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Fussball: Ein 18-Jähriger als König der Löwen

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Ein 18-Jähriger als König der Löwen

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    Julian Weigl (links) ist der jüngste Spielführer in der Geschichte von 1860 München. Hier im Zweikampf mit Kaiserslauterns Alexander Ring.
    Julian Weigl (links) ist der jüngste Spielführer in der Geschichte von 1860 München. Hier im Zweikampf mit Kaiserslauterns Alexander Ring. Foto: Uwe Anspach (dpa)

    Viele Fußball-Fans dürften nicht schlecht gestaunt haben, als am Montagabend bei der Zweitliga-Partie des 1. FC Kaiserslautern gegen 1860 München die Spieler ins Stadion einliefen. Der Grund: Ein 18-Jähriger trat für den Traditionsklub als erstes auf den Rasen am altehrwürdigen Betzenberg. Julian Weigl – er wurde von Trainer Ricardo Moniz zum König der Löwen ernannt und das mit 18 Jahren und 329 Tagen. Damit schreibt der Bad Aiblinger Geschichte, denn nie zuvor gab es einen jüngeren Spielführer bei den Münchnern.

    Moniz, der selbst erst seit Anfang Juni im Verein ist, wollte sich lange nicht für einen Mannschaftsführer entscheiden. Erste Anzeichen waren aber bereits während den Vorbereitungsspielen zu sehen. Dort zog der Trainer den Jungspund bereits Routiniers wie Gabor Kiraly (38 Jahre) und Ex-Kapitän Guillermo Vallori (32) vor. Allerdings dürfte kaum einer damit gerechnet haben, dass Julian Weigl die Binde auch im ersten Saisonspiel der 2. Bundesliga trägt.

    Doch so überraschend die Entscheidung war, so nachvollziehbar war sie für Ricardo Moniz: „Das soll auch eine Auszeichnung für unsere hervorragende Jugendarbeit sein“, begründet er die Entscheidung für den Nachwuchsspieler. Zudem sagte der ehemalige Trainer des Hamburger SV, dass Weigl „mehr Verantwortung übernehmen“ soll.

    Zunächst dem Amt des Kapitäns nicht gewachsen

    Aber auch für den 18-Jährigen war das Amt des Kapitäns kein Neuland. Bereits in der Jugend trug das Talent die Binde. Allerdings war er sich damals der Verantwortung, die das Amt mit sich bringt, noch nicht so recht bewusst. „In der Jugend war ich schon einer, der bei Späßen vorn mit dabei war.“

    Spätestens aber mit seinem Wechsel 2010 in die Jugendakademie von 1860 München reifte er zur Leitfigur. Zu Beginn der vergangenen Saison stand der Mittelfeldspieler dann im Kader der Regionalliga-Mannschaft. Vor der Winterpause lief er in 23 Spielen auf und spielte 21 Mal über die vollen 90 Minuten. Damit machte er den ehemaligen Löwen-Trainer Friedhelm Funkel auf sich aufmerksam, der ihn mit ins Winter-Trainingslager der Profis nahm. In den dortigen Einheiten wusste er zu überzeugen. Funkel bot ihm einen Profivertrag an und setzte ihn in jeder Partie der Rückserie ein.

    Ein Spiel, das er nicht so schnell vergessen wird

    Am Montag dann bestritt Julian Weigl sein 15. Zweitligaspiel – das erste als König der Löwe. Und nicht nur aus dieser Sicht sollte er das Spiel nicht so schnell vergessen. Eine Zwei-Tore-Führung und 70 Minuten in Überzahl reichten dem Team nicht, um auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern zu bestehen und zumindest einen Punkt zu sichern. So stand am Ende eine bittere 2:3-Niederlage für die Münchner. „Einige Sachen sind katastrophal falsch gelaufen“, erkannt Trainer Moniz nach dem Spiel. Aber auch der junge Kapitän fasste folgerichtig zusammen; „Wir hatten bis zur Halbzeit alles im Griff und haben dann durch individuelle Fehler die Tore kassiert.“

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