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Bundesliga

12.02.2018

Auf den Boden der Tatsachen

FCA: Torhüter Marwin Hitz am Boden, Philipp Max holt nach dem 0:2 den Ball aus dem eigenen Tor.
Bild: dpa

Bei der 0:2-Niederlage in Leipzig bekommt der FC Augsburg seine Grenzen aufgezeigt. Damit gehen die Augsburger aber bemerkenswert gelassen um

Die Dienstreise des FC Augsburg endete am Samstagmorgen gegen 4 Uhr an der WWK-Arena. Mit dem Bus waren die FCA-Profis vom Auswärtsspiel bei RB Leipzig zurückgefahren. Nicht weil ihnen RB beim 0:2 (0:1) die Flügel gestutzt hatte, sondern weil keine Nachtfluggenehmigung für den Augsburger Flughafen vorlag. Nur sechs Stunden später bat Trainer Manuel Baum zum Auslaufen. Der Blick beim FCA ging schon wieder nach vorne, auch wenn bis zum Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart noch Zeit ist.

Jetzt ist es nicht so, dass den FCA-Verantwortlichen die Niederlage beim Tabellenzweiten nicht wurmte, doch gestand Trainer Baum die Überlegenheit der Leipziger ein: „Man hat gesehen, dass wir gegen eine der besten Mannschaften in Deutschland gespielt haben. Wir hingegen haben nicht unseren besten Tag gehabt und waren eigentlich in allen Spielphasen nicht überzeugend. Deswegen geht die Niederlage auch in Ordnung.“

Eine Niederlage, die sich aus Sicht von Marwin Hitz schon früh abgezeichnet hatte. Als der Torhüter in der 17. Minute beim 0:1 den Ball aus dem Netz holen musste, schwante ihm nichts Gutes. „Das war die Szene des Spiels.“ Dayot Upamecano hatte abgestaubt. Es war das erste Bundesligator des 19-jährigen Franzosen, allerdings hätte die FCA-Verteidigung zweimal eingreifen können, was aber nicht gelang. Hitz: „So ist das Spiel gelaufen. Leipzig war immer einen Schritt schneller. Wenn du gut im Spiel bist, dann klärt da noch einer.“

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Der 0:2-Endstand, Martin Hinteregger hatte in der 70. Minute einen Freistoß von Naby Keita unhaltbar abgefälscht, passte ins Bild. Dabei enttäuschte der FCA nicht, trug seinen Teil bei, dass die 34000 Zuschauer, darunter auch 300 Augsburger, die dem Boykott-Aufruf der Fanszene nicht gefolgt waren, ein intensives Spiel sahen. Auch der FCA hatte einige Chancen (Gregoritsch, Baier, Khedira), erzielte sogar ein Abseitstor durch Koo, aber gegen den Tabellenführer der Restbundesliga reichte das nicht.

Schon nach dem Bundesliga-Aufstieg war der RB-Kader mit einem 30-Millionen-Euro-Darlehen von Hauptsponsor und Hauptgesellschafter Red Bull mit hochtalentierten Spielern aufgerüstet worden. Und auch vor dieser Saison (Kampl, Laimer, Bruma) investierte man weiter. Von so einem fast unerschöpflichen Geldfluss kann FCA-Manager Stefan Reuter nur träumen. Doch die Neiddebatte wollte er nicht anstimmen. „Wir haben aber gesehen, warum Leipzig in der Champions League gespielt hat und jetzt Zweiter ist. Sie haben enorme Qualität, und wenn nicht alles passt, tut man sich schwer.“

Dabei hatte sich FCA-Trainer Manuel Baum einiges einfallen lassen. So agierte Rani Khedira nach seiner Gelb-Sperre gleich auf mehreren Positionen. Ohne Ball als Hilfe auf der rechten Abwehrseite, mit Ball als Achter im zentralen Mittelfeld. Doch an diesem Abend schien Khedira damit etwas überfordert.

Alles, was Baum auch versuchte, sein Gegenüber Ralph Hasenhüttl hatte die bessere Antwort. Wenn man es genau nehmen wollte, schlug der RB-Trainer seinen FCA-Kollegen mit dessen Waffen. Schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinnen, aber nur eine dosierte Offensive.

Es spricht für den FCA, dass Hasenhüttl seine Taktik nach den Gästen ausrichtete, auf Konter spielte, anstatt das RB-Markenzeichen, Angriff total, durchzuziehen. FCA-Mittelfeldspieler Khedira, der vor der Saison von RB zum FCA gewechselt war, verstand das Abrücken nicht: „Ich weiß nicht, ob man das zu Hause gegen den kleinen FC Augsburg so machen muss.“ Der Erfolg gab Hasenhüttl recht.

Kapitän Daniel Baier, der sich nach seinem Fauxpas im Hinspiel nach der Partie mit RB-Trainer Hasenhüttl endgültig aussöhnte, war selbstkritisch, bat aber auch nach dem tollen 3:0-Erfolg vor Wochenfrist gegen Frankfurt um Nachsicht: „Wir müssen uns schon bewusst sein, dass es heute zu wenig war, dass wir in fünf Tagen zwei unterschiedliche Spiele gezeigt haben. Wir waren bisher aber sehr konstant, da muss man uns auch mal zugestehen, dass es nicht so klappt. Wie heißt es so schön: Mund abwischen und weiter geht’s.“

Für den FCA am Sonntag gegen den VfB, für Leipzig am Donnerstag in der Euro League beim SSC Neapel. Das ist eben der Unterschied.

Tore 1:0 Upamecano (17.), 2:0 Keita (70.) Zu. 34286 SR Jablonski (Bremen)

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