Es ist die schlimmste Ebola-Epidemie in der Geschichte. Seit Jahresanfang breitet sich das tödliche Virus immer weiter in Westafrika aus, betroffen sind vor allem Guinea, Sierra Leone und Liberia. Die Weltgesundheitsbehörde WHO geht inzwischen von mehr als 1300 Ebola-Infektionen aus, mindestens 729 Menschen überlebten die Ansteckung mit dem Virus nicht.
Nun ist auch erstmals der Profifußball von der ansteckenden Krankheit betroffen. Wie der BBC berichtet, hat der Fußballverband von Sierra Leone (SLFA) den Spielbetrieb komplett eingestellt. Und zieht daraus auch Konsequenzen aus dem abgesagten Qualifikationsspiel gegen die Seychellen. Eigentlich sollten am vergangenen Samstag die beiden Nationen auf dem Inselstaat um die Qualifikation für den Africa-Cup 2015 in Marokko spielen. Doch das Flugzeug mit den "Leone Stars" durfte nicht starten. Der Grund: Die Seychellen verweigerten die Landeerlaubnis. Damit reagierte das Land auf den Rat der einheimischen Gesundheitsbehörde wie die Seychelles News Agency berichtet.
Seychellen drohen Sanktionen
Nun droht dem Land im indischen Ozean aber Konsequenzen für sein Handeln. Denn bislang hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Reisesperre für die westafrikanischen Länder verhängt. So wertete der Afrikanische Fußballverband (CAF) das Spiel als "kampflos gewonnen" für Sierra Leone. Zudem besteht nach Elvis Chetty vom Fußballverband der Seychellen (SFF) die Möglichkeit, dass das Land für drei Jahre von allen Wettbewerben ausgeschlossen wird. Auch finanzielle Sanktionen seien eine Möglichkeit.
Strafen, die Jude Gedeon vom Gesundheitsministerium des Inselstaates gerne in Kauf nimmt. "Es ist unsere eigene Entscheidung, um uns zu schützen. Wir können den Schutz unserer Bevölkerung nicht aufgeben", sagt er gegenüber der Nachrichtenagentur.
Offen bleibt auch, ob die Nationalmannschaft von Sierra Leone wie geplant am 10. September die nächste Runde der Qualifikation zum Africa-Cup 2015 gegen die Demokratische Republik Kongo spielen kann.