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Abu Dhabi: Formel 1: Vettel war der Pechvogel des Tages

Abu Dhabi

Formel 1: Vettel war der Pechvogel des Tages

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    Für Sebastian Vettel (vorne) war das Rennen schnell beendet. Foto: Srdjan Suki dpa
    Für Sebastian Vettel (vorne) war das Rennen schnell beendet. Foto: Srdjan Suki dpa

    Nachdem bei Sebastian Vettel nach nur 800 Metern die Luft raus war, krönte sich Lewis Hamilton unter dem Nachthimmel von Abu Dhabi zum neuen Wüsten-König der Formel 1.  Vettel war dagegen  der Pechvogel. Nach einem Reifenplatzer  schleuderte der Weltmeister mit seinem Red Bull in Führung liegend von der Strecke.

    "Ich habe einen Platten hinten rechts", sagte Vettel sofort über Funk. Danach musste er das ganze Feld vorbeilassen und rollte mit  dem Auto zurück in die Box. Dort genügte ein Blick der Mechaniker,  dann stand fest: Felge und Radaufhängung schwer beschädigt, Ende der  Dienstfahrt. Am Kommandostand schüttelte Teamchef Christian Horner  nur den Kopf, in der Box nahm Vettel  den Helm ab und ließ sich von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone trösten.

    Das ist Sebastian Vettel

    Geboren ist Sebstian Vettel in Heppenheim bei Darmstadt in Deutschland.

    Sein aktueller Wohnsitz ist in Ellighausen in der Schweiz

    Vettel ist am 3. Juli 1987 geboren.

    Der Rennfahrer ist 174 cm groß und wiegt 64 Kilo.

    Vettel ist noch nicht verheiratet. Er hat aber eine Freundin mit dem Namen Hanna.

    Seinen ersten Grand Prix fuhr Vettel in Amerika im Jahr 2007. Er ersetzte dabei für das BMW Sauber F1 Team den verletzten Robert Kubica. Vettel war damals 19 Jahre alt, als er seine ersten Runden als Formel-1-Pilot auf der Rennstrecke von Indianapolis drehte. Er belegte am Ende den achten Platz und holte den ersten WM-Punkt seiner Karriere.

    Von BMW wechselte Vettel zur Scuderia Toro Rosso im Juli 2007. Dort ersetzte er den US-Amerikaner Scott Speed. Sein erster Grand Prix war in Ungarn.

    Im September 2008 holte Vettel seine erste Pole bei einem Formel-1-Rennen. In Monza legte er im Alter von 21 Jahren und 73 Tagen die beste Runde hin und ist damit der jüngste Fahrer der Formel-1-Geschichte, der eine Pole holte.

    In Monza holte Vettel sogleich den ersten Sieg seiner Karriere. Damit ist er auch der jüngste Fahrer der Formel-1-Geschichte, der einen Grand Prix gewann.

    Ab 2009 setzte Red-Bull-Eigner Dieter Mateschitz den hochveranlagten Vettel bei Red Bull Racing als Teamkollegen von Mark Webber ein. In seiner ersten Saison zeigte der Heppenheimer bereits, dass er das Zeug zum Weltmeister hat.

    Im Jahr 2010 ging dann Vettels Stern völlig auf. Er dominiert über weite Strecken das Feld, leistete sich aber noch ein paar zu viele Fehler, die íhm unnötige Punkte kosteten. Im Schlussakkord beim Großen Preis von Abu Dhabi setzte er sich mit starken Nerven jedoch gegen Fernando Alonso durch. Damit wurde Vettel 2010 im Alter von 23 Jahren und 134 Tagen zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten.

    2011 wurde er zum zweiten Mal Weltmeister. Somit ist er der jüngste Doppelweltmeister aller Zeiten.

    2012 holte er seinen dritten WM-Titel in Folge.

