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Erster Spieltag: FC Bayern und FCA: Ein Fall der Generalamnesie?

Erster Spieltag

FC Bayern und FCA: Ein Fall der Generalamnesie?

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    Arjen Robben und Jos Luhukay wurden nach dem ersten Rückrundenspieltag zum teil überhart kritisiert.
    Arjen Robben und Jos Luhukay wurden nach dem ersten Rückrundenspieltag zum teil überhart kritisiert. Foto: dpa

    Lorenzo Davids war die Verunsicherung am Ende der Vorrunde bei jedem Ballkontakt anzumerken. Der Niederländer konnte es den Fans des FC Augsburg nicht mehr recht machen. Er konnte die in ihn gesteckten Erwartungen nie erfüllen. Punkt. Am Samstag hat der FCA in Freiburg verloren. In Fanforen wird gefordert: die Rückkehr von Davids in die Startformation. Fans sind vergesslich. Das dürfen sie sein. Das müssen sie sogar sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie auch nach zum Teil haarsträubenden Leistungen wieder ins Stadion pilgern und ihre Mannschaft anfeuern. Und das ist jetzt ausdrücklich nicht auf den FCA gemünzt.

    Am ersten Spieltag der Rückrunde hat aber wohl eine weit um sich greifende Amnesie Besitz von den Oberstübchen der Anhänger und Medienschaffenden ergriffen.

    Die Fakten: Sowohl der FC Bayern als auch der FC Augsburg haben nach schwachen Leistungen das erste Spiel der Rückrunde verloren. Die Münchner stehen immer noch auf dem ersten Tabellenplatz. Die Augsburger rangieren nun dort, wo man sie seit Anfang der Spielzeit erwartet hat - sie sind Letzter.

    Beide bayerischen Mannschaften müssen sich nun unverhältnismäßiger Kritik der Medien und Anhänger erwehren.

    Bastian Schweinsteiger wird als schlechter Verlierer bezeichnet, weil er den Zustand des Gladbacher Rasens bemängelte. Manuel Neuer wird zum Vorwurf gemacht, seine moderne Spielweise sei Schuld am ersten Gegentreffer und er müsse sein Spiel umstellen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Neuer wollte eben nicht von hinten heraus das Spiel machen. Er wollte lediglich den Ball aus der Gefahrenzone schlagen. Dass er dabei dem sowieso schon ramponierten Rasen eine weitere Verwundung zufügte und Marco Reus den Ball in die Füße spielte, sollte nicht passieren. Hat aber nichts mit seiner Spielweise zu tun.

    Auch ein Weltklassespieler braucht Zeit

    Arjen Robben hat ein miserables Spiel gemacht. Ihm jetzt internationale Klasse abzusprechen, ist Unfug. Wahrscheinlich können die Münchner nur mit einem Robben in Gala-Form in der Champions League weit kommen. Selbst ein Weltklassespieler wie der Niederländer benötigt einfach Zeit, um seine Form zu erlangen. Und es braucht Spielpraxis, eine Vorbereitung alleine reicht nicht.

    Ebenfalls schwachsinnig ist es, nach der Verletzung vonDaniel van Buyten einen weiteren Innenverteidiger zu fordern. Jerome Boateng wurde für genau diese Position geholt. Was sollte außerdem mit dem Neuzugang passieren, wenn van Buyten wieder fit ist? So viel zum FC Bayern.

    Nun zumFC Augsburg. Hier wird im Allgemeinen der kompletten Mannschaft nach dem saftlosen Auftritt in Freiburg die Befähigung abgesprochen in der Bundesliga spielen zu können. Außerdem wird von Teilen der Fans die Ablösung von Trainer Jos Luhukay gefordert.

    Die Augsburger haben beim SC Freiburg ihre wohl schlechteste Saisonleistung abgeliefert. Da gibt es nichts zu lamentieren. Das ist nicht schön, passiert aber. Bitter natürlich, wenn es gegen einen direkten Konkurrenten geschieht. Die Augsburger haben aber in der Vorrunde zu Genüge gezeigt, dass sie es auch anders können. Haben den FC Bayern beinahe ein Unentschieden abgetrotzt und die Gladbacher zu Hause verdient geschlagen. Die Mannschaft kann Bundesliga spielen. Ob es zum Klassenerhalt reicht, steht auf einem anderen Papier.

    Jos Luhukaymuss sich im Nachhinein die Kritik gefallen lassen, mit einer mutlosen Aufstellung mitverantwortlich für die Niederlage zu sein. Deswegen aber seine Ablösung zu fordern, geht um einiges zu weit. Der Niederländer hat mit dem ihm zur Verfügung gestellten Mannschaft in der Vorrunde nahezu das Maximum herausgeholt. Vielleicht hat er nun einen Fehler gemacht. Alte Bibelweisheit: Immer schön los mit den Steinen.

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