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1860 München: Löwen planen offenbar eigenes Stadion in Riem

1860 München

Löwen planen offenbar eigenes Stadion in Riem

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    1860 München plant offenbar den Bau eines eigenen Stadions in München-Riem.
    1860 München plant offenbar den Bau eines eigenen Stadions in München-Riem. Foto: dpa

    1860 München plant offenbar den Bau eines eigenen Stadions in München-Riem. Das berichten mehrere Münchner Medien übereinstimmend. So sollen die Löwen bereits bei der Stadt München schriftlich angefragt haben, ob und zu welchen Konditionen das Grundstück in Riem zu haben wäre, berichtet die Münchner "Abendzeitung".

    "Jetzt warten wir ab"

    Die Stadt hat laut dem Bericht bereits positive Signale gesendet. Löwen-Präsident Dieter Schneider sagte dem Blatt: "Es liegt nun der Brief bei der Stadt, dass wir Interesse an einem Grundstück in Riem haben. Jetzt warten wir die Reaktion ab."

    Riem wird favorisiert

    Warum die Löwen nach Riem ziehen wollen, beantwortet die "Abendzeitung": An- und Abreise der Fans seien wegen der Autobahnnähe sowie dem S-Bahn-Anschluss unproblematisch. Sollte 1860 München grünes Licht von der Stadt München bekommen, müsste sich der Verein nach Investoren umsehen. Nach Informationen mehrere Münchner Medien steht Löwen-Sponsor Hasan Ismaik der Sache nicht gerade positiv gegenüber.

    Kostenpunkt: 60 Millionen Euro

    Vielleicht liegt es ja doch am Geld: Rund 60 Millionen Euro soll der Stadionbau kosten. Frühester Baubeginn soll angeblich 2014 sein. Zwei Jahre Bauzeit sind dem Vernehmen nach vorgesehen. Nach Angaben der "Abendzeitung" orientiert sich das Stadion an jenen Exemplaren in Hoffenheim oder Aachen. Steile Tribünen, Platz für bis zu 35.000 Zuschauer, 3000 Business-Seats und bis zu 70 Logen.

    Die Löwen träumen den Traum von der eigenen Arena, es ist ein kleines Stück näher gekommen - und doch: "Es ist ein ganz weiter Weg, bis der Wunsch wahr werden könnte. Aber es ist nicht völlig unrealistisch", sagte Löwen-Aufsichtsratschef Otto Steiner der Münchner "AZ". (bs)

    Die Allianz-Arena

    Im Norden von München, in der Fröttmaninger Heide, liegt die Allianz-Arena. Sie ist die Heimspielstätte des FC Bayern München und des TSV 1860 München. Der Zweitligist musste seine Anteile allerdings 2006 verkaufen und ist heute nur noch Mieter.

    Die wesentlichen Entscheidungen wurden bereits 2001 im Rahmen eines Bürgerentscheids getroffen. Als der Neubau beschlossen war, folgte ein Architekturwettbewerb. Acht Modelle wurden vorgelegt.

    Der Entwurf, der letztendlich umgesetzt wurde, stammte von den Architekten Herzog & de Meuron aus der Schweiz. Ihr futuristisch anmutendes Modell ist von einer transparenten Hülle aus ETFE-Folienkissen umgeben, die rot, blau oder weiß leuchten können. Die Fassadengestaltung hat dem Stadion Spitznamen wie "Schlauchboot" oder "Autoreifen" eingetragen.

    Mit dem Bau wurde im Oktober 2002 begonnen. Insgesamt hat die Allianz-Arena stolze 340 Millionen Euro gekostet. Am 30. Mai 2005 wurde das Fußballstadion eröffnet. Den Auftakt gaben der TSV 1860 München und der 1. FC Nürnberg im Rahmen eines Freundschaftsspiels. Die Gastgeber haben 3:2 gewonnen.

    Die Lage der Allianz-Arena ist außerordentlich günstig. Sie befindet sich unmittelbar am Autobahnkreuz München-Nord (A9/A99) und ganz in der Nähe des Autobahndreiecks Feldmoching (A99/A92). Außerdem verfügt die Anlage über eines der größten Parkhäuser in Europa und ist sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

    Der Münchner Versicherungskonzern und Finanzdienstleister Allianz SE hat sich für drei Jahrzehnte die Namensrechte gesichert. Bei internationalen Spielen darf der Sponsor des Stadions allerdings nicht genannt werden. Die Allianz-Arena heißt dann "FIFA WM-Arena München".

    Kein Großprojekt ohne Korruptionsaffäre. 2004 wurde dem damaligen Präsidenten des TSV 1860 München und seinem Sohn Untreue und Bestechlichkeit bei der Vergabe des Bauauftrags an die Alpine vorgeworfen. Letztendlich konnte man Karl-Heinz Wildmoser senior nichts nachweisen. Sein Sprössling wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

    Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden sechs Spiele, unter anderem das Halbfinale zwischen Frankreich und Portugal, in der Allianz-Arena ausgetragen. Aufgrund des Werbeverbots musste das Allianz-Arena-Logo während des Turniers abmontiert werden. Der Eingriff verursachte Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro.

    Die Allianz-Arena ist das modernste Fußballstadien Europas. Das Stadion fasst insgesamt 69.901 Menschen. Ohne Zweifel wurde damit ein Meilenstein in der Geschichte des Stadionbaus gesetzt.

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