    "Es kam wie ein Schlag, ich habe direkt eingangs der zweiten Kurve bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich habe versucht, das  Auto abzufangen, aber da war keine Luft mehr im Reifen", sagte  Vettel. Auf dem Weg zurück an die Box habe es dann den Reifen völlig  auseinandergerissen.

    Rennen am Kommandostand verfolgt

    Den Rest des Rennens verfolgte Vettel am Kommandostand. Obwohl er eigentlich nur fünf Runden bleiben wollte, hatte er offenbar Spaß,  einmal Teamchef zu spielen. Es sei sehr interessant gewesen zu  sehen, was hinter den Kulissen passiere. "Die Kommunikation über die  Strategie, über das Rennen selbst, über die anderen. Insofern konnte ich da ein bisschen was mitnehmen."  Für Horner war Vettels Ausfall einfach Pech. "Es ist eine Ironie, dass es ausgerechnet hier passieren musste." Vettel hatte die  bislang einzigen beiden Rennen in Abu Dhabi gewonnen und sich dort im vergangenen  Jahr auch erstmals zum Weltmeister gekrönt.

    Nach Vettels Aus war für McLaren-Pilot Hamilton der Weg zum dritten Saisonsieg frei. Der zuletzt häufig als Crash-Pilot  kritisierte Brite verwies nach einer fehlerfreien Vorstellung den Spanier Fernando  Alonso im Ferrari auf den zweiten Platz. "Dieser Sieg fühlt sich fantastisch an. Das war eines meiner besten Rennen überhaupt", sagte Hamilton, der den Erfolg noch über  Funk seiner  Mutter zum Geburtstag widmete. Dritter wurde Hamiltons  Landsmann und Teamkollege Jenson Button, der dadurch der Vize-Weltmeisterschaft einen Schritt nähergekommen ist. Den vierten  Platz belegte Vettels Teamkollege Mark Webber aus Australien. Zweitbester Deutscher war Nico Rosberg auf Rang sechs. Damit gewann der 26-Jährige das interne Mercedes-Duell mit Michael  Schumacher. Der Rekord-Weltmeister musste sich nach 55 Runden mit  dem siebten Platz zufriedengeben. Adrian Sutil landete im Force  India auf Position acht. Für Timo Glock war nicht  mehr als Rang 19 drin.

    Für Vettel war es der erste Ausfall nach 19 Rennen. Letztmals hatte der 24-Jährige im Oktober 2010 beim Korea-Grand-Prix  (Motorschaden) nicht die Zielflagge gesehen. Damit kann Vettel jetzt auch  nicht mehr den Siegrekord von Michael Schumacher (13) aus dem  Jahr 2004 einstellen. Vettel hat vor dem letzten Saisonrennen in Sao Paulo (27. November) elf Siege auf dem Konto.

    Vettel bleibt nur der Pole-Rekord

    Ein kleines Erfolgserlebnis hatte der Weltmeister dennoch. Durch seine 14. Pole Position zog Vettel mit Nigel Mansell gleich. Der  Brite hatte dieses Kunststück als zuvor einziger Fahrer 1992 geschafft.  Vettel kann aber noch alleiniger Rekordhalter werden,  wenn er in Sao Paulo auf dem ersten Startplatz stehen sollte. Für Rosberg war Abu Dhabi auch abseits der Strecke eine Reise wert.  Denn drei Tage vor dem Grand Prix gab Mercedes die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem 26-Jährigen bis mindestens 2013  bekannt. Laut "Bild-Zeitung" soll Rosberg bis zum Saisonende  2015 für die Stuttgarter fahren und in dieser Zeit insgesamt 48 Millionen Euro verdienen.

    "Das war ein gutes Duell mit Michael. Ich bin sehr zufrieden mit  dem Rennen", sagte Rosberg. Das Team habe noch einmal einen Schritt  nach vorne gemacht. So könne es weitergehen, sagte der  26-Jährige, der aber relativierte: "Insgesamt ist es etwas ernüchternd in dieser Saison. Aber ich freue mich auf nächstes Jahr."  dapd/AZ

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