiele.
Und wie den US-Präsidenten begrüßen? Der Fußball-Weltverband Fifa mit dem weisen Gianni Infantino an der Spitze hat es vorgemacht und Trump sogleich einen Friedenspreis gewidmet. Das IOC muss reagieren. Das Mindeste ist eine Goldmedaille für Trump, überreicht von Präsidentin Kirsty Coventry. Natürlich in einer Dimension, die jede Plakette für Athleten bei weitem übertrifft. Wie es sich Trump eben vorstellt.
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