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Kommentar: Die Relativierung des Hasses gegen Dietmar Hopp ist verstörend

Kommentar

Die Relativierung des Hasses gegen Dietmar Hopp ist verstörend

Florian Eisele
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    Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp wurde erneut zum Ziel von Beschimpfungen.
    Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp wurde erneut zum Ziel von Beschimpfungen. Foto: Uwe Anspach, dpa

    Es war ein Novum in der Bundesliga, auf das alle wohl nur allzu gerne verzichtet hätten: Die letzte Viertelstunde des Spiels zwischen Hoffenheim und dem FC Bayern verbrachten die Spieler damit, sich freundschaftlich den Ball zuzuspielen. Der 6:0-Sieg der Münchner war kein Thema mehr. Es war eine Geste der Solidarität: Zuvor war die Partie wegen erneuter Schmähungen gegen Hoffenheims Geldgeber Dietmar Hopp unterbrochen worden und stand kurz vor dem Abbruch.

    Dass so entschieden gegen die jahrelangen Bedrohungen und Diffamierungen reagiert wird, ist richtig. Verstörend wirkt es hingegen, wenn etwa in sozialen Netzwerken der Hass gegen Hopp relativiert wird. Der Tenor: Beleidigungen (also offenbar auch Hopps Konterfei im Fadenkreuz, wie es in der Woche zuvor in Mönchengladbach zu sehen war) gehören irgendwie zu einem Besuch in einem Bundesligastadion dazu.

    Zumal sei es ja auch nicht zwingend gegen Hopp als Person, sondern gegen den Einfluss der Sponsoren und Investoren gerichtet, wenn der 79-Jährige beschimpft und bedroht wird. Der nicht ausformulierte Unterton: Hopp solle sich mal nicht so wichtig nehmen.

    Gladbacher Fans zeigen ein Transparent mit dem Konterfei von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp.
    Gladbacher Fans zeigen ein Transparent mit dem Konterfei von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Foto: Roland Weihrauch, dpa

    Dietmar Hopp muss einem nicht sympathisch sein

    Zudem missfällt einigen, dass mit Hopp ein gut vernetzter Milliardär geschützt wird, während bei Rassismus und Homophobie ein Auge zugedrückt werde. Herthas Jordan Torunarigha etwa wurde im Pokalspiel gegen Schalke mit Affenlauten beschimpft. Anstatt das Spiel zu unterbrechen, wurde er mit gelb-rot des Feldes verwiesen, weil er im Frust einen Wasserkasten umgeworfen hatte. Tatsächlich wäre es richtig gewesen, den Herthaner zu schützen - aber ist es deswegen falsch, Hopp vor dem Hass zu schützen?

    Tatsächlich muss einem Hopp nicht sympathisch sein, tatsächlich wirkt die Nähe zu den mächtigen Bayern-Bossen klebrig. Tatsächlich würde man sich wünschen, dass noch entschiedener gegen Rassismus und Homophobie vorgegangen wird. Die systematischen und über Jahre andauernden Beschimpfungen gegen einen Mann, dessen einziges "Vergehen" es ist, einen Fußballklub zu sponsern, werden durch all das aber nicht gerechtfertigt.

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