Ben Shelton ist mehr als ein aufstrebender Tennisprofi – er verkörpert eine neue Generation amerikanischen Sports. Der 22-jährige US-Amerikaner aus Atlanta, Sohn des früheren Profis und seines heutigen Trainers Bryan Shelton, wuchs in einem Umfeld auf, in dem Tennis zwar präsent, aber nie erzwungen wurde. Lange Zeit spielte Shelton Junior lieber Football, ehe er sich mit zwölf Jahren entschied, den Tennisschläger in die Hand zu nehmen. Dass er heute zu den Top Ten der Welt gehört, ist das Ergebnis von Talent, harter Arbeit und auch einer schnellen Entwicklung. Bei den US Open will der Jungstar vor heimischem Publikum zeigen, was er kann. Das klappte beim Erstrundenmatch gegen den Qualifikanten Ignacio Buse schon mal ganz gut.
Seinen Durchbruch erlebte Shelton ungewöhnlich spät für einen heutigen Tennis-Star: Erst während seiner College-Zeit an der University of Florida zeigte er, welches Potenzial in ihm steckt. 2022 führte er das Team der Florida Gators im Team zum nationalen Tennis-Titel – ein Höhepunkt seiner College-Laufbahn, der ihm zugleich das Selbstbewusstsein gab, auf die Profitour zu wechseln. Statt den traditionellen Weg über Juniorenturniere zu nehmen, ging er direkt auf die ATP-Tour. Dort gelang es Shelton schnell, sich mithilfe seiner Athletik, Aufschlagstärke sowie spektakulären Ballwechseln einen Namen zu machen.
Ben Shelton ist mit der Tochter von Basketball-Legende Dennis Rodman liiert
Abseits des Tennisplatzes wirkt Shelton selbstbewusst, aber auch geerdet. Er sucht nicht die Distanz, sondern die Nähe zu den Fans, nimmt sich Zeit für Autogramme und kleine Gespräche und versteht es, mit seinem offenen Lächeln Brücken zu bauen. In den sozialen Medien gibt er zudem Einblicke in sein Privatleben. Seit einiger Zeit befindet er sich mit der US-Fußball-Nationalspielerin Trinity Rodman, der Tochter von NBA-Legende Dennis Rodman, in einer Beziehung. Gemeinsam ziehen sie auf und neben dem Platz viel Aufmerksamkeit auf sich. Gerade diese Mischung aus Lockerheit und Authentizität macht Shelton für viele junge Fans greifbar – ein Star, der nicht unnahbar wirkt.
Zum Start der US Open untermauerte Shelton sportlich seine Ausstrahlung durch einen souveränen Erstrundenerfolg. Im Spiel ließ er dem peruanischen Qualifikanten Ignacio Buse keine Chance und siegte glatt in drei Sätzen. Im Interview nach dem Match äußerte sich Shelton zum Gefühl, vor heimischer Kulisse zu spielen, folgendermaßen: „Es beginnt, sich wie Zuhause für mich anzufühlen. Ich bin wirklich dankbar für alle, die hierhergekommen sind.“ Sein Auftritt war ein Beispiel für Ruhe und Konzentration - ein deutlicher Kontrast zu dem, was sich parallel auf einem anderen Court in New York abspielte.
Daniil Medwedew liefert einen Eklat auf dem Court - und schied aus
Dort sorgte der US-Open-Champion von 2021, Daniil Medwedew, für einen ersten großen Aufreger des Turniers. Im Fünf-Satz-Krimi gegen den Franzosen Benjamin Bonzi verlor der Russe nach wechselvollem Verlauf. Für Schlagzeilen sorgte jedoch nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem eine bizarre Szene im entscheidenden Moment: Beim ersten Matchball von Bonzi im dritten Satz stürmte ein Fotograf aufs Spielfeld, um das mögliche Ende der Partie festzuhalten. Medwedew, ohnehin schon sichtlich angespannt, fühlte sich dadurch massiv gestört, gestikulierte wild und lieferte sich hitzige Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Dieser hatte nämlich nach der Fotografen-Störung auf eine Wiederholung des ersten verschlagenen Aufschlags von Bonzi entschieden. Daraufhin buhte das Publikum minutenlang für Medvedev, sodass sein Gegner nicht aufschlagen konnte. Dies brachte den Franzosen völlig aus dem Konzept und unter Jubel der Zuschauer vergab er den Matchball, wodurch es Medwedew gelang, sein Ausscheiden vorerst aufzuschieben.
So unterschiedlich können erste Turniertage verlaufen: Während der 13. Platz der Weltrangliste im Chaos-Spektakel unterging, bestätigte Shelton seine zugeschriebene Mitfavoritenrolle. Bei den US Open richtet sich der Blick stärker denn je auf ihn. Shelton hat bewiesen, dass er in New York bestehen kann – sein Halbfinaleinzug 2023 war ein Vorgeschmack. Mittlerweile gilt er nicht mehr als Überraschung, wohl eher als gereifter Profi, der auf Rang sechs der Weltrangliste steht.
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