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AEV-Torhütertrainer Dennis Endras: „Wir sind auf einer Welle durchs Turnier gesurft“

Olympia 2026

AEV-Torhütertrainer Dennis Endras: „Wir sind auf einer Welle durchs Turnier gesurft“

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    Dennis Endras arbeitet als Torhütertrainer bei den Augsburger Panthern.
    Dennis Endras arbeitet als Torhütertrainer bei den Augsburger Panthern. Foto: Ulrich Wagner

    Herr Endras, was schießt Ihnen in den Kopf, wenn Sie an die Olympischen Spiele 2018 denken?

    DENNIS ENDRAS: Gar nicht so sehr die Silbermedaille, sondern der große Zusammenhalt, den wir als Team entwickelten. Wir haben uns aus den Clubs gut gekannt, hatten ja auch gemeinsam die Olympia-Qualifikation in Lettland bestritten. Wir haben es geschafft, schnell zu einer Einheit zu werden. Zudem haben wir einen guten Weg gefunden, mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ins Turnier zu gehen, andererseits aber den Faktor Spaß nicht zu vernachlässigen. Das war der Schlüssel für den Erfolg, wir sind auf einer Welle durchs Turnier gesurft.

    Felix Schütz (links) und Dennis Endras beim Training während der Olympischen Spielen 2018.
    Felix Schütz (links) und Dennis Endras beim Training während der Olympischen Spielen 2018. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Wie beurteilen Sie die Entwicklung des deutschen Eishockeys seit dem Silber-Coup?

    ENDRAS: Grundsätzlich sehe ich die Entwicklung sehr positiv. Wo man wirklich steht, wird aber erst das Olympia-Turnier zeigen, denn das ist ein echter Gradmesser. Ich will keinen Erfolg madig machen. Jeder, der beispielsweise zum WM-Silber 2023 beigetragen hat, darf stolz darauf sein. Jeder weiß aber, dass bei Weltmeisterschaften viele der besten Eishockeyspieler noch in den NHL-Play-offs aktiv sind und um den Stanley Cup kämpfen. Jetzt in Mailand sind alle dabei. Das ist auch ein Grund, warum ich mich so sehr auf die Tage freue.

    Wie verfolgen Sie das Turnier?

    ENDRAS: Daheim vor dem Fernseher. Wir haben in Augsburg nach dem letzten DEL-Spieltag zehn freie Tage bekommen. Obwohl es jetzt wieder mit dem Training losgeht, bleibt schon genug Zeit, das hochklassige Eishockey zu verfolgen.

    Sie arbeiten nicht nur als Torhütertrainer beim AEV, sondern sind auch ins Mentaltraining eingestiegen. Was machen Sie in diesem Bereich konkret?

    ENDRAS: Ich konzentriere mich dabei auf Torhüter. Ich finde, dieser Bereich ist im Eishockey noch unterentwickelt. Ich möchte das ändern. Ein Eishockey-Torhüter sieht sich mit vielen mentalen Herausforderungen konfrontiert. Er macht sich selbst Druck, dazu kommen Erwartungen, die von außen an ihn herangetragen werden. Auf dem Eis geht es auch darum, wie man am besten ein dummes Gegentor wegsteckt. Gemeinsam werden Strategien entwickelt.

    Wie blicken Sie auf das deutsche Torhütertrio Philipp Grubauer, Mathias Niederberger und Maximilian Franzreb?

    ENDRAS: Vor „Grubi“ habe ich den größten Respekt. Er spielt bei den Seattle Kraken eine hervorragende Saison, die ihm wohl nicht viele zugetraut haben. Münchens Mathias Niederberger hat schon viele Partien für die deutsche Nationalmannschaft gewonnen, nach seiner Verletzung hat er aber kaum gespielt. Von Adler-Torhüter Maximilian Franzreb bin ich beeindruckt. Zwar spielt auch der Schwede Johan Mattsson eine überzeugende Saison in Mannheim, aber für mich hat „Maxi“ die Nase vorn. Ich würde mich freuen, wenn alle drei Torhüter einen Olympia-Einsatz bekämen.

    Was trauen Sie der deutschen Mannschaft in Mailand zu?

    ENDRAS: Von den Namen ist das DEB-Team natürlich erstklassig besetzt. Die NHL-Spieler sind aber erst kurz vor dem Turnierstart zur Mannschaft gestoßen. Vor diesem Hintergrund geht es erst einmal darum, dass sich das Team so schnell wie möglich findet.

    Wie schätzen Sie die deutschen Vorrundengegner ein?

    ENDRAS: Zum Gruppenabschluss gegen die mit Stars gespickte USA - das wird ein Highlight! Doch auch in diesem Duell sehe ich unser Team nicht chancenlos. Die Spielweise der USA liegt uns, wir konnten sie zuletzt immer wieder ärgern. Dänemark und Lettland sind in der Vorrunde die Gegner, die es zu schlagen gilt. Beide schätze ich ähnlich stark ein. Sie sind ausgeglichen besetzt und können sich auf einen starken Torhüter verlassen. Da sich auch der beste Gruppenzweite direkt fürs Viertelfinale qualifiziert, sollte das für Deutschland drin sein.

    Wer ist Ihr Turnierfavorit?

    ENDRAS: Ich kann es kaum erwarten, dass die Kanadier endlich loslegen!. Unterschätzt mir aber auch die Finnen nicht! Das ist eine Turniermannschaft.

    Zur Person

    Dennis Endras wurde am 14. Juli 1985 in Immenstadt im Allgäu geboren. Mit dem Eishockey begann er beim ERC Sonthofen. Seine ersten Einsätze in der Deutschen Eishockey Liga absolvierte der Torhüter für die Augsburger Panther. 2011 verließ er den AEV. 2010 wurde Endras zum besten Spieler (MVP) der Heim-WM gewählt. 2022 kehrte Endras nach Augsburg zurück. 2024 beendete der ehemalige Nationaltorhüter, der 2018 mit dem DEB-Team Olympia-Silber gewann, seine aktive Karriere. Seitdem arbeitet er als Torhütertrainer bei den Panthern.

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