Dieses Jahr soll es endlich klappen. In den vergangenen Jahren war das Luftgewehr-Team des SV Pfeil Vöhringen bei der Finalrunde der Schützen-Bundesliga jeweils knapp gescheitert. „Wenn wir nicht an den Titel glauben würden, bräuchten wir gar nicht erst antreten“, sagt Maximilian Dallinger. Er ist nicht nur die Nummer eins bei den Illertalern, sondern auch amtierender Weltmeister und einer von vielen nationalen und internationalen Top-Stars dieser Sportart, die am Samstag, 7., und Sonntag, 8. Februar, im hessischen Rotenburg an der Fulda um die deutsche Meisterschaft mit Luftgewehr und Luftpistole schießen.
Auf Dallinger wartet schon im Viertelfinale die schwerstmögliche Herausforderung: Jeanette Hegg Duestad aus Norwegen startet für den SB Freiheit aus Osterode am Harz und ist die aktuell wohl weltbeste Gewehrschützin. Im Dreistellungskampf ist sie die Nummer eins der Weltrangliste, mit dem Luftgewehr hat die 27-Jährige immer noch den Rekord von acht perfekten 400er-Serien in einer Saison inne. Gemäß Setzliste trifft sie gleich im ersten Duell des Bundesliga-Finals auf den Vöhringer. Der feierte bei der WM in Kairo seinen bis dato größten Erfolg, als er sensationell WM-Gold mit dem Luftgewehr holte. Und auch in der Bundesliga-Vorrunde unterstrich Dallinger seine herausragende Form, in sieben Einsätzen blieb er fünf Mal makellos und weist den besten Schnitt von allen Finalteilnehmern (399,71 Ringe) auf. „Weltmeister gegen Weltmeister – mehr geht nicht“, heißt es seitens des Deutschen Schützenbunds. Dallinger meint: „Ich bin schon in der besten Form, die ich bislang hatte. Aber ich habe auch das Gefühl, dass da noch mehr geht.“ Es wird im Duell mit Duestad wohl auf die Tagesform ankommen. Und auf jeden Millimeter. „Wenn ich mir gegen sie nur eine einzige Neun leiste, bin ich vielleicht schon weg vom Fenster“, sagt der Vöhringer Schütze.
Auch eine Olympiasiegerin ist beim Bundesliga-Finale am Start
Weitere Top-Stars mit dem Luftgewehr sind der Ungar Istvan Peni vom ST Hubertus Elsen, dreifacher Olympiateilnehmer und mehrfacher WM- und EM-Medaillengewinner oder auch die Schweizerin Chiara Leone (SV Wiekenberg), die 2024 bei den Olympischen Spielen im Dreistellungskampf Gold gewann.
Für den SV Pfeil Vöhringen, der im vergangenen Jahr bereits im Viertelfinale gescheitert war, spricht in diesem Jahr unter anderem, dass sie nicht mit der sportlichen Last des Süd-Meisters nach Nordhessen reisen. Dallinger und Co. wurden in der Hauptrunde Zweiter hinter dem Bund München, der wiederum von vielen als großer Favorit gehandelt wird. Der 29-Jährige sieht darin einen möglichen Vorteil für sein Team, meint aber auch: „Letztlich ist es Einstellungssache. Wenn man den Titel gewinnen will, muss man jeden Gegner schlagen. Ganz egal, ob man in der Vorrunde Erster, Zweiter, Dritter oder Vierter war.“
Mit dem SV Waldkirch kommt ein Pistolen-Geheimfavorit aus dem Landkreis Günzburg
Bei den Wettkämpfen der Luftpistolen-Mannschaften scheint der Ausgang so offen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Überraschung im Süden ist das Team des SV Waldkirch. Der Verein aus dem 300-Seelen-Dorf im Landkreis Günzburg hat - stark verjüngt und mit einigen neuen Gesichtern im Team - in vielen Partien konstante Leistungen gezeigt und sich für das Finale qualifiziert. Nach den Höhen und Tiefen der vergangenen Jahre hat sich der Deutsche Meister von 2016 neu aufgestellt, unter anderem hat mit dem Babenhauser Quirin Rothdach ein neuer Trainer das Sagen. Jan-Erik Aeply, Sportdirektor des Bayerischen Sportschützenbundes, sagt: „Waldkirch hat nichts zu verlieren, mit der Finalteilnahme ist das heimliche Saisonziel erreicht. Und das ist gleichzeitig die große Chance.“
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