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Olympia
30.06.2016

Usain Bolt will in Rio endgültig zur Legende werden

Ein gewohntes Bild: Usain Bolt überquert als Erster die Ziellinie. Bei den Olympischen Sommerspielen in Rio will er diesen Erfolg wiederholen.
Foto: Dpa-Archiv

Usain Bolt ist ein begnadeter Enterainer - und im Nebenjob der schnellste Mann der Welt. In Rio will er schaffen, was vor ihm noch keiner geschafft hat.

Usain Bolt ist ein begnadeter Enterainer - und im Nebenjob der schnellste Mann der Welt. In Rio will er schaffen, was vor ihm noch keiner geschafft hat: Als erster Sprinter will der 29-Jährige das goldene Triple-Triple schaffen. 2008 in Peking und 2012 in London war er schon Olympiasieger über 100 Meter, 200 Meter und mit der jamaikanischen 4x100-Meter-Staffel. In Rio, bei seinen letzten Olympischen Sommerspielen, soll noch einmal der komplette Satz Goldmedaillen her. Schon jetzt ist Usain Bolt ein Superstar. Schafft er das Triple-Triple, wäre er eine Legende. Schwer vorstellbar, dass ein anderer Sprinter in absehbarer Zeit die Sprintstrecken so dominiert, wie er es macht.

Selbstverständlich hält Bolt die Weltrekorde über 100 Meter (9,58 Sekunden) und 200 Meter (19,19 Sekunden). Beide lief er übrigens auf der blauen Bahn des Berliner Olympiastadions bei der Weltmeisterschaft im August 2009. Unfassbare 48 Mal hat er in seiner Karriere schon die Schallmauer von 10 Sekunden über 100 Meter schon durchbrochen. Zum Vergleich: Der deutsche Rekord steht bei 10,03 Sekunden. Eine solche Zeit läuft Bolt schlimmstenfalls zum Einstieg in die Saison und voll aus dem Training heraus.

Bolt will als erster Mensch die 200 Meter unter 19 Sekunden laufen

Über 200 Meter hat er sich zum Ende seiner großartigen Karriere noch ein ganz besonderes Ziel gesetzt: Er will als erster Mensch unter 19 Sekunden bleiben. "Das ist mein Fokus", kündigte er im Frühling an. Dabei hat auch ein Ausnahmesportler mit den Folgen des Alterns zu kämpfen. Vor allem Sprinter treiben Raubau mit ihrem Körper. Die ständigen maximalen Belastungen fordern ihren Tribut. "Es ist härter geworden", sagt Bolt dazu. Er benötige mehr Massagen und mehr Eisbäder, als früher. Sein Wille und sein Ehrgeiz seien aber unegbrochen.

Als sicher gilt bisher nur, dass Bolt 2017 noch einmal bei der WM in London teilnehmen will. Wie es danach weiter geht? Offen. Bolt selbst sagt dazu: "Ich bin auf der Zielgeraden und komme der Ziellinie näher." Er könne allerdings nicht sagen, wie nahe er dem Ziel schon sei.

Immer wieder plagen den Sprinter Muskelprobleme in den Oberschenkeln. Diese lässt er meist von dem Arzt seines Vertrauens behandeln. Der praktiziert in München und heißt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Ihm dankte er schon der öfteren nach großen Siegen. Der langjährige Mannschaftsarzt des FC Bayern und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bekam Bolt immer rechtzeitig fit.

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Schon früh deutete sich die große Karriere des Usain Bolt an

Schon früh hatte sich abgezeichnet, dass Bolt eine außergewöhnliche Karriere gelingen könnte. 2003 wurde er Juniorenweltmeister und lief Junioren-Weltrekord. Als erster dieser Altersklasse blieb er über 200 Meter unter 20 Sekunden. Bis heute ist das keinem anderen Nachwuchs-Läufer gelungen. Die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen kamen allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt für ihn. Von einer Wadenverletzung beeinträchtigt schied er schon in den Vorläufen aus.

Danach aber war Bolts Aufstieg unaufhaltsam. Bei der WM 2007 holte er seine erste Medaille, als er über 200 Meter Zweiter wurde. Im Vorfeld der Spiele von 2008 lief Bolt seinen ersten Weltrekord über 100 Meter in 9,72 Sekunden. Im Finale von Peking lief er zu seinem ersten Olympiasieg und verbesserte den Weltrekord auf 9,69 Sekunden.

Es folgten Siege wie am Fließband und eine beeindruckende Dominanz. Manchem scheint es, als sei dies mit legalen Mitteln nicht möglich. Neun der zehn schnellsten 100-Meter-Sprinter hatten früher oder später in ihrer Karriere ein Dopingproblem. Nur einer nicht: der Schnellste. Kann das sein? Bisher schwebt Bolt über allen Verdächtigungen und bestreitet vehement, jemals gedopt zu haben. Unbestritten ist, dass sein Körper perfekt geeignet ist für den Sprint. Allenfalls am Start hat er durch seine Körpergröße einen leichten Nachteil. Kommt er aber ins Rollen, fliegt der der 1,95-Meter-Hüne an der Konkurrenz regelrecht vorbei. Im Vollsprint kann er seine Körpermasse von 95 Kilo auf fast 44 Stundenkilometer beschleunigen. Er schafft dann Schritte von bis zu 2,95 Meter Länge.

Legendäre Pose nach dem Zieleinlauf

Die eigentliche Show des Usain Bolt beginnt meist aber erst nach dem Zieleinlauf. Mit seiner legendären Pose eines Bogenschützen hat er sich bei seinen Fans unsterblich gemacht. Auch vor dem Start neigt er gerne dazu, in die Kamera Grimassen zu ziehen.

Die Kombination aus sportlicher Extraklasse und Extrovertiertheit hat Bolt zu einem wertvollen Gesicht für die Werbung gemacht. Kein anderer Leichtathlet verdient auch nur annähernd so viel wie er. Allein sein Ausrüster Puma zahlt ihm jährlich neun Millionen Dollar. Insgesamt bringt er es pro Jahr auf rund 24 Millionen Dollar. Nur der kleinste Teil davon (rund 300 000 Dollar) stammt aus Preisgeldern. ako

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