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Pferd International: Auf dem Sprung

Pferd International

Auf dem Sprung

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    München Maximilian Weishaupts Weg war vorgezeichnet. Großvater Ludwig: Profireiter. Vater Josef: Profireiter. Bruder Philipp: Profireiter. Gab es für den 22-Jährigen aus Jettingen-Scheppach (Kreis Günzburg) überhaupt eine Wahl? „Ich habe schon immer mal wieder gezweifelt, ob es das Richtige für mich ist“, gesteht der jüngste Profi aus der Weishaupt-Dynastie am Rande des Springparcours auf Süddeutschlands größter Reitsportveranstaltung, der Pferd International in München. Dort startet er noch heute und morgen.

    Mit zwei Jahren hat ihn Vater Josef aufs Pferd gesetzt. Ob es Spaß macht, hat sich der kleine Maxi da noch nicht gefragt – später schon ab und zu. Zweimal war er beim Volleyballtraining, ebenso viele Versuche startete er mit Fußball. Nur beim Reiten blieb er. Und beschloss nach dem Fachabitur der Familientradition folgend, den Springsport zum Beruf zu machen. Nach zwei Jahren in einem holländischen und einem norddeutschen Ausbildungsstall kehrte Maximilian Weishaupt Anfang 2012 auf die väterliche Anlage nach Schwaben zurück. Anders als sein fünf Jahre älterer Bruder Philipp, der bei Ludger Beerbaum im westfälischen Riesenbeck anheuerte und gleich dort blieb.

    Zehn Stunden täglich im Sattel

    Der eigene Stall und eigene sehr gute Pferde machten einen Sportler unabhängiger, ist Maximilian Weishaupt überzeugt. Der Nachteil: Seine Familie lebt auch vom Verkauf der Pferde, und so droht ihm irgendwann der Abschied von seinen aktuellen Spitzenpferden Can do und Casall. Um dann nicht vor dem sportlichen Nichts zu stehen, sitzt der 22-Jährige täglich zehn Stunden im Sattel, bildet eigene und fremde junge Pferde aus.

    Eine der Nachwuchshoffnungen ist die siebenjährige Stute Rahmnannshof’s Before, mit der er in München in zwei Prüfungen der Klasse S für junge Pferde Vierter und Fünfter wurde. Mit der achtjährigen Stute Siria’s pleasure, die ihm ein Sponsor zur Verfügung stellt, sicherte er sich gestern ebenfalls in einem Springen der schweren Klasse Platz zwei.

    Derzeit hat der jüngste Weishaupt-Profi Erfolg und Spaß im Sattel. Zweifel kämen eher in Phasen, in denen es weniger gut läuft, sagt er. Vor fünf Jahren hat er sich bei einem Sturz das Schultergelenk zertrümmert. „Da ist man dann erst mal vorsichtiger. Es dauert, bis man das aus dem Kopf rauskriegt.“

    Inzwischen hat er den Kopf längst wieder frei für höhere Ziele. Lassen die sich in München diesmal leichter verwirklichen, da die deutschen Topreiter beim zeitgleichen Hamburger Derby starten? „Das ist hier immer noch schwierig genug“, sieht Weishaupt keinen Vorteil: „In Deutschland gibt es so viele gute Reiter, da ist selbst die zweite Garnitur im internationalen Vergleich noch spitze.“

    Er selbst möchte längerfristig zur ersten Garnitur gehören, sich Bundestrainer Otto Becker auch mit guten Ergebnissen auf der Pferd International empfehlen. „Eine Platzierung im Großen Preis wäre schön“, nennt er ein Ziel für das Finale am Sonntag um 11.30 und 16.30 Uhr.

    Darüber würden sich zweifellos alle Weishaupts freuen. Einen Erfolg hat der Youngster Vater und Bruder ohnehin voraus: den Sieg im Großen Preis von Oberelchingen (Kreis Neu-Ulm). Und der bleibt ihm exklusiv, denn das traditionsreiche Pfingstturnier fand 2012 zum letzten Mal statt. Maximilian Weishaupt wird sich neue Herausforderungen suchen.

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