Die Klatsche gegen Bamberg haben die Ulmer Basketballer zwar bestens verdaut, aber zu einem Auswärtssieg gegen Bayern München hat es trotzdem nicht gereicht. Mit 83:87 (42:34) schoben sie im mit knapp 7000 Zuschauern ausverkauften Audi-Dome ihre fünfte Saisonniederlage ein.
Es ging zwar eine Viertelstunde später los, aber trotzdem waren die Ulmer zu Beginn nicht wirklich wach. Schon nach zweieinhalb Minuten war beim Stand von 8:2 für die Bayern die erste Auszeit von Trainer Thorsten Leibenath fällig. Jared Homan stellte trotzdem gleich anschließend auf 10:2 und 11:2, ehe die bis dahin ganz schwach treffenden Ulmer allmählich in die Gänge kamen. Nach fünf Punkten von Per Günther war das Spiel beim 13:9 (7.) schon wieder halbwegs offen, wenig später besorgten Keaton Nankivil aus der Distanz und Rocky Trice sogar den 14:14-Ausgleich.
Zu ersten Viertelpause lagen zwar wieder die Bayern mit 16:14 vorn, doch nun waren die beim Rebound klar überlegenen Ulmer in ihrem Rhythmus. Der starke Nankivil schoss die Gäste von draußen mit 21:18 in Führung (12.) und weil die Bayern von der Freiwurflinie unterirdisch schlecht trafen (zwei Treffer bei neun Versuchen in Halbzeit eins und insgesamt neun von 21), während die Ulmer ihr Visier inzwischen besser justiert hatten, lagen die Münchener in der 17. Minute nach einem unglaublichen Dunk von Swann und einem Freiwurf von John Bryant sogar zweistellig mit 26:36 hinten.
Insgesamt entschieden die Ulmer das zweite Viertel mit 28:18 für sich und bei der 42:34-Pausenführung sah es sehr gut aus, zumal die Mannschaft bis dahin noch keine nennenswerten Foulprobleme hatte.
Wenig später allerdings wurde Bryant nach seinem schnellen dritten Foul vorübergehend auf die Bank beordert und tatsächlich nahmen die Bayern nun Fahrt auf. Nach einem Dreier von Bastian Doreth war der Rückstand auf einen einzigen Punkt geschmolzen (46:47/26.), doch Swann antwortete postwendend von draußen und mehr ließen die Ulmer in diesem Spielabschnitt auch noch nicht zu. Als Rocky Trice schließlich mit der Schlusssirene des dritten Viertels den Ball zum 62:56 für seine Mannschaft in der Ring stopfte, nachdem er sich zuvor zwei Mal selber den Offensivrebound geholt hatte, da waren die Ulmer wieder voll auf Kurs.
Doch entschieden war damit natürlich noch längst nichts, zumal der der in Abwesenheit des verletzten Dane Watts einzig echte Center Bryant jetzt schon vier Fouls auf seinem persönlichen Konto hatte. Nankivil und vor allem Rocky Trice sprangen als Rebounder zwar in die Bresche, aber nach 35 Minuten lagen die Bayern trotzdem nach zwei Dreiern von Foster erstmals seit dem ersten Viertel wieder vorn (72:70) und es ging in eine spannende Schlussphase, in der Foster das Ulmer Schicksal fast alleine besiegelte. Auf das Konto des Amerikaners gingen im letzten Viertel drei Dreier und insgesamt 19 Punkte.
Als Steven Esterkamp nach dem fünften Foul von Jared Homan für seine Ulmer auf 80:79 verkürzte, da waren zwar noch 49 Sekunden zu spielen, aber am Ende zwangen die Bayern den Gegner clever an die Freiwurflinie und ließen Ulm damit keine Chance auf einen Glückswurf wie im Hinspiel, als Nankivil in letzter Sekunde mit einem Dreier das Spiel entschieden hatte.