Halbnackte Footballerinnen sorgen in den USA derzeit für Aufregung. Seit die "Lingerie Football League" ("Unterwäsche-Liga") den Spielbetrieb aufgenommen hat, scheiden sich daran die Geister. Die Fans lieben es, Feministinnen schimpfen.
Schon der Saisonauftakt war verheißungsvoll: Rund 10.000 Zuschauer strömten in die Sears Centre Arena in einem Vorort von Chicago, um das erste Spiel der neugegründeten "Lingerie Football League" (LFL) zu verfolgen.
Und alle bekamen das geboten, was sie sich erhofft hatten: Football der besonderen Art.
Denn in der LFL treten nicht kernige Muskelpakete gegeneinander an, sondern in der "Unterwäsche-Liga" gehen zierliche Models spärlich bekleidet auf Punktejagd. Neben einem Helm und knappen Schulterpolstern tragen sie nur BH und Höschen und balgen sich nach Football-ähnlichen Regeln um das Football-Ei.
Mit 29:19 besiegten die Chicago Bliss ( engl.: Glückseligkeit) die Miami Caliente ( span.: heiß). Ob sich die Zuschauer aber tatsächlich für das finale Ergebnis interessierten oder es doch viel spannenender fanden, als der Körpereinsatz einer Spielerin für den Bruchteil einer Sekunde ihren blanken Hintern entblößte, ist fraglich.
Der Umfrage einer amerikanischen Zeitung am zweiten Spieltag - Seattle Mist ( engl.: Hauch) bezwang San Diego Seduction ( engl.: Verführung) mit 20:6 - zufolge, ist die Erwartungshaltung bei den Zuschauern der LFL-Spiele durchaus gespalten.
"Ich hoffe, die Spiele sind hart umkämpft. Hauptsächlich bin ich aber hier, um halbnackte Frauen zu sehen, die Football spielen," gab ein männlicher Fan in der Seattle Weekly unverwunden zu und wurde von einer weiblichen Zuschauerin unterstützt: "Es gibt doch nichts heißeres, als Mädchen in Dessous zuzuschauen, wie sie sich fertigmachen." Die Mutter einer Spielerin freute sich dagegen über den Einsatz ihrer Tochter, auf den sie sich so hart vorbereitet habe.
Auf wenig Verständnis stoßen die Spiele der Unterwäsche-Liga bei amerikanischen Feministinnen. Courtney Martin schimpfte: "Das ist Verdinglichung, wie sie bösartiger und erniedrigender nicht sein könnte. Gib Frauen die Möglichkeit, einen Sport auszuüben, der bisher gegen Bezahlung für sie unmöglich war - aber nur, wenn sie stereotyp hübsch sind und das alles in Unterwäsche tun." (bmi-)
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