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Eishockey: Der Schweizer im Team

Eishockey

Der Schweizer im Team

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    Jakob Kölliker
    Jakob Kölliker

    Ex-Bundestrainer Hans Zach würde seinen Nach-Nachfolger erst einmal zum Friseur schicken. Wie ein in die Jahre gekommener Rocker kommt Jakob Kölliker daher. Schulterlang trägt der Schweizer die grauen Locken. Doch trotz seiner 58 Jahre gilt der 213-fache ehemalige Nationalverteidiger als moderner Eishockey-Trainer. Als erster Eidgenosse feiert der Bundestrainer heute seine Weltmeisterschaftspremiere hinter der deutschen Bande. Um 12.15 Uhr (live in Sport 1) beginnt das Spiel gegen Italien.

    Als sein Name vor einem Jahr im WM-Pressezentrum von Bratislava als möglicher Nachfolger von Uwe Krupp fiel, fragten nicht wenige: Jakob wer? Kölliker trainierte zwar verschiedene Mannschaften in der Schweiz, war beim Nationalteam allerdings nur Assistent von Ralph Krueger.

    Den Deutsch-Kanadier wollte DEB-Präsident Uwe Harnos aus Kaufbeuren eigentlich als neuen Chef holen. Doch da Krueger noch beim kanadischen NHL-Klub Edmonton Oilers unter Vertrag stand, guckte man sich als Platzhalter seinen ehemaligen Assistenten Kölliker aus.

    Nicht wenige Fachleute befürchteten, dass der eher ruhige „Köbi“ im sportpolitischen Ränkespiel in Deutschland zwischen dem meist klammen Verband und der mächtigen Profiliga DEL aufgerieben werden könnte. Doch mit seiner ruhigen Art überzeugte der zweifache Familienvater schnell auch seine Kritiker.

    Kölliker griff die gute Arbeit seines Vorgängers Krupp auf und änderte sowohl im Kader als auch an der Taktik nur wenig. Von einer „Eishockey-Philosophie“, nach der Journalisten so gerne beim Amtsantritt eines neuen Bundestrainers fragen, hält er wenig. „Grundsätzlich ist das moderne Eishockey in allen Ländern gleich: eine gute, kompromisslose Abwehr und schnelles Spiel nach vorne.“ So will Kölliker an die Erfolge der beiden vergangenen Weltmeisterschaften anknüpfen, als die deutsche Mannschaft jeweils unter den besten acht Puck-Nationen der Welt gelandet war.

    Nach der WM in Schweden und Finnland endet der Vertrag des Schweizers. Gut möglich, dass Kölliker für seinen ehemaligen Chef Ralph Krueger den Bundestrainer-Posten nach nur einer Saison verlässt. Aber weil der Alt-Rocker mit seinem Fachwissen und seiner kompetenten Herangehensweise überzeugt, will ihn der Verband weiter an sich binden.

    DEB-Präsident Harnos will ihn zum Sportdirektor machen: „Köbi ist unser Mann.“

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