Es war ein bewegender Auftritt von Teresa Enke. Einen Tag nach demSelbstmord ihres Mannes Robert Enke, berichtete die Witwe von denDepressionen, die ihn schon seit langer Zeit begleiteten. Unterdessen sagt der DFB das Länderspiel gegen Chile ab.
Auf einer Pressekonferenz in Hannover stellte sich Teresa Enke der Öffentlichkeit. Ganz in schwarz gekleidet, gelang es ihr nur schwer die Tränen zurückzuhalten. Mit erstaunlicher Offenheit berichtete sie von den Depressionen, mit denen ihr Mann Robert bereits seit sechs Jahren zu kämpfen hatte. "Wir haben das sozusagen durchgestanden, weil wir schon mal eine Zeit nach Istanbul und Barcelona durchgestanden haben und auch mit Doktor Marksers ( dem behandelnden Arzt von robert Enke, d. Red.) Hilfe und einfach soviel Hoffnung daraus gezogen haben, was wir alles schaffen können. Und auch nach Laras Tod, das hat uns einfach so zusammengeschweißt, dass wir gedacht haben, wir schaffen alles und mit Liebe geht das. Aber, man schafft es doch nicht immer."
Vor drei Jahren starb Enkes Tochter Lara an einer Herzkrankheit. Im Mai diesen Jahres haben die Enkes Leila adoptiert. Ihr Mann habe sich bis zum Schluss liebevoll um Leila gekümmert, So Teresa Enke. Seine Tochter sei auch einer der Gründe gewesen, warum er nicht offen mit seiner Krankheit umgegangen ist. "(...) Er wollte es nicht aus Angst, dass es rauskommt und auch aus Angst, dass man Leila verliert. Wenn man depressiv krank war, was sich herausgestellt hat. Ich hab auch schon mit dem Jugendamt telefoniert, es hätte für alles eine Lösung gegeben. Ja, es ist natürlich die Angst, was denken die Leute, wenn man ein Kind hat und der Papa ist depressiv. Aber ich hab ihm damals auch schon immer gesagt, das ist kein Problem."
Auch beim DFB ist die Trauer um Robert Enke groß. Auf einer Pressekonferenz mit Theo Zwanziger und Oliver Bierhoff wurde bekanntgegeben, dass das Länderspiel am Samstag gegen Chile abgesagt wird.
"Die Mannschaft will sich von Robert verabschieden. Es hätte auch ein Abschiedsspiel gegen Chile sein können, aber es ist ein klares Gefühl, dass es zu früh käme", sagte Teammanager Oliver Bierhoff. "So wie ich jetzt fühle", bemerkte der Manager unter Tränen, "fühlen sich auch die Spieler."