Zum Schluss läuft „Time to Say Goodbye“. Mit tränenüberströmtem Gesicht steht Ilona Unsinn auf. Mit wenigen Schritten geht sie zu dem Sarg, in dem ihr Ehemann liegt. Vorsichtig streicht sie mit ihrer Hand ein letztes Mal über den Deckel. Dann dreht sie sich um und macht sich auf den Weg aus der Aussegnungshalle des Waldfriedhofs in Füssen (Landkreis Ostallgäu).
In einer bewegenden Trauerfeier haben gestern rund 150 Gäste – darunter langjährige Weggefährten und Größen des deutschen Eishockeys – Abschied genommen von Eishockey-Legende Xaver Unsinn. Er war vor kurzem im Alter von 82 Jahren gestorben. Auch Wolfgang Niersbach, designierter Nachfolger von DFB-Präsident Theo Zwanziger, war ins Allgäu gekommen. Mit betroffener Miene trat er vor die Trauergäste. In seiner früheren Tätigkeit als Sportjournalist habe er Unsinns Schaffen begleitet. In dieser Zeit wurde er ein großer Fan des einstigen Trainers der Nationalmannschaft: „Er konnte Leute für Eishockey begeistern, die zuvor noch nie Eishockey gespielt hatten.“ Habe Unsinn seine Stimme erhoben, sei man „mitgerissen“ worden. „Für ihn war Leidenschaft Programm.“
Erich Kühnhackl: „Für mich ist Xaver Unsinn die Eishockey-Ikone schlechthin in Deutschland.“
Der Verstorbene habe zwar auch „unangenehm und garstig“ werden können, wenn er etwas durchsetzen wollte. Trotzdem sei er ein wunderbarer Mensch gewesen. Am Ende seiner Ansprache blickte Niersbach mit Tränen in den Augen auf den Sarg. Er holte tief Luft: „Mach’s gut, Xaver.“ Unter den Gästen war auch Eishockey-Legende Erich Kühnhackl. Er hatte Unsinn über mehrere Jahre hinweg als Trainer erlebt. „Für mich ist er die Eishockey-Ikone schlechthin in Deutschland“, betonte Kühnhackl am Rande der Trauerfeier. Er habe zu Unsinn, „der immer eine unglaubliche Energie“ ausstrahlte, eine „sehr gute Beziehung“ gepflegt. Sehr gut mit Unsinn befreundet war auch der ehemalige Füssener Eishockeyspieler Karl-Heinz „Adi“ Egger. Er begleitete den Verstorbenen vor allem in dessen letzten zwei Lebensjahren intensiv. „Manchmal habe ich ihn im Rollstuhl durch die Natur geschoben“, erzählte der 62-jährige Ex-Nationalspieler.
Ernst Trautwein, ehemaliger Eishockeyspieler aus Füssen, wird vor allem der Mensch Xaver Unsinn in Erinnerung bleiben. Der Verstorbene sei nicht nur auf Menschen zugegangen: „Xaver war einfach ein ganz feiner Kerl.“